Oca- Anbau, Ernte und Verwendung in der Küche

Lohnt es sich, Ocaknollen anzubauen? Und wie schmeckt Oca überhaupt?

Immer wenn wir überlegen, eine neue Kultur in seinem Gemüsegarten auszuprobieren, stellen sich uns zwei Fragen: „Lohnt sich das?“ und „Mögen wir das überhaupt?“ Wenn man allerdings eine Gemüsesorte noch nie angebaut oder selbst probiert hat, ist beides schwer zu beantworten. Dann wird das erste Jahr am Ende doch ein spannendes Experiment mit ungewissem Ausgang. So erging es uns auch bei der Oca. Die fanden wir irgendwie spannend, hatten aber keinerlei Erfahrung mit  Anbau, Ernte und ihrer Verwendung in der Küche. Also haben wir die Knollen einfach gesetzt und das ganze Jahr über beobachtet, wie sich die Pflanzen entwickelt haben, bevor wir dann im Dezember endlich unsere Knollen ernten und probieren konnten. So fand sich die Antwort auf unsere beiden Fragen erst am Ende des ersten Jahres. Und sie lautete „Ja!“, richtig inbrünstig „Ja!“

Oca Knollen der Andenkartoffel

Ja, sie lohnt sich und ja wir mögen sie, sehr sogar. Die Oca (Oxalis tuberosa), manchmal auch Oka geschrieben, zum Teil auch Knolliger Sauerklee oder Andenkartoffel genannt, ist ein Gewächs, das aus Südamerika zu uns gekommen ist. Dort steht die Oca schon seit ewigen Zeiten auf dem Speiseplan, wohingegen sie in Europa vielerorts noch fast ein Exot unter den Gemüsepflanzen ist. Dabei gedeiht sie in unseren Breiten wirklich gut und bringt ordentliche Erträge, zum Teil sogar mehr als Kartoffeln. Zudem ist der Anbau absolut problemlos. Sie braucht kaum Pflege, kennt bei uns keine Schädlinge und, was ein echter Pluspunkt ist, sie wächst am liebsten im Halbschatten oder Schatten, wo sich ansonsten nur wenige andere Gemüsesorten wohlfühlen. Da kommen mit der Oca doch gleich ganz neue Gartenflächen für die Selbstversorgung infrage. Einzig frosthart ist die Oca nicht, sodass die Knollen für die Vermehrung wie die Kartoffel über Winter im Haus gelagert werden müssen.

Wie schmeckt die Oca denn nun eigentlich? Oder, wie isst man die überhaupt? Fangen wir von hinten an, denn davon wie  du sie isst, hängt ab, wie sie schmeckt. Und die Antwort auf die Frage, wie du sie überhaupt essen kannst, ist, wie du willst. Roh, gebraten, gebacken, gedünstet, gekocht. Ach, und die jungen Blätter und Stängel sind auch noch essbar. Also eine wirklich vielseitige Gemüsepflanze diese Oca! Roh schmecken die Knollen beim ersten Bissen sehr erfrischend. Knackig, saftig, leicht säuerlich und ein bisschen wie ganz milde, nicht scharfe Radieschen. Gegart erinnern sie eher an Kartoffeln mit der Konsistenz  und dem Aroma von Pastinaken oder Schwarzwurzeln. Die Blätter sind fein säuerlich, vielleicht ein wenig wie Sauerampfer.

Neugierig geworden? Dann lass dir im Folgenden genauer von unseren Erfahrungen mit der Oca erzählen. Alles zu Anbau, Ernte, Lagerung und ihrer Verwendung in der Küche.

Setzen der Ocaknollen im Frühjahr

Oca Knollen setzen

Als wir unsere ersten Oca-Saatknollen bekamen, war es Mitte April. Die Oberfläche der Knollen war schon ein wenig schrumpelig und es hatten sich bereits einige kleine Triebe ausgebildet. Bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen war es noch eine ganze Weile hin. Also betteten wir die Knollen in feuchte Erde und stellten sie solange in den kühlen Vorratsraum.

Als es dann soweit war, dass die frostempfindlichen Oca nach draußen umziehen durften, schauten die Triebe mit kleinen Blattansätzen bereits aus der Erde. Für die Pflanzung hatten wir drei verschiedene Standorte im Garten vorbereitet: einen halbschattigen Bereich im Garten, eine eher sonnige Fläche und einige größere Kübel im Halbschatten an der Terrasse, alle mit gut gelockerter, nährstoffreicher Erde.

