Alles rund um den Gemüsegarten. Beete anlegen und mulchen, Aussaat, Pflege und Ernte.

Grüner Spargel – Ein Spargelbeet anlegen

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Grüner Spargel – Ein Spargelbeet anlegen

Frischer grüner Spargel aus dem Garten? Und das jedes Frühjahr auf’s Neue? Das ist ganz einfach zu realisieren. Einmal gepflanzt kann der Spargel bis zu 15 Jahre beerntet werden. Ob gleich roh in den Mund, leicht gedünstet, gebraten oder gegrillt, dein eigener grüner Spargel direkt aus dem Beet wird nicht mit den oft welken, weichen Grünspargelbünden aus dem Supermarkt zu vergleichen sein. Knackig, saftig und einfach lecker! Dabei ist er wirklich leicht anzubauen und benötigt noch nicht einmal viel Pflege. Während wir in diesem kalten April noch auf die ersten Triebe warten müssen, erzählen wir dir, wie wir vor einigen Jahren unser Spargelbeet für den grünen Spargel angelegt haben.

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Günen Spargel selber anbauen

Die Beetvorbereitung für den grünen Spargel

Zunächst haben wir auf unserer großen Wiese einen Standort für den Spargel ausgesucht. Wir wollten ihn gern in einer langen Reihe anbauen, so dass er im Sommer zu einer langen, grünen Hecke heranwachsen kann. Also haben wir einen 50 Meter langen und etwa 1,50 Meter breiten Streifen gefräst und die Wurzeln von Löwenzahn, Gräsern, Hahnenfuß und anderen Wiesenpflanzen so gut wie möglich entfernt. Beikrautdruck mag der Spargel nicht so gern, also solltest du das Spargelbeet auch nach dem Pflanzen regelmäßig jäten. Ein bisschen Vorsicht ist dabei geboten, um die Spargelwurzeln dabei nicht mit der Hacke zu verletzten.

Grüner Spargel im Garten, die Beetvorbereitung beginnt

Anschließend haben wir den Boden gelockert und eine ca. 30 cm tiefe und 40 cm breite Rinne ausgehoben, in die die Spargelpflanzen gesetzt werden sollten. Als Dünger und Wärmequelle haben wir dann eine Schicht Pferdemist mit Stroh in den Pflanzgraben gegeben. Kormin fand die Schubkarre mit dem Pferdemist ausgesprochen interessant und hat erst mal eine tiefe Nase voll genommen, während Maik fleißig geschaufelt hat. Mit der letzten Forke aus der Karre war die Beetvorbereitung für den grünen Spargel dann auch schon abgeschlossen und es konnte ans Pflanzen gehen.

Pferdemist als Dünger für den Spargel

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Ärgert du dich auch immer über diese billigen Spaten, die beim Graben verbiegen oder bei denen gar der Stiel abbricht? Mit diesem robusten, langlebigen und vor allem scharfen Spaten der Firma Fiskars geht die Arbeit leichter von der Hand.

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Das Pflanzgut für unser Spargelbeet

Bei vielen Gärtnereien und im Pflanzenversandhandel werden Grünspargelpflanzen angeboten. Meist handelt es sich dabei um einjährige Pflanzen in Töpfen. Solche Jungpflanzen brauchen noch einige Jahre, bis sie wirklich Erträge liefern und teuer sind sie obendrein – im Schnitt drei Euro pro Pflanze

Wir haben uns entschieden, unsere Spargelpflanzen direkt bei einem Spargelhof zu kaufen. Die Pflanzen, die dort angeboten werden, sind bereits drei Jahre alt und werden wurzelnackt geliefert. Je nachdem, wie viele Pflanzen du kaufst, liegt der Preis bei maximal 1,50 Euro pro Stück. Wir haben damals hundert Pflanzen zu 90 Cent bestellt. Das war ein ganz schön großer und vor allem schwerer Karton. So schwer, dass unsere Briefträgerin ihn gar nicht erst aus ihrem Wagen geladen hat. Lieber nicht klingeln,  sondern einfach eine Karte hinterlassen, dass leider, leider wohl niemand zu Hause war. Sollen die ihren Spargel mal schön selbst abholen, hat sie wohl gedacht.

Grüner Spargel, die Wurzelballen werden in die Erde gebracht

So mussten wir dann einen Tag länger auf das Pflanzgut für unser Spargelbeet warten. Aber am nächsten Mittag hatten wir es schließlich heil zu uns nach Hause transportiert. 100 Pflanzen der Sorte Steiniva, ein Klassiker unter den Grünspargelsorten waren nun bereit in den Garten einzuziehen. Mit ihren langen dünnen Wurzeln sahen sie aus wie Kraken. Es war Anfang April und die ersten kleinen Triebe waren schon zu sehen. Ein paar davon sind beim Auspacken abgebrochen. Die konnten wir ohne schlechtes Gewissen gleich direkt probieren – ein Genuss, der Lust auf mehr machte.

Grünen Spargel pflanzen

Nun ging es aber zunächst ans Pflanzen. Mit einem Abstand von ca. 30 bis 40 cm  haben wir die Wurzelballen mit den Trieben nach oben vorsichtig in den vorbereiteten Pflanzgraben gesetzt und die Wurzeln sternförmig ausgebreitet.

Anschließend haben wir sie mit der Erde vom Aushub der Rinne bedeckt und gut angegossen – fertig war unser Spargelbeet. „Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!“, habe ich den frisch gesetzten Steiniva noch ermunternd  zugeflüstert, als wir Spaten und Harke in die leere Schubkarre packten und uns auf den Rückweg zum Haus machten.

Angießen der Spargelpflanzen

Die ersten Spargelspitzen
– Ernteverbot im ersten Standjahr

Und tatsächlich – nur kurze Zeit später zeigte sich die erste grüne Spargelspitze und dann wurden es in rasantem Tempo mehr und mehr, die aus dem Boden lugten. Spargel wächst so schnell, dass du ihm fast dabei zusehen kannst. Im Nu sprossen auf den ganzen 50 Metern überall schöne, hellgrüne Triebe. Die Verlockung, direkt mit der Ernte zu beginnen, war riesig. Aber nein, das mussten wir uns leider verkneifen – es herrscht Ernteverbot für den grünen Spargel im ersten Standjahr nach dem Pflanzen.

Im ersten Jahr sollte der Spargel nicht beerntet werden, damit er Kraft genug hat, gut anzuwachsen und aus den dem dichten Grün, das er ausbildet, Energie für das nächste Jahr zu ziehen. Also keine Ernte für uns im ersten Jahr. Wir durften ihm nur beim Wachsen zusehen, ihn von Beikraut freihalten und auf eine ausreichende Wasserversorgung achten.

Die ersten Triebe des Grünen Spargels schauen heraus

Naja, fast! In den Genuss der einen oder anderen Spargelspitze kamen wir doch. Da brach schon mal eine ab, wenn unser wilder Hund mit Karacho durch das Spargelbeet stürmte. Mit einem knackigen grünen Spargel im Mund schimpft es sich schlecht und so wirklich böse waren wir auch nicht ob des versehentlich geernteten Leckerbissens. Ein paar kleine Triebe weniger würden unsere neuen Pflanzen schon nicht gleich umbringen.

Die Entwicklung des grünen Spargels
im ersten Jahr

Normalerweise endet die Spargelernte zu Johanni im Juni und erst dann bekommt der Spargel die Chance in die Höhe zu schießen, Blätter zu bilden und auszuwachsen, bevor er im Herbst welkt um die Energie für das nächste Jahr in den Wurzeln zu speichern.

Unser frisch gesetzter Spargel durfte im ersten Jahr gleich wachsen wie er wollte und schon im Mai waren viele Pflanzen hüfthoch. Werden die Spargeltriebe nicht geerntet, werden sie innerhalb weniger Tage kniehoch, die Knospen öffnen sich und die ersten kleinen Blätter werden sichtbar. Im Verlauf der nächsten Wochen entwickeln sich zunächst länge dünne Stängel, bis die Spargelpflanzen schließlich zu buschigen, bis 1,50m hohen „Bäumchen“ herangewachsen sind.

Spargelpflanzen im Spätsommer

Im Juli zeigten sich die ersten weiß-gelblichen Blüten, im September reiften dann die roten Beeren heran. Obwohl sie verlockend aussehen, sind diese nicht essbar. Aber sie enthalten die winzig kleinen Samen, aus denen sich auch neue Spargelpflanzen ziehen lassen. Später im Herbst, als bereits die ersten leichten Fröste einsetzten welkte das Spargellaub und die Pflanzen zogen sich zurück. Das solltest du unbedingt abwarten und den Spargel nicht zurückschneiden, bis das Grün vollkommen vergangen ist. Wir haben ihn im ersten Jahr gar nicht gerodet, sondern die trockenen Äste mit den Beeren über den Winter einfach stehenlassen. Bei Frost oder Schnee waren die roten Beeren ein wirklich schöner Winterschmuck im Garten und weckten die Vorfreude auf den nächsten Frühling, in dem wir dann endlich würden ernten dürfen.

Der Grüne Spargel im zweiten Jahr

Ende April des nächstens Jahres war es dann endlich soweit. Die Temperaturen stiegen und der Spargel begann auszutreiben.  Nun durften wir mit der Ernte beginnen und konnten täglich eine schöne Portion frischer Spargelstangen aus dem Garten mit in die Küche nehmen. Der grüne Spargel ist so schnell und einfach zuzubereiten – das Schälen wie beim weißen Spargel entfällt und trockene, evtl. holzige Enden wie du sie bei gekauftem Spargel oft vorfindest, hat er frisch geerntet auch nicht. Seine Garzeit ist sehr kurz – es reicht ihn kurz zu blanchieren oder in der Pfanne oder dem Wok anzubraten oder anzudünsten. Er darf ja ruhig grün und knackig bleiben.

Wir haben unsere erste Ernte wirklich sehr genossen. Es war allerdings ein sehr trockener Frühling, sodass wir unser Spargelbeet regelmäßig gießen mussten, damit die Pflanzen nicht zu trocken wurden und die Spargelstangen saftig blieben.

Grüner Spargel, die erste Ernte beginnt

Für das zweite Standjahr wird empfohlen, nicht über einen langen Zeitraum zu ernten, sondern den Spargel bereits vor Ende Juni wachsen zu lassen. Daran haben wir uns auch gehalten und die Triebe ab Ende Mai stehenlassen, die schon bald wieder zu einer grünen Hecke herangewachsen waren. In den folgenden Jahren darf der grüne Spargel dann zunehmend länger beerntet werden, bis er mit sieben Jahren voll entwickelt ist.

Außer ein bisschen Beetpflege, ausreichend Wasser und ab und an einer Gabe Stroh und Pferdemist, benötigt er keine weitere Aufmerksamkeit und schenkt dem Gärtner jedes Frühjahr eine tolle Ernte zu einer Zeit, in der im Gemüsegarten ansonsten noch wenig frisches Grün zu finden ist.

Wir sind nach wie vor begeistert von dieser einfachen und pflegeleichten Kultur, die wir allen Gärtnern wärmstens empfehlen können. Trotzdem möchten wir auch gerne noch ein Beet mit weißem Spargel anlegen. Durch das nötige Anhäufeln bedeutet das allerdings wesentlich mehr Arbeit, wenn man nicht gerade einen Haufen Mutterboden zur Hand hat. Wer weiß, vielleicht im nächsten Jahr. Nun warten wir erst mal gespannt auf die erste Spargelspitze 2021 und freuen uns auf eine hoffentlich gute Ernte.

Hast du Lust auf weitere spannende Gemüsesorten bekommen? Wie wäre es denn mit eigenem Meerrettich oder Topinambur im Garten?

Mein Blattwerk

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Topinambur selber anbauen – Unser Wintergemüse

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Topinambur selber anbauen – Unser Wintergemüse

Nach dem Meerrettich ist der Topinambur (Helianthus tuberosus) die zweite Kultur aus der Sparte „Wurzeln und Knollen“, die wir in diesem Frühjahr in die Erde gebracht haben. Tatsächlich ist es schon unser zweiter Versuch, diese tolle Knolle in unserem Garten anzusiedeln. Der erste Versuch, Topinambur selber anzubauen, ist vor einigen Jahren mehr als kläglich gescheitert. Damals haben wir einfach ein paar Knollen aus dem Supermarkt vergraben und abgewartet, was geschehen würde.

Topinambur selber anbauen

Tatsächlich zeigten sich schon bald die ersten Austriebe und wir waren recht zuversichtlich, dass diese wuchsfreudige Pflanze bei uns gedeihen würde. Die Zuversicht währte allerdings nur kurz, denn schon nach wenigen Tagen waren die die aufkommenden Pflänzchen über Nacht verschwunden. Dicke Schleimspuren auf der frischen Gartenerde verrieten eindeutig, der da in der Dunkelheit am Werke gewesen war – die fiesen Nachtschnecken hatten sich unseren Topinambur schmecken lassen.

Noch steckten aber offenbar Kraft und Lebenswille in den Knollen. Sie versuchten noch einige Male auszutreiben. Aber jedes Mal, wenn sich auch nur ein kleines bisschen Grün zeigte, fanden es die Schnecken und machten ihm den Garaus. Irgendwann gab  der Topinambur schließlich auf – und wir vorerst auch.

Für den zweiten Versuch einige Jahre später haben wir uns breiter aufgestellt – mit deutlich mehr Knollen und drei verschiedenen Sorten an verschiedenen Standorten. Topinambur selber anbauen – dieses Jahr muss es uns doch einmal gelingen! Und so haben wir Versuch Nummer zwei gestartet:

Topinambur-Anbau – unsere Sortenauswahl

Dieses Mal wollten wir für den Anbau von Topinambur nicht wieder auf Supermarktware zurückgreifen und haben uns im Bioversandhandel nach Pflanzgut umgeschaut. Was für eine Vielfalt an Sorten es gibt! Die Wahl war nicht einfach, aber schließlich haben wir uns für zwei verschiedene entschieden.

Topinambur anbauen, verschiedene Sorten

Die erste ist die „Gute Gelbe“, wohl eine der bekanntesten Sorten, die als äußerst ertragreich gilt. Zudem sollen die dicken, schweren Knollen eine relativ geringe Streuung aufweisen, so dass die Ernte deutlich leichter ist, als wenn du in großem Umkreis um die Mutterpflanze nach den Knollen suchen musst.

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Ein kleiner Tipp von uns: Die „Gute Gelbe“ musst du nicht teuer beim Pflanzenhandel als Pflanzknolle bestellen. Frische Topinamburknollen zum Pflanzen oder zum Verzehr bekommst du in Bioqualität schon viel günstiger. So kannst du vor dem Pflanzen schon einmal probieren. << Hier ansehen >>

Als zweites fiel die Wahl auf die „Helianthi“, eine cremefarbene Sorte mit rosa Zeichnung. Sie soll zwar deutlich weiter streuen als die „Gute Gelbe“, aber die Beschreibung ihres Geschmacks hat uns schließlich überzeugt. Er soll mildcremig sein und dem der Schwarzwurzel ähneln.

Insgesamt war uns wichtig, dass wir Topinambur-Sorten anbauen, die eine relativ regelmäßige Form haben und sich somit später gut schälen lassen. Bei einigen Sorten, wie zum Beispiel dem „Sonnengruß“ verwachsen die Knollen meist zu großen Gebilden, was dann das Reinigen und Zubereiten erheblich erschwert.

Sorte Nummer drei kam uns dann ganz unverhofft ins Haus, als uns eine „Zu-verschenken-Anzeige“ im Internet ins Auge fiel. Da hatte doch eine nette Dame gleich hier um die Ecke Topinamburknollen abzugeben. Sie hat sie sogar für uns ausgegraben und eine große Tüte zur Abholung für uns vor ihre Tür gestellt. Um welche Sorte es sich handelt wissen wir zwar nicht, aber die Knollen sind riesig, teilweise bis zu faustgroß und von heller, fast weißer Farbe. Definitiv sehen sie nach einem guten Ertrag aus.

Wir dürfen gespannt sein, welche von diesen drei unser Favorit wird, sofern die Schnecken und Wühlmäuse unseren Versuch, Topinambur selber anzubauen nicht ein zweites Mal vereiteln.

Standortwahl für den Topinambur

Wenn über Topinambur eines bekannt ist, dann ist das wohl seine Neigung sich weiträumig ausbreiten zu können. „Den wirst du nie wieder los!“, haben wir gehört. Naja, dieses Problem hatten wir beim letzten Anbauversuch nun so ganz und gar nicht. Dennoch man die Möglichkeit eines ausufernden Wachstums bei der Standortwahl natürlich beachten.

Standortwahl für den Topinamburanbau

Im Gemüsebeet ist der Topinambur sicher nicht gut aufgehoben – er braucht schon seinen eigenen, ausreichenden Platz im Garten, an dem er mehrere Jahre verbleiben kann und an dem er auch seine maximale Höhe von ca. drei Metern erreichen dürfte, ohne dabei anderen Pflanzen das Licht zu nehmen. Dort, wo er sich nur begrenzt ausbreiten darf, ist es sinnvoll eine Wurzelsperre einzubringen, die ihn im Zaum hält.

Bei uns halten wir das nicht für notwendig, sollte er sich tatsächlich massiv ausbreiten, können wir die unerwünschten Pflanzen einfach abmähen. Irgendwann geht den Knollen dann die Energie aus. Wenn die Nacktschnecken das können, dann bekommen wir das auch hin.

Der Topinambur hat es gern sonnig und so haben wir für unseren Anbau vier verschiedene sonnige Plätze im Garten und auf der Wiese ausgesucht, einer davon liegt  relativ nah am Haus, damit wir die  gefräßigen Schnecken diesmal etwas besser im Blick behalten können.

An den Boden soll der Topinambur keine allzu hohen Anforderungen haben. Humos und leicht sandig, ist ihm wohl am liebsten und Staunässe oder extreme Trockenheit kann er gar nicht gut vertragen. Viel Dünger benötigt er ebenfalls nicht. Ab und an eine Gabe Kompost oder ein Schuss Brennnesseljauche reichen als Extra an Nährstoffen aus.

Topinambur anbauen
– Beetvorbereitung und Setzen der Knollen

Für den Ertragsanbau von Topinambur wird die Kultivierung in Reihen empfohlen. Dabei soll der Pflanzabstand in der Reihe in etwa 30-40 cm und der Abstand zwischen den Reihen 60-80 cm betragen. Wir haben uns hier allerdings entschieden, die Knollen an drei der Pflanzorte kreisförmig in die Erde zu bringen.

Dafür haben wir die Grasnarbe in einem Kreis mit einem Meter Durchmesser entfernt, den Boden tiefgründig mit der Grabegabel aufgelockert und pro Kreis sechs Knollen ringförmig gesetzt. Die Pflanztiefe sollte dabei 10-15 cm betragen.

Setzen der Knollen

Die dicken Topinambur-Knollen aus dem Garten in der Nachbarschaft haben auf der Wiese neben dem neuen Meerrettichbeet einen Platz gefunden. Dort haben wir sie dann in Reihen wie oben angegeben gesetzt. Wir hoffen, dieser Bereich, wird dann künftig eine Wurzel- und Knollen-Wucherzone und kein Schnecken-und Wühlmaus-Schlemmerbuffet.

Topinamburanbau – Pflege und Ernte

Nach dem Setzen der Knollen gibt es zunächst nicht viel zu tun, außer auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten und den Beikrautdruck gering zu halten. Nach dem Auflaufen ist der Topinambur im Grunde wie eine Kartoffelpflanze zu behandeln. Für einen gesteigerten Ertrag kann er später ebenfalls angehäufelt werden. Zum Teil wird es empfohlen, die Blütenknospen zu entfernen, damit mehr Kraft in die Knollen geht. Das möchten wir aber nicht so machen, sollte er es denn bis zur Blüte schaffen. Ein bisschen Farbe und ein wenig Nahrung für die Insekten, darf es auch im Gemüseanbau geben, finden wir.

Topinambur Beetvorbereitung

Im Herbst, wenn das Grün der Pflanzen welk wird, beginnt die Erntesaison. Bei offenem Boden können die Knollen den ganzen Winter über geerntet werden. Das sollte immer nur nach Bedarf geschehen, denn die Topinamburknollen lassen sich nicht sehr gut lagern. Für einige Tage kann man sie im Kühlschrank frisch halten, aber dann beginnen sie schnell auszutrocknen. Eine längere Lagerung ist im Grunde nur in gleichmäßig feuchter Erde möglich. Also ist es weitaus einfacher, die Knollen einfach im Boden zu belassen und nur so viele auszubuddeln, wie man eben gerade verbrauchen möchte.

Wie viel das dann diesen Herbst und Winter bei uns sein wird, hängt von unserem Hunger ab – und leider auch vom Hunger der Schnecken und Wühlmäuse bis dahin.

Drück uns die Daumen für das Experiment „Topinambur selber anbauen“ – 2.0. Wir werden berichten, wie es den Knollen und uns ergangen ist.

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Neben einigen Topinamburrezepten wie zum Beispiel „Geschmorter Topinambur mit Thymian und Zitrone“ oder „Topinamburdip mit Kreuzkümmel“ findest du in diesem interessanten Kochbuch viele Anregungen, alte Gemüsesorten frisch und modern zuzubereiten. Vertreten sind Pastinaken, Schwarzwurzel, Portulak und viele mehr.

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Meerrettich selber anbauen – Fechser in den Garten setzen

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Meerrettich selber anbauen
– Fechser in den Garten setzen

Für die neue Gartensaison haben wir uns vorgenommen, einige neue Gemüsesorten in unserem Garten auszuprobieren. Warum auch immer, aber die meisten haben in diesem Jahr etwas mit Wurzeln oder Knollen zu tun. Den Anfang haben wir nun, Anfang April, mit dem Meerrettich gemacht.

Fechser vom Meerrettich

Als ich Kind war, gab es bei uns zu Haus diese scharfe Wurzel eigentlich nur zu „Karpfen blau“. Den Karpfen mochte ich ja nie, aber die Beilage – Kartoffeln und geschlagene Sahne mit geriebenem Meerrettich – die war ein Genuss. Fast sehe ich noch vor mir, wie die Schlagsahne auf den heißen, gelben Kartoffeln zerfließt. Das könnte man doch mal wieder haben – nur ohne den Karpfen dazu, wenn es nach mir geht. Warum also nicht mal Meerrettich selber anbauen?  …Gesagt, getan. Und so haben wir es gemacht.

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Frisch gerieben schmeckt der Meerrettich einfach am besten und mit einer handlichen und soliden Reibe, wie dieser hier, geht das schnell und einfach von der Hand. Praktisch ist auch der integrierte Auffang- und Aufbewahrungbehälter.

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Pflanzgut für den Meerrettichanbau

Da wir leider niemanden kennen, der Meerrettich in seinem Garten hat, haben wir uns zunächst das Pflanzgut bestellt. Es wurde Ende März von Dreschflegel geliefert, mit dem Hinweis, es sogleich aus der Verpackung zu nehmen und entweder direkt in den Boden zu bringen oder es bis zur Pflanzung in feuchten Sand einzuschlagen. Da wir erst noch einen Platz für den Meerrettich im Garten vorbereiten mussten, kam er also zunächst in eine Schüssel mit Erde.

Meerrettich in Gartenerde

Für die Vermehrung werden die sogenannten „Fechser“ gepflanzt. Dabei handelt es sich um die dünnen Seitentriebe, die die große, essbare Meerrettichwurzel ausbildet. Sie sollten in etwa 30 cm lang und ca. 2 cm dick sein. Meist werden sie schon im Herbst abgeschnitten, gebündelt, in feuchten Sand eingeschlagen und dann kühl, aber frostfrei überwintert, bis sie im April oder Mai in den Gartenboden kommen.

Wo pflanzen wir den Meerrettich? – Standort und Bodenvorbereitung

„Der wuchert ohne Ende!“, „Den wirst du nie mehr los!“, so die Warnungen der Menschen, die schon mal Meerrettich in ihrem Gemüsegarten angebaut haben und bei denen er dann zu einer wahren Plage geworden ist. Tatsächlich kann jedes in der Erde verbleibende Wurzelstückchen wieder austreiben. Also sollte der Meerrettich wohl ein eigenes Plätzchen außerhalb der Gemüsebeete bekommen, an dem er bleiben darf und wuchern kann wie er möchte, ohne anderen Kulturen im Weg zu sein.

Beetvorbereitung für die Fechser

Der Meerrettich soll mit fast jedem Boden zurechtkommen, aber tiefgründige, humose Böden bevorzugen. Dort bildet er deutlich größere Wurzeln aus als zum Beispiel in einem sandigen Untergrund. An die Lichtverhältnisse soll er ebenfalls keine allzu großen Ansprüche stellen und sogar im Halbschatten gedeihen.