Auf den beiden Gartenflächen setzen wir die Jungpflanzen mit einem Abstand von jeweils 50 cm, in die Kübel kamen je zwei der Ocapflanzen. Alle wurden nach der Pflanzung angegossen. Sehr tief müssen die Oca nicht gesetzt werden, da sich die Knollen nah unter der Erdoberfläche  bilden. Etwa 4 cm sind vollkommen ausreichend.

Oca pflanzen im Frühjahr

Die Ocapflanzen im Jahresverlauf

Schon bald nach dem Auspflanzen, legten die Oca richtig mit dem Wachstum los. Es bildeten sich reichlich Stängel und Blätter. Dabei war schon deutlich zu sehen, dass die Pflanzen in dem halbschattigen Bereich sich am besten entwickelten. Dort, wo es mittags reichlich Sonne gab, wuchsen sie zwar auch, falteten aber bei hoher Sonneneinstrahlung die Blätter zusammen und wurden nicht ganz so buschig.

Zu tun gab es die ersten Wochen nichts, außer für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen. Moderates Gießen war nur im sonnigen Beet und bei den Kübeln erforderlich. Dadurch, dass die Oca viel Blattmasse bilden, beschatten sie den Boden und verhindern selbst, dass viel Wasser verdunstet. Durch das dichte Blattwerk gab es auch kaum Unkrautdruck. Hier und da schaffte es mal eine Brennnessel durch die Kleeblätter, aber viel Arbeit mit Jäten hatten wir nicht.

Oca Pflanzen im Jahresverlauf

Anfang des Sommers legten die Ocapflanzen alle eine kleine Wachstumspause ein. Jedenfalls erschien es uns so. Wenig später legten sie dafür umso schneller zu. Die Oca wachsen zunächst aufrecht. Wenn sie eine gewisse Höhe erreicht haben, legen sich die langen Triebe allerdings um. Diese wurzeln dann am Boden schnell wieder an. So kann eine Ocapflanze schnell eine Fläche von mehr als 50 Quadratzentimeter einnehmen.

Anhäufeln der Ocapflanzen

An diesen Trieben bilden sich im Spätherbst dann weitere Knollen, was für einen umso höheren Ertrag sorgt. Möchtest du den Ernteerfolg befördern, kannst du nachhelfen, indem du die Triebe etwas in die Erde drückst und die Ocapflanzen wie Kartoffeln etwas anhäufelst. Beim Anbau im Kübel gestaltet sich das etwas schwierig, da die langen Triebe über den Rand hängen und keinen rechten Bodenkontakt herstellen können. Hier könntest du sicher mit weiteren Kübeln arbeiten, die du um den ersten Kübel herum aufstellst und die Triebe darin anwachsen lässt. Das war uns allerdings zu tüddelig und wir haben sie einfach so gelassen wie sie waren. Wenn du allerdings nur einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung hast, wäre das sicher einen Versuch wert.

Oca im Kübel anbauen

Die Ocapflanzen im Schattenbreich haben wir mit zusätzlicher Komposterde versorgt, sodass die Ausläufer gut anwurzeln konnten. Im sonnigen Bereich wollten wir das eigentlich genauso machen. Eigentlich – da machten uns allerdings unsere Gartenmitnutzer, die Rehe, einen Strich durch die Rechnung. Offenbar schmeckten ihnen die säuerlichen Blätter ganz vorzüglich und eines Morgens waren alle Pflanzen komplett abgefressen, genau wie der Topinambur nebenan. Da gab es nichts mehr zum Anhäufeln und wir konnten nur abwarten, ob sich die Oca von dem nächtlichen Fressgelage wieder erholen würden.

Das taten sie schon, blieben aber relativ niedrig und wenig buschig, während das Schattenbeet komplett von Blättern bedeckt war. Wir finden der Sauerklee ist mit seinem satten Grün und den großen Kleeblättern neben seinem Nutzen als Kulturpflanze auch ein hübscher Bodendecker für Gartenbereiche mit wenig Licht. Blühen tut die Oca in unseren Breiten allerdings nicht. Daher ist hier eine Weitervermehrung über Saatgut auch nicht möglich.