Wir haben ihm ein sonniges Plätzchen auf der Wiese ausgesucht. Als erstes wurde die Grasnarbe entfernt, alle Wurzeln von Ampfer, Quecke, Hahnenfuß und Co. ausgebuddelt, die wir finden konnten und der Boden mit der Grabegabel tiefgründig ausgelockert. Der Meerrettich soll es bei uns ja nicht so schwer haben, auch wirklich schöne, große Wurzeln auszubilden.

Wie pflanzen wir den Meerrettich?
– Pflanzabstand und Pflanztiefe

So eine Meerrettichpflanze kann ganz schön groß werden. Das Blattwerk ist üppig und auch unter der Erde benötigt sie ordentlich Platz für ihre Wurzeln. Empfohlen wird ein Pflanzabstand von nicht unter 50 Zentimetern, aber am besten deutlich mehr. Ein Meter wäre wohl optimal, aber so viel Platz war in unserem neuen Meerrettichbeet dann doch nicht. Je nachdem, wie der Meerrettich sich bei uns entwickelt, müssen wir dann vielleicht nochmal etwas mehr Raum schaffen. Vorerst muss er sich hier mit guten 50 cm begnügen.

die Fechser vom Meerrettich werden eingesetzt

Die Fechser werden schräg in den Boden gesetzt. Das obere Ende soll dann etwa 5, das untere Ende 15cm unter dem Boden liegen. So akribisch ausgemessen haben wir das nun nicht – sie kamen mit leichter Schräglage in die Pflanzrinnen, Erde drauf, ein bisschen angegossen und fertig. Später kommt noch eine dicke Schicht Mulch zwischen die Reihen, damit die Wiese sich das Meerrettichbeet nicht sofort wieder zurückerobert.

Wir lehnen uns nun zurück, hoffen auf die ersten Austriebe und natürlich auf eine schöne, scharfe Ernte im Oktober.

Obwohl – ganz lehnen wir uns noch nicht zurück! Die ausgestochenen Grassoden und Wiesenpflanzen bringen wir natürlich den Hennen, die sich immer begeistert auf frisches Grün stürzen. Dann wird einträchtig gescharrt und gepickt, bis von allem den Grün im Nu  nichts mehr übrig ist.

Hühner bekommen das Grün aus dem Beet

Wie sich unser Experiment „Meerrettich selber anbauen“ im ersten Jahr entwickelt, werden wir natürlich weiter berichten. Und natürlich auch, was es mit all den anderen Wurzeln und Knollen auf sich hat, die in diesem Jahr noch bei uns einziehen sollen.

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Jungpflanzenanzucht im Haus – Aufbau und Utensilien

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Jungpflanzenanzucht im Haus:
Aufbau und Utensilien

Im vergangenen Jahr konnten wir bereits im Februar mit der Aussaat draußen im Garten beginnen. Dicke Bohnen und einige andere frühe Gemüsesorten waren um diese Zeit bereits in der Erde. 2021 ist daran aber gar nicht zu denken. Wir haben Dauerfrost, der Boden ist gefroren und der Garten liegt noch im Winterschlaf. Dennoch ist es an der Zeit, zumindest im Haus den Frühling einzuläuten, die Anzuchtstation für Jungpflanzen aufzubauen und die ersten Aussaaten vorzunehmen.  Hier erzählen wir dir, wie wir unseren Pflanztisch im Haus aufbauen und welche Utensilien wir für unsere Jungpflanzenanzucht verwenden.

Anzuchtstation, Jungpflanzenanzucht im Haus

Aufbau unserer Anzuchtstation für Jungpflanzen:

Jeder hat irgendwann mal mit dem Gärtnern angefangen und ist dann vielleicht auch auf die Idee gekommen, seine Jungpflanzen selber anzuziehen, anstatt sie im Frühjahr zu kaufen. Bei den meisten hat das sicherlich mit Schälchen oder Töpfchen auf der Fensterbank begonnen. Schön im warmen Wohnzimmer und weil man ja so ungeduldig ist, am besten gleich im Januar. So war es zumindest vor Jahren mal bei uns. Und, so muss man sagen, mit mäßigem Erfolg. Gut, das Gemüse keimt sehr wohl auf der Fensterbank. Aber bald schon, wird es ihm zu warm und du trägst deine Töpfchen ins kühlere Schlafzimmer. Da wachsen die Pflänzchen dann auch weiter. Einzig, es fehlt das Licht, die Stängel werden lang, dünn und spiddelig und knicken oft schon beim Auspflanzen in den Garten ab. Wenn nicht, erledigt das vielleicht später der Wind.

Nein, optimal ist das alles nicht. So haben wir uns schließlich eine Anzuchtstation für unsere Jungpflanzen gebaut, die sich inzwischen über Jahre bewährt hat. Dabei war uns wichtig, dass sie kostengünstig und leicht auf- und abzubauen ist, ohne zu viel technischen Schnickschnack auskommt und reichlich Platz für eine schöne Gemüsevielfalt bietet. So haben wir mittlerweile in jedem Frühjahr kräftige, gesunde Jungpflanzen, die dann zur rechten Zeit in Garten und Gewächshaus umziehen können.

Jungpflanenanzucht im Haus

Der Aufbau unserer Anzuchtstation ist ganz einfach. Sie findet ihren Platz vorne in unserem Windfang, einem kleinen, beheizbaren Extraraum vor der eigentlichen Haustür, der ansonsten ungenutzt ist. Dort lässt sich die Temperatur dann jeweils so einstellen, wie es für die Jungpflanzen gerade am besten ist. Auf spezielle Wärmematten, die unter die Pflanzgefäße gelegt werden, um die Temperatur für einzelne Kulturen separat zu regeln, verzichten wir. Wer es lieber etwas wärmer mag, wie zum Beispiel die Paprika, bekommt einfach einen Platz näher an der Heizung, als jemand, dem warme Füße nicht so sehr gefallen.

Wir verwenden einen der breiten Tische einer Bierzeltgarnitur, der im zeitigen Frühjahr eigentlich noch keine Aufgabe hat, als Pflanztisch für unsere Jungpflanzen. Damit man nicht x verschiedene Tabletts und Untersetzer benötigt, um überschüssiges Gießwasser aufzufangen, haben wir in den Maßen dieses Tisches eine großen, wasserdichte Unterlage gebaut, in dem alle Pflanzgefäße Platz finden. Er besteht einfach aus vier aneinandergeschraubten Dachlatten, über die eine wasserundurchlässige Gewebeplane gespannt ist. Die Konstruktion hat nur ein geringes Gewicht, kann leicht von einer Person auf- und abgebaut werden und lässt sich relativ platzsparend verstauen, wenn sie später im Jahr nicht mehr benötigt wird.

Anzuchtststion mit Gewebeplane für die Jungpflanzenanzucht

Über der Anzuchtstation für die Jungpflanzen haben wir zwei Pflanzleuchten, die im Februar etwa 12-16 Stunden brennen, um für ausreichend Licht zu sorgen. Die LED verbrauchen nur sehr wenig Strom, sodass sich die Kosten für die Zusatzbeleuchtung kaum bis gar nicht auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

Eine bestimmte Marke oder einen speziellen Lampentyp können wir dir an dieser Stelle nicht empfehlen. Die Lampen, die wir für unsere Jungpflanzenanzucht verwenden, sind ein günstiges No-Name-Produkt, das wir mehr zufällig als nach sorgfältiger Planung erworben haben. Sie tun seit Jahren ihren Dienst, aber ob nun besser oder schlechter als andere Fabrikate, können wir nicht wirklich beurteilen. Zu diesem Thema gibt es eine Menge Experten, die sich mit den genauen Frequenzen, Lumenzahlen und Co. befassen. Uns war damals nur wichtig, dass die Lampen als Tageslichtersatz  funktionieren und genau das tun sie offenbar.

Unsere Pflanzgefäße für die Jungpflanzenanzucht:
Pro und Contra der verschiedenen Anzuchttöpfe

Als Pflanzgefäße verwenden wir in unserer Anzuchtstation bevorzugt eckige Plastiktöpfchen von 9 mal 9 Zentimetern.

Angefangen haben wir mit einem Sammelsurium von verschiedenen Töpfen, die wir entweder von Freunden geschenkt bekommen haben, die sich Pflanzen gekauft haben, oder auf dem örtlichen Friedhof aus dem Plastikmüll gefischt haben.  Wenn dort erst die Primeln, dann die Stiefmütterchen oder schließlich die jährlichen Eisbegonien Saison haben, quellen die Abfallbehälter gleichsam über von Töpfen und Pflanztabletts. Sie alle sind noch für weit mehr und weitaus länger zu gebrauchen, als nur für den einmaligen Weg von der Gärtnerei, über den Friedhof bis in den Müll.

Irgendwann haben wir uns dann doch mal eine Charge von einigen hundert gleichgroßen, eckigen Töpfen gekauft. Diese lassen sich viel platzsparender einsetzen als die runden Töpfchen. So bekommen wir in unserer Anzuchtstation deutlich mehr Jungpflanzen untergebracht und konnten unsere Erträge dadurch ständig erhöhen. 

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Inzwischen verwenden wir sie seit vier Jahren, ohne dass auch nur ein einziger kaputt gegangen wäre. Und wir denken, sie werden bei guter Behandlung noch viele weitere Jahre durchhalten.

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Für die Anzucht von Jungpflanzen, die schon in relativ jungem Stadium ausgepflanzt werden können, wie Salate,  eignen sich die Quickpot-Anzuchtplatten ganz hervorragend.  Es gibt sie in mehreren Größen mit jeweils passenden Tabletts zum Auffangen des Gießwassers. Wenn du dich für eine Größe entscheidest, lassen sich gut stapeln und eine zweite Platte kann jeweils zum Andrücken der Erde in einer anderen verwendet werden. 

Zudem gibt es weiteres nützliches Zubehör, wie zum Beispiel stabile Aushebeplatten, mit denen sich alle Jungpflanzen mit einem Handgriff aus den Anzuchtplatten lösen lassen. Die immer gleich bleibenden Größen sehen wir als enormen Vorteil, weil du dein Aussaatequipment jederzeit durch passende Teile ergänzen und erweitern kannst.

Alternative Anzuchtgefäße für die Jungpflanzenanzucht

Unsere Versuche mit der Jungpflanzenanzucht in Eierpappen, die etliche Gärtner gern verwenden, waren nicht so recht überzeugend. Die Kartons weichen doch sehr schnell auf und beginnen  dann zum Teil zu schimmeln. Zudem bieten sie wirklich nur wenig Raum für die Jungpflanzen und machen es nötig, sie schon sehr früh zu pikieren, damit sie genügend lange und kräftige Wurzeln ausbilden können. Ein Zeitaufwand, den wir uns gerne ersparen, in dem wir größere Anzuchtgefäße verwenden.

Jungpflanzenanzucht in Eierpappe vorziehen

Einige Gärtner setzen die kleinen Jungpflanzen auch direkt mit den Eierpappen in die Gemüsebeete, wo der Karton dann verrotten soll. Ob das rechtzeitig von statten geht, damit das Gemüse ungehindert wachsen kann, hängt sicher von der Feuchtigkeit und Temperatur des Bodens ab. Wir persönlich möchten die Eierpappen nicht so gern im Garten vergraben, denn, dass sie keine Schadstoffe, wie zum Beispiel Reste von Druckerschwärze beinhalten, konnten wir bisher nicht mit Sicherheit ausschließen.

Alternative Anzuchtgefäße, die ebenfalls mit ausgepflanzt werden können und kompostierbar sind, bestehen aus Zellulose, Holzfasern oder Kokosfasern. Für eine kleine Voranzucht von nur wenigen Töpfen sind diese sicher gut verwendbar. Wobei uns bei den Kokosgefäßen der lange Transportweg schon etwas stört. Der Hautgrund dafür, dass wir keine kompostierbaren Gefäße verwenden, ist der doch relativ hohe Anschaffungspreis. Wir haben jedes Jahr mehrere hundert Jungpflanzen in der Anzuchtstation. Da geht es sehr ins Geld, wenn du für jeden einzelnen Kohlrabi, Kohlkopf oder die 20 Sellerieknollen ein eigenes Töpfchen kaufen musst, das dann ja nur ein einziges Mal verwendet werden kann. Der Anbau ist dann nicht mehr wirklich wirtschaftlich. So kostet ein Kohlrabi im Sommer bei uns auf dem Markt im Schnitt gerade mal 29 Cent, während ein kompostierbarer Anzuchttopf schon bei fast einem Euro pro Stück liegen kann.

Jungpflanzenanzucht im Frühjahr

Vorsicht, übrigens bei den günstigen Angeboten, die du in einigen Gartencentern findest. (bei einem gängigen Gartenmarkt z.B. 96 Zellulosetöpfe für 6,99 Euro) Lies unbedingt das Kleingedruckte. Oft genug enthalten diese vermeintlich umweltfreundlichen Töpfe einen Anteil an Torf. Der hat in einem naturnahen Garten absolut nichts verloren – weder in der Blumenerde, noch in den Anzuchtgefäßen. Wir können nicht in unserem Garten die Natur schützen wollen, aber in Kauf nehmen, dass andernorts für unseren Gärtnerbedarf die wertvollen Hochmoore zerstört werden.

Eine weitere Möglichkeit, seine Jungpflanzen anzuziehen, ist, Erdpressballen zu verwenden. Bisher haben wir das noch nicht selbst ausprobiert, sondern nur davon gelesen. Einige Gärtner haben sich selbst Pressen gebaut, um aus ihrer Komposterde, Blöcke herzustellen, die sich auf einer wasserdichten Unterlage für die Anzucht von Pflanzen eignen. Im Internet finden sich auf der gängigen Plattform dazu auch einige interessante Videos. Vielleicht testen wir die Erdballen auch irgendwann einmal. Dann werden wir natürlich berichten.

Du siehst, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Welche Pflanzgefäße sich für deine Bedürfnisse am besten eignen, kannst du natürlich nur selbst entscheiden und ausprobieren.

Wir wünschen dir viel Erfolg für die ersten Aussaaten 2021

Jungpflanzenanzucht im Februar:

In unserem nächsten Beitrag wird es darum gehen, welches Substrat wir für die Jungpflanzenanzucht verwenden und welche Kulturen wir in diesem Jahr jetzt im Februar aussäen. Bleib also dran, wenn du mehr dazu erfahren möchtest!

P.S.: Unser Weizengras für die Hühner bauen wir auch mit dieser Anzuchtstation an.

Mein Blattwerk

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Weiterlesen Jungpflanzenanzucht im Haus – Aufbau und Utensilien

15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 3

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 3

Du hast die ersten beiden Runden verpasst? Dann schau mal << hier >>

Kräuter und Gemüse im Januar ernten - mein Blattwerk

„Hast du schon die Wettervorhersage gelesen?“, fragt Maik nach dem Frühstück, „Ab heute Mittag soll es schneien. Und außerdem haben wir schon den 29. Januar!“ Au Backe! Es könnte knapp werden mit meiner Wette, noch im Januar 15 Kräuter und Gemüse zu ernten. Eigentlich habe ich gehofft, mir noch in Ruhe einen guten Plan zurechtlegen zu können. Aber jetzt drängt nicht nur die Zeit, nein, es soll also auch noch Schnee kommen, was die Sache natürlich erheblich erschwert. Unter einer Schneedecke nach etwas Essbaren zu suchen, macht nicht nur kalte Hände, sondern ist auch recht mühsam, wenn du nicht genau weißt, wo du buddeln musst.

Wenn ich die Wette noch gewinnen will, muss es jetzt zügig gehen. „Dann lass uns am besten sofort losgehen.“ „Aber es ist so eisig draußen!“ „Papperlapapp! Warm anziehen und dann los.“ Angst vor Frost gilt nicht. „Wer friert, ist entweder arm oder dumm!“, soll mein Großvater immer gesagt haben. Ob das stimmt, weiß ich nicht, denn ich habe ihn leider nicht mehr kennengelernt. Die Aussage stimmt in jedem Fall. Zum Glück trifft beides nur bedingt auf uns zu und an warmen Sachen mangelt es nicht. Kormins Winterfell ist ohnehin ausreichend dick, er muss nicht einmal klug sein, um nicht zu frieren.

Herbstlaub bein Frost
Gemüse und Kräuter ernten im Januar bei zugefrorenem Teich

Die dicken Jacken sind heute auch wirklich nötig, denn es hat tüchtig gefroren. Dazu weht ein eisiger Wind. Das gefrorene Gras und Laub knirscht unter unseren Füßen, als wir in den Garten kommen. Der kleine Teich liegt unter einer dicken Eisdecke und auch alle anderen Wasserstellen sind komplett zugefroren. „Da müssen wir wohl tatsächlich unsere eisfreie Vogeltränke noch aufbauen. Und ich dachte, es würde schon Frühling werden.“, sagt Maik. Genaugenommen nuschelt er eher, denn er hat sich seinen Schal zum Schutz vor dem kalten Wind über Mund und Nase gezogen.

„Ja, das machen wir. Aber erst mal erledigen wir jetzt schnell die Ernte, damit es nachher was ordentliches Warmes zum Mittag gibt.“, erwidere ich zähneklappernd. Ich hoffe, das klingt optimistisch genug. In Wahrheit habe ich keinen Plan und befürchte, dass Runde 3 der Januarernte am Ende auf einen eher spärlichen Wintersalat hinauslaufen wird. Und tatsächlich ist das erste Essbare, das ich im Gemüsegarten erblicke, genau für einen solchen Salat geeignet. In verschiedenen Grün- und Rottönen leuchten mir die Blätter des Blutampfers aus dem Beet entgegen.

Blutampfer frisches Gemüse im Januar

„Nummer 11!“, verkünde ich. „Hmpf!“, dringt es unter Maiks dickem Schal hervor. Irgendwie muss ich ihm den Blutampfer doch schmackhaft machen:  „Wir können uns richtig glücklich schätzen, dass der hier bei uns wild wächst!“ „Wieso denn das? Den gibt es doch auf jeder Wiese in Massen!“ „Schon, aber ich habe ihn neulich in einem Pflanzenkatalog gesehen. Da wurde er als ‚Gourmetgemüse‘ angepriesen. Eine Mini-Pflanze für 6,50 Euro!“ „Verrückt!“, ist die knappe Antwort. Tatsächlich konnte man bei demselben Versand auch Löwenzahnpflanzen kaufen. Ein Pflänzchen für 2,99 Euro unter dem Titel ‚Wildsalat‘. Ja, ‚verrückt‘ trifft es schon ein bisschen.

Der Ampfer kommt vorerst nicht ins Erntekörbchen, aber Punkt ist Punkt. Gleich neben dem Ampfer steht der Althai-Lauch. Eine Lauchart, die aus dem nördlichen Russland stammt. Dieser ausdauernden Pflanze kann auch richtige Kälte nichts anhaben, da ist unser bisschen Frost hier im milden Norddeutschland überhaupt kein Problem  – meine Nummer 12. Aber auch die dicken Röhren bleiben zunächst stehen. Vielleicht findet sich ja doch noch etwas Besseres.

Hund schleckt Eis, während wir Gemüse und Kräuter im Januar ernten

Kormin hat schon etwas gefunden, das ihm zumindest ausgesprochen gut zu schmecken scheint. Zumindest schleckt er äußerst hingebungsvoll an dem dicken Eisblock, der in einem unserer Gießwasserkübel schwimmt. „Bleib da mal nicht mit deiner langen Zunge dran kleben!“, mahnt Maik. Aber der Hund weiß wohl, was er tut, und widmet sich unbeeindruckt von der Warnung weiter seinem Wassereis, während wir durch den Gemüsegarten gehen.

Auf dem Beet, das die Rehe gründlich vom Kohl befreit haben, entdecke ich zwischen all den kahlgefressenen Stängeln noch ein kleines grünes Pünktchen. „Guck mal, da ist noch ein Broccoliröschen!“ Tatsächlich bildet der Broccoli nach der Ernte meistens wieder neue Knospen, wenn man ihn denn stehen lässt. Diese fallen dann zwar sehr klein aus, sind aber noch eine schöne Extra-Zutat für allerlei Suppen, Eintöpfe oder Pfannengerichte. Gut, das hier ist jetzt nur ein einziges, letztes Röschen und nicht ohne Grund höre ich so etwas wie „hohler Zahn“ aus dem Schal neben mir herausbrummeln. Egal, Nummer 13 ist das trotzdem, Punkt für mich! Ich lege das kleine Broccoliröschen in den Korb, auch wenn es darin etwas verloren wirkt.

Broccoli, ein Gemüse, das man im Januar ernten kann.

Maik tritt frierend von einem Fuß auf den anderen und dreht sich einmal um die eigene Achse. „Hey, guck mal der Fenchel treibt ja wieder aus!“, ruft er auf einmal und das richtig deutlich trotz der Wolle vor seinem Gesicht. Und tatsächlich, unten an den großen kahlen Fenchelpflanzen aus dem letzten Jahr leuchten viele junge Blätter in zartem Grün. Da ist ja richtig was zu ernten! Und mit ein bisschen Paprika und etwas Reis dazu gäbe das Fenchelgrün gewiss schon ein ganz nettes Mittagessen ab. Einzig, die Paprika haben ja die Rehe gefressen. Für einen Kräuterquark wäre es auch gut zu gebrauchen, aber irgendwie ist mir an einem so kalten Tag wie heute doch eher nach einem weniger sommerlichen Gericht. Nichts desto trotz, Nummer 14, das Fenchelgrün ist zumindest ein Gemüse, das nicht nur etwas für den hohlen Zahn ist. Wenn ich nun doch noch eine gute Nummer 15 finden könnte, um um den kalten Kräuterquark drum herum zu kommen!

Da fällt mir plötzlich etwas ein. Im letzten Sommer, als ich die Steckrüben ausgepflanzt habe, hatte ich doch nicht mehr genügend Platz im Beet und habe die letzten Jungpflanzen kurzerhand irgendwo eingesetzt, wo noch eine freie Stelle war. Danach habe ich sie dann einfach vergessen. Wo war das nur gewesen? Ich grüble einen Moment angestrengt, bis es mir  wieder einfällt. Stimmt, das war ja neben dem Folientunnel, in dem Maik seine Wassermelonenpflanzen hatte. Der Tunnel ist zwar abgebaut, aber die Stangen liegen noch auf dem Beet und weisen mir den Weg.

Steckrübe, ein Gemüse welches man prima im Januar ernten kann
Petersilie, Frische Kräuter, die man im Januar ernten kann

Und siehe da – zwei dicke Steckrüben liegen dort im hohen Gras und sehen auch recht ansehnlich aus. „Na, ist das was?“, frage ich. Maik muss sich ein wenig vorbeugen, um überhaupt zu erkennen, auf was ich da so freudestrahlend zeige. Schließlich nickt er zufrieden und zieht eine der Rüben aus dem Boden. „Rübenmus ist heute genau das richtige!“, sagt er und packt sie in sein Körbchen. „Ich guck mal, ob noch Petersilie da ist.“, fügt er hinzu und kommt kurz darauf mit einer Handvoll frischer, grüner Petersilienstängel zurück. „Nun aber nichts wie rein, mir ist kalt!“

Ein Hund auf der Wiese im Januar

Mir auch und ich würde jetzt auch gerne wieder ins warme Haus zurückkehren. Kormin hat da allerdings andere Pläne. Er friert auch nach dem Genuss seines Wassereises kein bisschen und möchte noch einen Spaziergang über die Wiese machen. Sei es drum, auf ein paar Minuten kommt es nun auch nicht an. Also folgen wir ihm runter zum Totholzkreis, wo er noch eine Weile interessiert herumschnüffelt. Plötzlich habe ich den Eindruck, dass gerade eine kleine Schneeflocke auf meiner Schulter gelandet ist. „Schneit das etwa jetzt schon?“ „Nö, ich seh nichts von Schnee.“, sagt Maik, nur Sekunden, bevor der Schneefall richtig losgeht. Dicke, weiße Flocken fallen und es werden immer mehr.