Ernte der Ocaknollen zum Jahresende

Im ersten Jahr unseres Ocaanbaus war der Herbst vergleichsweise mild. So waren alle Pflanzen Ende November noch frisch und grün. So ließen wir sie trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit vorerst noch in der Erde. Je länger sie draußen bleiben, desto höher wird auch dein Ertrag, denn die Knollen fangen erst im Herbst an sich zu bilden, wenn die Tage kürzer werden. Sollten sich die Temperaturen schon früh Richtung Gefrierpunkt bewegen, lässt sich das Wachstum der Knollen durch den Einsatz von schützendem Vlies noch um einige Zeit verlängern. Bei uns war das in diesem Jahr nicht nötig.

Anfang Dezember ging es dann auf einmal sehr schnell. Nur eine kalte Nacht um Null Grad und schon war das Grün Geschichte. Die Ocapflanzen lagen gelb und welk auf dem Boden. Zeit zum Ernten! Wir waren gespannt, was sich unter der Erde getan hatte und machten uns mit Schüssel und Grabegabel ans Ausbuddeln im Schattenbeet.

Oca Ernten am Ende des Jahres

Die Ernte war wirklich einfach und unproblematisch. Die Erde unter den Pflanzen war ganz locker geblieben und ein Stich mit der Grabegabel reichte aus, um schon eine ansehnliche Menge der roten, gelben und orangen Knollen an die Oberfläche zu befördern. Pro Pflanze waren es in etwa 40 Knollen verschiedenster Größe, einige nur haselnussgroß andere bis zu ca. 8 cm. Auch an den Seitentrieben hatten sich noch Knollen gebildet, vielleicht zehn bis 20 Stück pro Trieb, die insgesamt etwas kleiner waren als die an der Hauptpflanze. Aus unsrer Sicht schon ein ganz schöner Ernteerfolg für den ersten Versuch!

Weiter ging es im sonnigen Bereich. Hier war das Ergebnis eher ernüchternd. Nur wenige kleine Knollen konnten wir aus der Erde holen, wohl so etwa zehn Stück pro Pflanze. Seitentriebe gab es bei diesen Exemplaren keine. Ob es nun am sonnigen Standort oder der Rehattacke lag? Wohl an beidem, mehr oder weniger. Eine echte Vergleichbarkeit hatten wir so ja nicht wirklich.

Auch in den Kübel hatten sich Knollen gebildet. Pro Kübel könnten wir etwa 20 Knollen verschiedener Größe ernten, auch ganz in Ordnung, aber doch deutlich weniger als beim Anbau direkt im Beet. Dafür war die Ernte natürlich noch wesentlich einfacher: Kübel umdrehen, ausschütten, Ocaknollen einsammeln – fertig.

Lagern und Überwintern der Ocaknollen

Die Ocaknollen Knollen werden direkt nach der Ernte zunächst gründlich gewaschen und getrocknet. Für ihre Lagerung braucht es einen kühlen, aber frostfreien, luftigen Platz. Du kannst sie ähnlich wie Kartoffeln behandeln und sie einfach in einer Kiste aufbewahren. Nur zu dick über einander sollten sie nicht gepackt werden. Besonders schön und locker lassen sich die Oca in einer Kiste mit trockenen Sägespänen lagern. Für den Verzehr halten sich die Ocaknollen in etwa vier Monate. Im zeitigen Frühjahr werden sie zunehmend schrumpelig oder beginnen bereits auszutreiben.

Oca Knollen lagern

Möchtest du Knollen überwintern, um Saatknollen für das nächste Jahr zu haben, gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Entweder lagerst du sie wie eben beschrieben gemeinsam mit deinen Ocaknollen für den Verzehr. Sobald sie beginnen auszutreiben, brauchen sie allerdings ein bisschen Feuchtigkeit. Dann steckst du sie entweder einzeln etwa 5 cm tief in kleine Anzuchttöpfchen mit feuchter Erde oder legst sie mit einigem Abstand in ein großes, flaches Gefäß in dem sie mit feuchter Erde oder feuchtem Sand bedeckt werden können. Die Hauptsache ist, dass die Knollen nicht austrocknen, bevor sie nach den Eisheiligen wieder nach draußen dürfen.

Der Vorteil der Anzuchttöpfchen ist, dass sich bereits kräftige Jungpflanzen entwickeln können und die Wurzeln der einzelnen Knollen nicht miteinander verwachsen. Das erleichtert das spätere Auspflanzen. Die Lagerung in einer Wanne oder einem Kübel ist aber deutlich platzsparender. Funktionieren tut beides gut, also schau einfach, was für dich praktischer ist.