Dithmarscher Rübenmus mit Senf angerichtet

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Das schauen wir uns doch wirklich lieber von drinnen an, bei einem Teller voll heißem, dampfenden Rübenmus. „Die Wette mit den 15 Kräutern und Gemüsesorten habe ich nun aber doch eindeutig gewonnen, oder?“, frage ich, während unser Garten sich zusehends in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. „Geschenkt!“, lacht Maik, „Sünni, ich weiß doch so gut wie du, was alles in unserem Gemüsegarten und auf unserer Wiese wächst! Du warst jetzt bei 15. Soll ich weiterzählen? Behaartes Schaumkraut, Barabarakresse, Brennesseln, silberfarbene Taubnessel, Luftzwiebel. Ach ja, der Topinambur, von dem haben wir in diesem Wintern noch gar nichts geerntet. Kartoffeln sind auch noch im Boden, da können wir mal gucken, wie die inzwischen aussehen und“ „Reicht, reicht, ich seh schon, wir verhungern nicht!“, unterbreche ich, „Und morgen säen wir dann ja schon die neue Paprika aus.“

Nach der Ernte ist vor der Ernte und umgekehrt.

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Weiterlesen 15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 3

15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 2

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 2

Am Tag nach unserer ersten, recht erfolgreichen Gartenrunde zum Thema „Wetten, dass wir im Januar mindestens 15 Kräuter und Gemüse ernten können?“ tobt draußen ein Sturm. Die Bäume biegen sich, es gießt in Strömen. An Rausgehen ist gar nicht zu denken. Es ist schon fast Mittag und trotzdem so dunkel draußen, dass drinnen im Haus das Licht brennen muss.

Kräuter und Gemüse im Januar ernten

Kormin hat sich auf meiner blauen Yogamatte ausgestreckt und scheint in intensive Entspannungsübungen vertieft zu sein. „Hund, musst du nicht langsam mal vor die Tür?“, frage ich und stoße die Terrassentür auf. Der kalte Januarwind weht ins Zimmer und von der Markise über der Terrasse tropft das Wasser. Kormin erhebt sich zögerlich, streckt sich einmal ausgiebig und trottet zur offenen Tür. Er streckt die Nase nach draußen und bleibt zögernd stehen, bevor er einmal aufseufzt. Schließlich fasst er sich doch ein Herz und wagt sich hinaus in Regen und Sturm.  Einmal über die Terrasse bis ins Staudenbeet. Dort hebt er kurz sein Bein, blickt sich einmal um und kommt eilig  zurück ins Haus. Einmal geschüttelt und zurück auf die Yogamatte. „Hey, was ist mit Pfoten abtrocknen?“ Eine eher rhetorische Frage, auf die ich natürlich keine Antwort erhalte.  Sie kommt ohnehin zu spät. Der Boden ist ja schon nass und wahrscheinlich auch die Yogamatte. Toll, ich hol dann mal den Feudeleimer!

„Wetten, dass wir heute gar nichts ernten?“, höre ich eine Stimme neben mir. Schwang da etwa ein Hauch von Schadenfreude  mit? Langsam komme ich auch mal in diese düstere Januarstimmung: „Warte nur ab bis morgen!“ „Und was gibt’s zum Mittag?“ „Pfannkuchen mit Erdbeeren oder Quittengelee.“ Ha! Ich weiß mich zu wehren, Süßspeisen zum Mittag sind hier im Haus nämlich bei allen äußerst unbeliebt. „Hmpf.“ Genau die Antwort, die ich erwartet habe. Natürlich koche ich dann doch etwas anderes und der dunkle Tag ist zum Glück schnell vorbei.

Aufbruch zur Gemüseernte

Am nächsten Morgen hat der Sturm sich verzogen und auch der Regen hat nachgelassen. Zumindest gibt es mal das ein oder andere Päuschen zwischen den Schauern. „Zeit für Runde 2, Männer!“ Also wieder Jacke und Gummistiefel an, Mütze auf, Erntekörbchen geschnappt und raus in den Garten! Kormins Energie ist zurück und er wetzt seine üblichen Runden um den Walnussbaum, bevor wir uns auf den Weg Richtung Gemüsegarten machen. Ich bin gedanklich gut vorbereit und sicher, mindestens ein tolles Gemüse als Ass im Ärmel zu haben. Ich werde diese Januar Ernte-Wette schon noch gewinnen!

Wald weg nach dem Sturm

Heute nehmen wir den Weg durch unseren kleinen Wald, um mal zu sehen, ob der Sturm irgendwelche Bäume umgelegt hat. Das ist zum Glück nicht der Fall und kurz darauf stehen wir vor unserem kleinen Gewächshaus. Dort könnten jetzt prima Wintersalate wie Portulak, Endivie oder Feldsalat wachsen, tun sie in diesem Jahr aber leider nicht. Wegen der fehlenden Sonne im Spätsommer und Herbst haben die Tomaten und Paprika einfach zu lange zum Reifen gebraucht, so dass wir schließlich nicht mehr zur Aussaat der Wintersalate gekommen sind. Und die letzten Paprika konnten wir noch nicht einmal selber ernten. Das haben unsere Gartenfreunde, die Rehe, übernommen, die eines Nachts ins Gewächshaus eingebrochen sind und die kompletten Pflanzen vertilgt haben. Was lässt man auch die Tür halb aufstehen? Die Einladung  war ja quasi perfekt.

Kräuterbeet im Januar mit frischen Kräutern

Direkt neben dem Gewächshaus steht unser Kräuterhochbeet aus alten Ziegelsteinen. „Vier auf einen Streich! Guck mal: Salbei, Thymian, Rosmarin und Lauch-Sccheibenschötchen, alles schön grün und bereit zur Ernte.“ „Sehe ich, aber was willst du denn daraus zubereiten? Vielleicht eine eigenwillige Variation von Frankfurter grüner Soße?“ Gut, eine ganze Mahlzeit lässt sich aus diesen vier Kräutern wirklich nicht zubereiten, soviel bin ich ja bereit zuzugeben.

Aber meine vier Punkte für Kräuter, die man im Januar ernten kann, sollten doch wohl trotzdem zählen. Schließlich sind sie vielseitig verwendbar.

Ein paar Blätter vom  Lauch-Scheibenschötchen passen zum Beispiel toll zu jedem Salat oder Kräuterquark.

Lauchscheiben-Schötchen im Januar
Salbeiblätter, frische Kräuter im Januar

Ein Tee aus frischen Salbeiblättern ist äußerst wohltuend, wenn es im Winter mal im Hals kratzt, egal ob zum Trinken oder nur zum Gurgeln. Thymiantee hilft bei Husten und schmeckt außerdem auch noch richtig gut, vor allem mit ein bisschen Honig von unserem Imker. Rosmarinkartoffeln sind doch auch etwas Feines, und wenn man ihn mal ganz anders verwenden möchte, haben wir ja noch unser tolles Rezept für die Rosmarin-Honig-Taler.

Rosmarien, frisch Kräuter im Januar
Weihnachtsplätzchen mit Rosmarin, Honig und Salz

„Ja, die Rosmarin-Plätzchen sind wirklich super. Die machen wir nachher zum Kaffee, geht ja ganz schnell. Ich lass deine vier Kräuter mal unter Vorbehalt gelten. Wenn du dann noch was zum Mittag finden könntest? “ Ein paar Zweige Rosmarin landen wenigstens schon mal im Erntekörbchen. Nun bin ich bereit mein Ass auszuspielen, das Gemüse, das ich schon die ganze Zeit für heute im Kopf hatte. Aber Moment! „Wo ist denn der Hund?“ „Öhm, eben war er doch noch direkt hinter mir!“ Ja, das kann er – eben noch hier und eine Sekunde später spurlos verschwunden. Wir suchen den Gemüsegarten und die angrenzende Wiese mit den Augen ab. Kein Hund weit und breit. Wir rufen. Nichts! Auf einmal ist dann aus dem Wäldchen hinter uns ein Rascheln zu vernehmen und eine matschverschmierte Nase taucht aus dem Gebüsch auf. Kormin unterbricht seine offenbar hochinteressanten Erdarbeiten und blickt uns fragend an, als wolle er wissen, wozu wir ihn denn bitteschön stören, wenn wir eh nichts Spannendes machen, sondern nur vor dem Kräuterbeet herumstehen. „Na komm, Großer! Wir gehen weiter!“  Alles klar, wo es Action gibt, ist auch Kormin wieder mit dabei, vorn die Matschnase, hinten der wedelnde Schwanz.

Hund, der auf der Wiese buddelt

„Wohin jetzt?“ „Runter auf die Wiese!“ Dahin, wo mein ultimatives Wintergemüse im Beet hinter dem Wall mit den Wildrosen auf uns wartet! Wir stapfen in unseren Gummistiefeln durch das hohe Gras und stehen schließlich vor dem, was mal ein neuangelegtes  Beet gewesen sei mag. Die Wiese hat sich über den Herbst und Winter schon so einige Teile zurückerobert. Gras, Spitzwegerich, Ampfer, Löwenzahn – alles wieder da! Gar nicht so einfach, aus einer Fettwiese einen Gemüsegarten zu machen, wenn im Boden Wurzeln und Samen für unendlich viele neue Generationen von wüchsigen Beikräutern schlummern. Irgendwo dazwischen muss doch mein gesuchtes Gemüse stehen. Maik blickt ein wenig ungeduldig auf die Fläche vor sich und schwenkt dabei den Erntekorb in seiner Hand. „Nun? Wobei, mir schwant da schon was!“

Rosenkohl Stengel auf der Wiese

Allerdings, mir jetzt auch! Mehr noch, ich sehe es. Da aus den Grasbüscheln ragen ein paar dicke, grüne Stängel empor. Dicke, grüne, leere Stängel, wohlgemerkt. Och nö! Mein Ass im Ärmel, mein Top-Wintergemüse, das ich so fest eingeplant hatte, mein winterharter Rosenkohl, weg! „Sprich es gar nicht erst aus!“, drohe ich. Die Hufspuren in der nassen Erde zwischen den Grassoden verraten ohnehin, wer die Rosenkohlräuber waren. „Rehbraten!“, brummelt Maik mehr an sich selbst denn an mich gerichtet. Zum Glück sind die Tiere längst wieder über alle Berge, denn Rehkeule mit Rosmarin-Kartoffeln würde sicher so manch einer als durchaus luxuriöses Mittagsessen an einem gewöhnlichen Werktag empfinden. Aber wirklich ernst gemeint hat Maik seine Drohung bestimmt nicht und zudem ist er, abgesehen von seinem Körbchen, unbewaffnet.

Doch was nun tun, der Gewinn meiner Wette steht auf dem Spiel und ich muss dringend Erfolge bei meiner Januar-Ernte vorweisen. Fieberhaft denke ich über eine Alternative zum Rosenkohl nach, während ich noch über die verwilderte Beetfläche vor mir starre. Moment mal!

Rosenkohlröschen

Da, genau da, hinter dem schon ziemlich hochgewachsenen großen Ampfer sehe ich doch ein paar dicke grüne Kugeln! Zumindest eine Stange Rosenkohl ist anscheinend doch von den Rehen verschont geblieben. Sie ist zwar nicht so hoch wie die anderen, aber eine recht ansehnliche Zahl von Rosenkohlröschen ist dennoch daran. Schnellen Schrittes eile ich darauf zu. Warum eigentlich? Es ist ja nicht so, dass in diesem Moment ein Reh um die Ecke kommen und sie mir vor der Nase wegschnappen könnte. Triumphierend drehe ich mich zu Maik um, der mir bereits breit grinsend das Taschenmesser entgegenstreckt, das er aus den Tiefen der unzähligen Taschen seiner von ihm geliebten und von mir gehassten Fliegerjacke hervorgezogen hat.  Ich schneide die Rosenkohlstange ab und klemme sie mir unter den Arm, ins Erntekörbchen passt sie ja nicht hinein.

„Mit Pellkartoffeln und Sauce Hollandaise?“, fragt Maik. Gebongt! Ein absolutes Winter-Lieblingsessen bei uns. Kartoffeln haben wir noch reichlich im Vorratsraum, ein paar wenige Eier sind auch da, obwohl die Hühner gerade schlecht legen, und Butter sollte auch noch im Kühlschrank sein. Die Mittagsmahlzeit ist also gerettet. „Zählen denn meine vier Kräuter und Gemüse nun?“, versichere ich mich vorsichtshalber noch, bevor wir uns auf den Rückweg zum Haus machen. „Ja, ist schon in Ordnung. Aber nun komm, das fängt bestimmt gleich wieder an zu regnen! Und tatsächlich, eine große schwarze Wolke über uns lässt bereits die ersten Tropfen fallen und ständig werden es mehr. Als wir schließlich an der Tür ankommen, steht der Hund bereits ungeduldig auf Einlass wartend davor. Regen kann er eben einfach nicht ausstehen, Wasser im Allgemeinen nicht, es sei denn, er will es trinken.

Drinnen in der Küche ist der Rosenkohl schnell geputzt, die Kartoffeln abgewaschen und beides auf dem Herd zum Kochen gebracht, der Rosenkohl in gesalzenem Wasser. Wenn er gar ist, reibe ich noch etwas Muskat darüber, aber erst nachdem ich ein paar Röschen beiseite gestellt habe. Außer uns gibt es hier nämlich noch jemanden, der Rosenkohl liebt – nämlich den Hund. Was das angeht, ist er inzwischen schon zu einem richtigen Dithmarscher geworden, für den Kohl ein Grundnahrungsmittel ist. Der Rosenkohl ist und bleibt dabei immer seine erste Wahl, also soll Kormin auch seinen Anteil an der kleinen Ernte von heute bekommen.

Kurz bevor das Gemüse gar ist, mixen wir noch flux die Soße zusammen. Gut, so eine richtig klassische Sauce Hollandaise ist es im Grunde nicht, was wir da kochen, aber diese Variante geht schnell und ist dabei wesentlich gelingsicherer als ihr Vorbild. Nennen wir sie vielleicht  „Flotte Soße nach Holländer Art“ oder so.

Während wir dann am Esstisch sitzen und uns unseren Rosenkohl schmecken lassen, liegt der Hund schwer seufzend unter Maiks Stuhl und blickt von Zeit zu Zeit mit einem flehenden Blick auf, der auf einen nahen Hungertod schließen lässt. „Ja, du bekommst ja deinen Rosenkohl noch. Aber erst, wenn wir aufgegessen haben!“ Wir mögen ja in mancherlei Hinsicht ziemlich nachlässig in der Hundeerziehung sein, aber am Tisch betteln darf er dann doch nicht.

„Nur noch fünf, dann hab ich gewonnen!“, bemerke ich nebenbei in unserem angeregten Tischgespräch. „Ich bin mal gespannt, was du morgen überhaupt noch ernten willst. Das war ja heute schon eine ziemlich schwere Geburt.“ „Wetten, dass ich was finde?“ Ich versuche, meiner Stimme einen optimistischen, entschlossenen Klang zu verleihen. Dabei bin ich mir grad gar nicht so sicher, ob ich außer einem Wildkräutersalat noch etwas Essbares im Garten auftreiben kann. Aber, kommt Zeit, kommt Rat. Warten wir also den nächsten Tag ab.

Hund frisst Rosenkohl von der Gabel

Nach dem Essen kommt endlich Kormins Moment. Bis auf die fünf Röschen ohne Muskat, die noch auf der kleinen blauen Untertasse neben dem Herd liegen, ist der Rosenkohl verputzt. Die hole ich nun und knie mich neben den Hund auf den Boden.

 Sofort sitzt er kerzengerade wie ein Soldat vor mir und der Speichel tropft bereits aus seinem Maul auf den Boden. Gut, dann eben später nochmal feudeln, ein Glück, dass wir nirgends Teppichboden verlegt haben. Er verfolgt genau, wie ich das erste Röschen mit der Gabel aufpike und schaut mich fragend an. Auf’s „Okay“ zieht er den Rosenkohl mit spitzen Zähnen vorsichtig von der Gabel und legt sich hin, um ihn kurz zu kauen und herunterzuschlucken, bevor er wieder sitzt und auf den nächsten wartet. Unsere Januar-Ernte schmeckt ihm offenbar ausgezeichnet und nach wenigen Minuten hat er auch seine fünf Röschen vertilgt. „Mehr gibt’s nicht!“, sage ich, als er mich fragend anguckt, „Der Teller ist leer.“ „Das Körbchen auch.“, denke ich noch so bei mir. Ach nein, da ist ja noch der Rosmarin! Beim Plätzchenbacken kann ich ja schon mal überlegen, wie ich morgen die 15 Kräuter und Gemüse vollmachen kann, die wir im Januar ernten können. Ich schaff das schon. Wetten, dass?

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Auch Hunger auf frisches Gartengemüse, aber dir fehlt noch ein schmuckes Erntekörbchen? Vielleicht wäre ja so ein Weidenkorb das Richtige für dich.

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Weiterlesen 15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten, dass? Runde 2

15 Kräuter und Gemüse, die wir im Januar ernten können – Wetten dass?

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15 Kräuter und Gemüse,
die wir im Januar ernten können – Wetten dass?

„Wann ist der Januar nur endlich vorbei? Bald ist nicht mal mehr Gemüse im Gefrierschrank. Ich möchte endlich wieder raus können in den Garten zum Ernten!“ „Kannst du doch!“ „Ach, so ein Quatsch, es ist Januar!“ „Wollen wir wetten? Ich bin sicher, dass wir mindestens 15 Kräuter und Gemüse finden, die wir jetzt noch ernten können.“ „Da bin ich ja mal gespannt, was das sein soll!“ „Na, dann komm! Gummistiefel und Jacke an, Mütze auf und ab in den Garten. Und vergiss das Erntekörbchen nicht!“

Gemüse ernten im Winter

Ach, dieser Januar, der lange Monat mit den kurzen, dunklen Tagen, der hier bei uns im Norden meist Regen und Matsch bringt! So richtig Winter haben wir fast nie mehr. Von Spaziergängen durch     eine malerische Schneelandschaft bei klarem Frost und Sonnenschein können wir nur träumen. Und der Frühling scheint noch so weit weg zu sein. Es vergehen noch Wochen, bis im Garten das erste Gemüse ausgesät werden kann und bis zur ersten Ernte noch mal doppelt so viele. Da kann dich schon mal der Winterblues packen. Trotzen wir dem einfach und schauen nach, ob sich in unserem Garten wirklich 15 oder gar noch mehr erntebereite Kräuter- und Gemüsesorten finden lassen. So eine Gartenrunde könnte doch die trübe Stimmung heben und ein schönes Essen hinterher noch umso mehr. Also auf geht’s, die Wette gilt!

Wer wird die Nummer 1 der Kräuter und Gemüse?

Wir stiefeln also los. Kormin ist, wie immer, wenn es nach draußen geht, bester Laune und sprintet erst mal begeistert drei Runden um den Walnussbaum. Nüsse liegen dort schon lange keine mehr. Alle, die beim Sammeln im Herbst übersehen wurden, haben inzwischen natürlich die Eichhörnchen verputzt oder an anderer Stelle sicher versteckt. Aber hinter dem Walnussbaum am Teich stehen ja die beiden Kübel mit unseren jungen Lorbeerpflanzen.

Lorbeerstrauch Kräuter im Garten

„Das wäre dann schon mal Nummer eins! Frische, grüne Lorbeerblätter! Die kann man auch jetzt im Januar ernten!“ „Zum Sattwerden ist das aber nun wirklich nichts.“ „Mag ja sein, aber gut zu wissen, wenn wir mal wieder Rotkohl oder Tomatensoße kochen. Da kommen ein paar Lorbeerblätter doch gerade recht.“ „Schon richtig, aber nun mach mal weiter mit deiner Suche! Vom Rumstehen bekomme ich kalte Füße.“

Was hat der Gemüsegarten im Januar zu bieten?

Kormin stürmt voran, wir folgen ihm Richtung Gemüsegarten. Mal sehen, was sich dort so alles finden lässt. Gleich am ersten Beet stehen wir vor unserem ewigen Kohl, in den ich insgeheim schon einige Hoffnung gesetzt hatte. Diese tolle, ausdauernde Pflanze lässt sich eigentlich rund ums Jahr beernten. Selbst Eis und Schnee können dem ewigen Kohl nichts anhaben und die kleinen jungen Blätter schmecken auch im Winter ganz hervorragend. Offenbar wissen das außer uns auch noch andere Gartenbesucher. Vor ein paar Tagen war der riesige Kohlbusch noch üppig grün gewesen, nun starren wir abwechselnd auf die kahlen Stängel und das leere Erntekörbchen. „Da müssen die Rehe aber hungrig gewesen sein. Pech für uns!“ „Ach, komm, ein paar Blättchen können wir schon noch pflücken und der Kohl treibt im Nu wieder aus. Alles halb so wild!“ Gesagt getan, ein paar Händevoll Kohl landen im Korb. Ich zähle mit. Das war die Nummer zwei der Kräuter und Gemüse, die sich im Januar ernten lassen.

Ewiger Kohl im Januar
Ewiger Kohl, tolles Gemüse auch im Winter

Mehr zum ewigen Kohl findest du hier: Der ewige Kohl- Einmal pflanzen, ewig ernten

Nummer drei findet sich gleich nebenan. „Gut, dass die Rehe nicht nach Essbarem graben. Es sind noch Möhren da!“ „Und sogar frisches Möhrengrün!“ Die Stimmung scheint also doch langsam besser zu werden. Während Kormin aufgeregt schnüffelnd neben dem Beet einer Wühlmaus nachgräbt, buddeln wir ein paar der Karotten aus, die samt Grün im Körbchen landen. Eigentlich könnte man die Möhren doch doppelt zählen, einmal die Wurzel und einmal das schöne Würzkraut, aber ich will mal nicht so sein. Es lohnt sich in jedem Fall, immer ein paar Möhren über den Winter stehen zu lassen. Die, die nicht mehr geerntet werden, gehen dann im neuen Jahr in Blüte. Die auffälligen grün-weißen Blüten sind nicht nur hübsch, sondern auch bei verschiedenen Insekten sehr beliebt. Und kurz nach der Blüte ist dann auch schon das frische Saatgut für die nächste Möhrengeneration reif.

Möhren, im Winter Gemüse ernten
Möhrenblüte

Aber weiter geht die Suche. „Der Gemüsegarten sieht ja irgendwie richtig schön grün aus, obwohl Januar ist!“ „Ja, nur blöd, dass das alles nur Gras ist. Können die Rehe das nicht mal abfressen? Krass, wie das Unkraut im Winter wächst. Das wird viel Arbeit im Frühling, das alles wieder frei zu bekommen.“ Oh nein, droht etwa ein erneutes Stimmungstief? Ich blicke mich hektisch um. Da ist doch was zwischen all dem Unkraut. Juchu, der Porree! Nummer vier ist gefunden und eine Stange kommt sogleich zu Kohl und Karotten in unseren Korb. „So langsam kommt ja doch ein bisschen was zusammen! Das könnte eine schöne Gemüsepfanne geben.“ Kommt da allmählich so etwas wie Aktionismus auf? Gut, dass wir eine winterharte Sorte angebaut haben, die sich bis ins Frühjahr hinein ernten lässt.

porree, ein Gemüse auch im Winter

„Ich guck mal, wie es um unseren Mangold steht!“ So habe ich mir das doch gewünscht. Kormin merkt auch, dass etwas Spannendes in Gange ist und folgt uns schwanzwedelnd zum anderen Ende des Gemüsegartens. Hoffentlich lässt der „glatte Silber“, wie unsere Sorte heißt, mich jetzt nicht im Stich. Nun ja, die Blättchen sind zwar klein, aber als Zutat für eine Gemüsepfanne reicht es schon. Gemüse Nummer fünf wandert also mit in das inzwischen gut gefüllte Erntekörbchen.

Mangold im Winter

Aus dem winterlichen Garten in die warme Küche

Der kalte Wind weht mir von Nordwesten ins Gesicht: „So langsam wird’s aber doch kalt, oder?“ „Ich hab inzwischen richtig Hunger!“ „Okay, noch eine Runde über die Wiese und dann ab ins Warme?“ „Gute Idee, dann können wir auch noch ein bisschen Löwenzahn für die Hühner pflücken!“  Stimmt, den gibt es ja jetzt im Winter auch. Aber nur für die Hühner? Eigentlich wäre das ja schon Wild(-gemüse) Nummer sechs für die Januarernte gewesen. Aber heute gibt es ja offenbar Gemüsepfanne und keinen Salat, also merke ich mir den Löwenzahn vorsichtshalber für den Fall, dass ich die 15-Sorten-Wette am Ende zu verlieren drohe.