Die Oca in der Küche – Möglichkeiten für die Zubereitung

Oca roh essen

Die jungen Blätter der Oca eignen sich gut als Beigabe für einen Salat. Allerdings enthalten sie relativ viel Oxalsäure, sodass du sie nur in Maßen verwenden solltest.

Auch die Knollen kannst du roh essen und in dünne Scheiben geschnitten zu deinem Salat geben. Schälen musst du sie nicht. Es reicht vollkommen aus, sie gründlich zu waschen und gegebenenfalls abzubürsten. Die Schale hat zwar einige Vertiefungen, in denen sich Erde sammeln kann, ist aber dennoch sehr glatt und leicht zu reinigen. Deinem Salat verleiht die Oca eine fruchtig, säuerliche Note.

Oca zubereiten

Oca kochen

Wird die Oca gekocht, verliert sie den Großteil ihrer Säure und wird wesentlich milder im Geschmack. Auch zum Kochen muss sie nicht geschält werden. Einfach putzen und in Salzwasser kochen. Je nach Größe braucht sie fünf bis zehn Minuten zum Garen. Gekochte Oca eignen sich gut als Beilage zu Gerichten, zu denen du ansonsten Kartoffeln oder Topinambur servieren würdest.

Wir haben die Oca allerdings zumeist in Suppen und Eintöpfen verwendet, vor allem in solchen, die eine eher süß-säuerliche Note haben. Besonders gut hat sie uns in Linsensuppe oder auch in der sauer-scharfen Suppe geschmeckt. Auch als Einlage für ein Sauerampfersüppchen eignet sie sich hervorragend, am besten mit frischem Gemüseampfer aus dem eigenen Garten.

Oca braten

Auch in Pfannen und Wok-Gerichten lässt sich die Oca gut verwenden. Dazu die Knollen wieder gründlich waschen und in Scheiben geschnitten allein oder mit anderem Gemüse in der Pfanne braten. Wir finden, dass sie besonders in den Gerichten, die mit Sojasoße abgeschmeckt werden, eine gute Figur gemacht hat.

Oca backen

Ein besonderer Leckerbissen ist für uns gebackene Oca. In Scheiben oder auch in Viertel geschnitten haben wir sie mit ein wenig Olivenöl beträufelt und mit Kräutersalz gewürzt für etwa zehn Minuten im Ofen gebacken. Heraus kamen knusprige Chips oder Oca-Ecken, die mit einem Dip oder Kräuterquark einen tollen Snack abgeben – wirklich lecker!

Du siehst, die Oca ist in der Küche vielseitig verwendbar und deiner Fantasie sind bei der Zubereitung und Kombination mit anderen Zutaten keine Grenzen gesetzt.

Von unserer Ernte sind gerade noch so viel Knollen übrig geblieben, dass wir genug Pflanzgut für das kommende Frühjahr haben. Dann darf der knollige Sauerklee für die kommende Saison wieder in den Garten ziehen. Dieses Mal wird er aber nur ins Schattenbeet gepflanzt. Nach einem Jahr Erfahrung mit dem Oca-Anbau sind wir ja quasi schon alte Hasen und wissen, dass sich die Oca dort – zumindest bei uns – am wohlsten fühlt.

Wenn du Lust bekommen hast, die Oca auch mal in deinem Garten oder auf deinem Balkon zu kultivieren, kannst du die Knollen zum Beispiel bei Dreschflegel beziehen. Im Frühjahr wird dort eine schöne Farbmischung angeboten. (https://www.dreschflegel-shop.de)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Karin

    Die Oca ist ja eine interessante Knolle. Ich selber kannte sie gar nicht. Sie scheint ja sehr vielseitig einsetzbar zu sein und man kann sie komplett von Blatt und Knolle verspeisen. Super.

  2. Frank

    Moinsen,
    ich gebe im August immer viel Erde auf die Pflanzen, dass man kaum noch was sieht. Steigert den Ertrag locker um 50%.
    Für den Anbau in Säcken und Kübeln empfehle ich, die Gefässe nur mit 10 cm Erde am Anfang zu füllen und mit weiterem Wachstum stetig mit Erde auffüllen. Da hast du den gleichen Effekt wie beim Anhäufeln aberr auf weniger Raum.
    Wenn der Frost das Grün kaputt macht dann schneide es einfach ab und stelle die Kübel, Säcke in den Keller. Ernte sie im Januar und du hast nochmal mehr Ertrag.

    Gruss Frank

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