Kormin findet die Idee mit der Wiese auch super und prescht schon mal vor, während wir noch hier uns da stehenbleiben und uns wundern, dass zum Beispiel vereinzelte Himbeeren blühen und die Salweiden schon große Knospen haben. Auf dem Rückweg zum Haus bekommen die Hühner ihren Löwenzahn, dazu noch ein bisschen Vogelmiere und behaartes Schaumkraut. Die letzteren beiden hätten wir uns für einen schönen Januarsalat auch mit ins Haus nehmen können. Sieben, acht, zähle ich im Kopf mit. Nur für den Fall, du weiß schon…

Hund auf dem Sofa

Drinnen im warmen Haus legt Kormin sich erst mal auf die Couch. So eine Gartenrunde ist ja immer aufregend und anstrengend und naja, Gemüsepfannen interessieren ihn auch nicht wirklich. Karotten kann er sogar überhaupt nicht ausstehen, egal mit wie viel Liebe sie gekocht sind. Mit einer Ausnahme – wenn sie als Morosche Möhrensuppe daherkommen, dann, ja dann findet er sie köstlich. Wahrscheinlich, weil sie nach dem stundenlangen Kochen nicht mehr als Karotten zu erkennen sind.

Wie du eine Morosche Möhrensuppe selber machen kannst, das zeigen wir dir in unserem
Rezept für Morosche Möhrensuppe

Soviel Zeit wollen wir jetzt aber nicht in der Küche verbringen. Flux das frisch geerntete Januargemüse gewaschen und geputzt, eine Zwiebel und ein bisschen Knoblauch aus dem Vorratsraum geholt, ein paar Zuckerschoten finden sich noch im Froster. Nötig gewesen wären sie ja nicht, aber hey, sie sind einfach super lecker!  Alles mit ein bisschen Öl ab in den gusseisernen Wok. Daneben eine Tasse Reis gekocht und das Gemüse am Ende mit Sojasoße, ein bisschen Salz und Pfeffer gewürzt. Fertig! Das Januaressen (fast) aus eigener Ernte. Wieder durchgewärmt und gut gelaunt sitzen wir am Esstisch, der Hund beobachtet uns eher gelangweilt vom Sofa aus. „Echt lecker! Suchen wir morgen weiter?“ „Klaro, wenn es nicht gerade in Strömen regnet!“ „Na, dann hoffe ich, du hast noch was in petto!“ „Wetten dass?“

Den nächsten Rundgang findest du  << hier >>

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Du hast noch keinen gusseisernen Wog? Wir waren diese billigen künstlich beschichteten Pfannen irgendwann leid. Ein guter Wok hat eine strapazierfähige Oberfläche, die ein Leben lang hält. Er hat eine wunderbare Wärmeleitung und man kann ihn auf jeder Art von Herd benutzen. Eine nachhaltige Anschaffung, mit der das Kochen wirklich Freude macht.

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Neue Hühnergeschichte: Alle Jahre wieder! Zucchinischwemme

  • Beitrags-Kategorie:Blattgeflüster

Neue Hühnergeschichte: Alle Jahre wieder! Zucchinischwemme

Was hat die Zucchinischwemme mit unseren Hühnern zu tun? Das verraten wir dir in einer  kleinen, neuen Hühnergeschichte zu Weihnachten. Direkt weihnachtlich ist sie nicht, auch wenn das Wort „Weihnachten“ einmal darin vorkommt. Aber wie Weihnachten wiederholt sich diese Geschichte in jedem Jahr, genauso oder zumindest so ähnlich. Viel Spaß beim Lesen!

große Zucchinischwemme im Herbst
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Alle Jahre wieder! Die Zucchinischwemme und die Hühner

  • Beitrags-Kategorie:Hühner

Alle Jahre wieder!
Die Zucchinischwemme und die Hühner

Wenn du Hühner hast, brauchst du  keine Angst vor der gefürchteten jährlichen Zucchinischwemme zu haben! Zumindest unsere Hennen machen sich mit großem Enthusiasmus über jeden Zucchino her. Ein Zucchini-Split zum Aushöhlen ist einer ihrer liebsten Snacks im Spätsommer und im Herbst. Leider vergessen wir das zwischenzeitlich immer wieder. Aber die Geschichte muss der Reihe nach erzählt werden. Denn sie wiederholt sich jedes Jahr. Immer. Alle Jahre wieder.

große Zucchinischwemme im Herbst

Zucchini aus dem Garten
– erst Vorfreude, dann Genuss und schließlich Resignation

Anzucht von Zucchinipflanzen im FrühjahrWenn du Zucchini in deinem Garten anbaust, kennst du das sicher auch: Im Vorfrühling steckst du die Zucchinisamen zum Vorziehen in ihre Töpfchen und  wartest dann ungeduldig darauf, dass sie zu keimen beginnen.  „Noch so lange bis sie in den Garten ausziehen können und noch viel länger bis zur ersten Ernte!“

Mit der Zucchiniblüte im Frühling steigt dann die Vorfreude auf die ersten zarten Früchte. „Ach, das wird wunderbar – die erste vernasche ich direkt im Gemüsebeet! Hoffentlich ist es bald soweit!“

Und irgendwann kannst du tatsächlich die ersten Zucchini ernten. Klar, ein bisschen größer hätten sie schon noch werden dürfen, aber noch länger kannst  du einfach nicht warten. „Was machen wir nun daraus?“ So eine schwere Entscheidung, schließlich haben wir ja all die leckeren Zucchinigerichte das ganze Jahr noch nicht gegessen. Selbst die eingefrorenen Puffer aus dem letzten Sommer waren ja schon vor Weihnachten  aufgefuttert. „Vielleicht machen wir einfach einen schönen Salat oder braten sie ein bisschen in der Pfanne an?“ Ganz egal! Lecker sind sie in jedem Fall, die ersten  kleinen, zarten Zucchini. Ernte einer kleinen ZucchiniDie Hühner beobachten neugierig, wie wir mit unserer bescheidenen Ernte aus dem Gemüsegarten kommen. „Nee, das ist nicht für euch! Haltet euch gefälligst an den Löwenzahn und die Vogelmiere. Davon ist mehr als genug da!“
Die Nachbarin fragt vorsichtig an: „Habt ihr denn schon wieder Zucchini?“ „Ja, aber noch ganz wenig. Vielleicht kannst du nächste Woche mal eine bekommen!“

Und tatsächlich! Ein paar Tage später fällt die Zucchiniernte schon größer aus. Nun geht’s in der Küche los. Zucchini in allen Varianten – Puffer, Suppe, Wokgericht, süß und sauer eingelegt, Salate, gefüllte Zucchini – alles wunderbar. Und schweren Herzens geben wir der erfreuten Nachbarin auch noch ein paar ab. „Aber nicht gerade von den gelben! Die sind dieses Jahr ganz besonders lecker!“ „Und schließlich wollten wir doch auch noch ein paar Vorräte anlegen und Zucchini kann man ja nie genug haben.“

Eine herrliche Zeit – Sommer, Sonne und Zucchini! Aber im Gemüsegarten ist ja nun auch vieles andere erntereif. So kommt dann auch mal ein paar Tage lang wieder etwas anderes auf den Tisch und die Zucchini werden erstmal vergessen.

Große dicht gewachsene Zucchinipflanze

Zwei Tage später dann mal wieder ein Blick auf die Zucchinipflanzen. Das Blattwerk ist so dicht, dass man gar keine Früchte mehr sieht. Schauen wir doch mal genauer hin… Und sofort ist klar: Sie ist da! Die gefürchtete Zucchinischwemme! Wo neulich noch die kleinen, zarten Früchte hingen, liegen nun dutzende Riesenzucchini schwer auf dem Boden. Manche einen halben Meter lang und dicker als ein Oberschenkel. Zu Hilfe! Der Platz im Gefrierschrank ist schon knapp geworden, eingekocht haben wir auch mehr als genug. „Noch mal Zucchinieintopf?“ „Hm… frag doch sonst noch mal die Nachbarn, ob sie welche möchten!“

Ernte von riesigen ZucchiniDie Nachbarn haben von anderen Nachbarn schon zu oft Zucchini bekommen und wollen absolut keine mehr. Eine Nachbarin verdreht bei dem Wort „Zucchini“ gar merklich die Augen. Nur die Schwägerin lässt sich noch erweichen: „Also, eine würde ich nehmen. Da schnitz ich dann ein Zucchinimonster draus, so als Deko vor der Haustür!“ Gut, nicht ganz unsere Vorstellung vom Umgang mit Lebensmitteln – aber im Garten verrotten lassen möchten wir unsere Ernte ja auch nicht.

Im örtlichen Supermarkt ist derweil der Kilopreis der Zucchini, der im Winter noch bei stattlichen 6,99 Euro lag, auf 1,29 Euro gefallen.

Zwischendurch ruft die Mama an: „Mein Nachbar hat mir so eine Riesenzucchini vor die Tür gelegt. Die bekomme ich ja niemals alleine auf. Wollt ihr die Hälfte abhaben?“ „Ja,.. also nein danke!“ „Aber ich kann doch kein Essen auf den Müll werfen!“ „Na gut, wir nehmen sie ja!“

zu viele Zucchini geerntetWohin nur mit all den Riesendingern? Und es kommen immer noch mehr. „Nächstes Jahr brauchen wir nicht wieder zehn Zucchinipflanzen!“ „Stimmt, eine grüne, eine gestreifte und eine gelbe reichen dicke aus!“ „Dann lassen wir von jeder Sorte eine für das Saatgut dran.“  „Und all die anderen?“ „Auf jeden Fall erst mal abernten!“
Nach fünf Minuten ist die Schubkarre voll. Zucchinischwemme! „Wir können sie ja erstmal in den Carport stellen!“ „Und dann da einfach vergessen?“  Resignation!

Rettung aus der Zucchinischwemme – die Hühner lieben sie!

Auf dem Weg vom Gemüsegarten zum Haus kommen wir etwas verstimmt am Hühnerauslauf vorbei. Sofort ändert sich die Laune, denn unsere zehn Hennen kommen wie immer sofort angelaufen, um zu schauen, was wir gerade treiben und ob wir vielleicht etwas Leckeres mitgebracht haben. Sie drängeln sich am Tor und begrüßen uns aufgeregt gackernd. Fienchen springt auf eine erhöhte Sitzstange und verlangt lautstark nach Mehlwürmern. Ganz sicher! Sie hat eine laute, heisere Stimme und was sie ruft ist eindeutig: „Maik! Mehlwürmeeeer!“ Das klingt so lustig, da kann ja kein Mensch mehr schlechter Stimmung sein.

Maik hat aber heute leider keine Mehlwürmer dabei. Alles, was wir haben, ist eine Schubkarre voller Zucchini. Und Maik hat ein großes Messer. Damit zerteilt er eine der großen Zucchini, was gar nicht so leicht ist, da die Schale sehr dick und ziemlich hart ist. „Mal sehen, ob die Mädels Zucchini-Split mögen.“

Huhn springt in den FuttereimerNoch bevor die Zucchinihälften auf dem  Boden im Hühnergehege liegen, ist Fienchen auf Maiks Arm gesprungen und versucht den ersten Bissen zu ergattern. Das macht sie fast immer so. Morgens fliegt sie auch gern mal in den Futtereimer, um vor allen anderen an ihr Frühstück zu kommen. Early versucht auch noch auf Maiks Arm zu landen, verfehlt ihn aber knapp.

Schließlich schafft er es, sich auch von Fienchen zu befreien und kann die Zucchinihälften auslegen. Sofort stürzen sich unsere Hennen auf die weichen Kerne. Wer kann, schnappt sich einen und flüchtet damit an einen geschützten Platz, damit bloß niemand anders den Leckerbissen wegschnappen kann. Nur Eule zögert noch ein bisschen und wartet wohl ab, wie sich die Dinge entwickeln.

Die Kerne sind nach wenigen Minuten vertilgt. Nun geht es an das Fruchtfleisch. Eng gedrängt wird gepickt, was das Zeug hält und im Nu sind die beiden Zucchinihälften komplett ausgehöhlt. Nur die harte Schale ist übrig.   Viel dran ist nicht an so einem Ding, wenn sich zehn Hennen darüber hermachen. Die Schalen werden noch ein bisschen mit den Schnäbeln durch das Gehege gekickt, dann ist der Spaß vorbei und die Hühner wenden sich wieder anderen Dingen zu. Aber für eine Weile waren die Zucchini eine spannende Hühnerbeschäftigung.

Hühner fressen eine große Zucchini

„Das machen wir demnächst nochmal.“ „Ja, die Zucchini halten sich ja zum Glück auch eine ganze Weile.“ „Man gut, dass wir so viele haben.“ „Ja, die bauen wir nächstes Jahr wieder reichlich an!“ „Genau! Was die anderen bloß immer mit dieser ‚Zucchinischwemme‘ haben!“ „Zucchinischwemme? Papperlapapp!“

Zufrieden schieben wir unsere Schubkarre mit den kostbaren Riesenzucchini in den Carport und machen Feierabend.

Bis in den Herbst gibt es nun Zucchini-Split zur Hühnerbespaßung. Manchmal auch gefüllte Zucchini mit ein bisschen Quark darin. Oder, wenn Maik besonders spendabel ist, auch mit ein paar Mehlwürmern garniert.

Irgendwann ist auch die größte Ernte vertilgt. Dann kommt der Winter und Weihnachten und keiner denkt mehr an Zucchini, außer vielleicht, wenn es mal Zucchinipuffer aus dem Gefrierschrank gibt.

Und dann kommt Neujahr und langsam werden die ersten neuen Aussaaten für die Anzuchtstation geplant. „Wie viele von den Zucchini soll ich denn säen?“ „Och, mach mal nicht zu wenig. Zucchini hatten wir ja ewig nicht!“ „Hm, ich krieg grad voll Appetit auf diese leckere Zucchinipfanne, die du letztes Jahr gemacht hast.“ „Oh ja! Man, ist das noch lange hin, bis wir wieder welche ernten können.“ „Wie lange brauchen die nochmal zum Keinem? Los, wachst!“

Und damit hat die Geschichte wieder von vorn angefangen. Wie immer. Alle Jahre wieder.

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P.S. Falls du keine Hühner zum Verwerten deiner Zucchinischwemme hast, hier noch ein kleiner Tipp von uns. Wir lieben Zucchinispaghetti! Bei der Zubreitung haben wir uns ewig mit einem kleinen Hand- Spiralschneider abgemüht, bis wir uns endlich ein elektrisches Modell von WMF gegönnt haben. Damit ist die Herstellung von Gemüsenudeln super einfach und schnell. Es leistet uns seit Jahren gute Dienste.

Das neuste Modell des WMF Spiralschneiders kannst du <<hier kaufen>>

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Die Zuckererbse – Duett mit der Sonnenblume

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Die Zuckererbse – Duett mit der Sonnenblume

Für unsere Zuckererbsen haben wir einen ganz besonderen Beetnachbarn auserkoren, aber dazu gleich mehr. Zunächst ein paar allgemeine Dinge zu diesem tollen, leicht anzubauenden Gemüse.

Die Erbsen, die du im Supermarkt tiefgefroren oder auch in Dosen bekommst, sind die Markerbsen. Die getrockneten, die meist für Erbsensuppe verwendet werden, sind die Palerbsen. In die Frischgemüseabteilung schaffen es zumeist nur die Zuckererbsen, die man mitsamt der Schoten essen kann. Sie kommen dann als winziges Portiönchen, meist in Plastik eingeschweißt daher und sind vor allem eines, nämlich irrsinnig teuer. Eine Handvoll zu einem Wokgericht zu geben, ist schon fast als Luxus zu bezeichnen, dabei ist der Anbau im eigenen Garten kinderleicht und der Ertrag wirklich gut. Du kannst damit im Frühsommer richtig schlemmen und brauchst beim Anrichten des Abendessens nicht darauf zu achten, dass auch wirklich jeder wenigstens eine Zuckerschote auf seinem Teller findet.

Zuckererbsen kommen recht gut mit niedrigeren Temperaturen zurecht und vertragen sogar leichte Fröste. Daher können sie schon ab März ausgesät werden. Je wärmer das Frühjahr wird, desto schneller keimen und wachsen sie. Bis zur Ernte im Juni/ Juli benötigen sie dann nicht viel Pflege. Ein bisschen jäten, vielleicht etwas anhäufeln – fertig. Zuckererbsen wurzeln recht tief und brauchen daher nur bei extremer Trockenheit mal eine Extragabe Wasser. Kaltes, nasses Wetter mögen sie hingegen gar nicht, aber dagegen kann natürlich auch der engagierteste Gärtner rein gar nichts tun. Die meisten Sorten benötigen allerdings eine Rankhilfe, sonst legen sich die Pflanzen irgendwann auf die Seite und die Erbsenschoten, die am Boden liegen, können durch Nässe zu faulen beginnen. Anfangs haben wir für diesen Zweck  Verschiedenes ausprobiert – kleine, selbstgebaute Holzzäune, Gitter und Pfosten mit Kaninchendraht. Alles funktionierte einwandfrei, den Erbsen ist es sichtlich egal, woran sie sich mit ihren kleinen Greifärmchen festhalten können. Für uns hatte die Sache allerdings einen Haken. Für den Erbsenanbau wird eine ziemlich lange Pause empfohlen, die man zur Vermeidung des Schädlingsdrucks zwischen dem Aussäen der Erbsen auf der gleichen Fläche einhalten soll. Die Angaben schwanken zwischen drei und fünf Jahren, aber egal, es ist lang und bedeutet, dass die Rankhilfen jedes Jahr wieder an einen neuen Platz im Gemüsegarten umgesetzt werden müssen. Das muss doch auch einfacher gehen, dachten wir uns. Aber wie? Die Lösung lag dann in dem Eimer mit dem Vogelfutter: Versuchen wir es doch mal mit Sonnenblumen! Die wachsen schnell, werden groß und vielleicht können sich die Zuckererbsen ja mit ihnen anfreunden und an ihnen hochranken.

Gedacht, getan…und so wuchs schon bald zwischen zwei Reihen Zuckererbsen eine Reihe dicht gesäter Sonnenblumen.

Zunächst sah aus so aus, als würden die beiden im gleichem Tempo wachsen, aber nach einiger Zeit hatten die Sonnenblumen die Nase bereits weit vorn, respektive weit oben und die Erbsen hielten sich wie erhofft an ihren dicken Stängeln fest und standen gut und sicher da. Ab Juni konnten wir uns über eine reiche Ernte freuen. Etliche der knackigen, süßen Zuckerschoten wurden schon im Garten vernascht, aber eine ordentliche Menge hat es auch bis in die Küche geschafft. Für die Verarbeitung brauchen sie nur abgespült zu werden und die Mühe, eventuelle Fädchen oben und unten an den Schoten zu entfernen, sollte man sich unbedingt machen. Vielleicht kennst du das von Bohnen – Fäden im Mund stören wirklich enorm und mindern den Genuss erheblich.

Bei uns kamen die Zuckerschoten in vielen Varianten auf den Teller. Sie passen zu vielen anderen Gemüsesorten und Beilagen. Ob gedünstet, aus der Pfanne oder dem Wok – Hauptsache nur kurz gegart. Sie dürfen gerne grün und knackig bleiben. Zu lange Garzeiten machen sie matschig, gelblich und auch weniger süß. Bei den Zuckerschoten darf es in der Küche also auch mal schnell gehen.

Sie können sehr gut blanchiert und dann als Wintervorrat eingefroren werden.

Schauen wir nochmal zurück in den Gemüsegarten:

Im Juli begannen die Sonnenblumen zu blühen und wir konnten in der unteren Etage weiter Zuckerschoten ernten und uns über die Blütenpracht ein Stockwerk höher freuen.  Die Freude war eine doppelte, denn viele Insekten besuchten die Blüten, die aus unserem Vogelfutter hervorgegangen waren.

Das ist erschreckenderweise keine Selbstverständlichkeit mehr. Es sind tatsächlich Züchtungen von Sonnenblumen auf dem Markt, die weder Nektar noch Pollen beinhalten. Hübsch, aber komplett nutzlos für Insekten. In unserem Vogelfutter waren aber zum Glück richtige, unverfälschte Sonnenblumen. Was wir damals noch nicht wussten, ist, dass wir uns auch noch hätten glücklich schätzen sollen, dass aus den Sonnenblumenkernen überhaupt Pflanzen gewachsen sind. Falls du mal als Vogelfutter deklarierte Sonnenblumenkerne für eine Aussaat kaufen möchtest, lies dir in jedem Fall das Kleingedruckte auf der Tüte durch. Wir fanden später auf einer Packung im Laden den Hinweis: „Schonend behandelt, um unerwünschten Wildwuchs im Garten zu vermeiden.“ Worin diese „Behandlung“ besteht, vermögen wir nicht zu sagen, aber anscheinend muss es wohl Menschen geben, die im Winter die Vögel füttern und dann im Frühling entsetzt aufschreien, weil einer Meise ein Sonnenblumenkern aus dem Schnabel gefallen ist und einfach irgendwo im Garten eine Blume aufgeht. Das ist ja quasi Anarchie! Vielleicht hat die Meise das am Ende mit Absicht gemacht und vorausschauend schon mal an das Vogelfutter für das nächste Jahr gedacht.

So war auch unser Plan, hatten wir nun doch eine keimfähige Sonnenblumensorte mit Nektar und Pollen. Also werden die Blütenstände mit den Kernen geerntet und wir haben gleich Vogelfutter für den Winter und Saatgut, um unser erfolgreiches Duo Zuckerbse-Sonnenblume im nächsten Jahr wieder anbauen zu können. Das Saatgut der Erbsen durfte an den Pflanzen ausreifen und als die Schoten ganz trocken und brüchig geworden waren, konnten wir es ernten. Bei den Sonnenblumen sah das etwas anders aus. Die Vögel wollten nämlich nicht bis zum Winter warten. Vor allem ganze Scharen von Tannenmeisen begannen sich auf die noch nicht mal ganz ausgereiften Kerne zu stürzen. Da mussten wir richtig schnell sein, um wenigstens noch ein bisschen Saatgut abzubekommen. Mit dem Winterfutter wurde es nichts. Im Nullkommanichts waren alle Blütenstände leergepickt.

Trotzdem, wir waren begeistert von unserer neuen Art des Erbsenanbaus und haben im darauffolgenden Jahr gleich mal zwei solcher Zuckererbsen-Sonnenblumenbeete angelegt. Da zeigte sich allerdings, dass unsere Anbaumethode doch einen gewaltigen Haken haben kann, nämlich den: unsere Rankhilfen sind essbar!

Zunächst lief alles nach Plan, die Erbsen und Sonnenblumen gingen auf und wuchsen einträchtig zu etwa zehn Zentimeter hohen, gesunden Pflanzen heran, bis eines nachts ein oder mehrere hungrige Gartenmitbewohner die Sonnenblumen in einem der Beete entdeckten. Am Morgen waren restlos alle Sonnenblumen weg, bis auf die kahlen Stängelchen, an denen die Veranstalter des nächtlichen Fressgelages ihre schleimigen Spuren hinterlassen hatten. Den Schnecken haben die Sonnenblumen offenbar extrem gut geschmeckt, nicht eine einzige Erbsenpflanze war angeknabbert, aber insgesamt über 30 Meter Sonnenblumen komplett vertilgt. Autsch, das schmerzte das Gärtnerherz dann schon. Zum Glück waren noch Sonnenblumenkerne da und wir wagten den Versuch einer erneuten Aussaat. Das Wetter war recht trocken und vielleicht könnten die Sonnenblumen es ja noch schaffen, die Erbsen wieder einzuholen. Und tatsächlich, der zweite Versuch glückte dann, die Schnecken ließen sich nicht wieder blicken und alles lief wie am Schnürchen. Nun konnte doch nichts mehr schiefgehen.

Denkste. Als die Sonnenblumen schon eine recht stattliche Höhe von etwa 50 Zentimetern erreicht hatten, kamen die nächsten hungrigen Tiere. Auch wieder des Nachts und mit einem gewaltigen Appetit auf Sonnenblumen. Am Morgen danach waren von den Sonnenblumen nur noch die Stängel und ein paar wenige Blätter übrig, aber keine der kleinen, geschlossenen Blütenknospen hatte die Nacht überlebt. Die Hufspuren in der Erde verrieten, wer für diese Massenköpfung verantwortlich war. Auch Rehe finden neben jungen Obstbäumen und allen Arten von Kohl die Sonnenblumen offenbar unwiderstehlich.

So mussten die Erbsen in diesem Beet dann ohne Rankhilfe zurechtkommen, für eine dritte Aussaat von Sonnenblumen war es einfach viel zu spät und für den Bau einer anderen Stütze hatten wir schlichtweg keine Zeit mehr. Es ging auch so. Die Ernte war zwar etwas mühsam, weil wir die Pflanzen immer vorsichtig, ohne sie auszureißen oder abzuknicken, anheben mussten, um die Schoten überhaupt zu finden und der Ertrag war auch nicht ganz so üppig, aber immerhin. Wir hatten ja auch noch das zweite Beet, das zum Glück verschont worden war, so dass einer dritten Auflage des Duos Zuckerbse-Sonnenblume im Jahr darauf nichts im Wege stand.

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