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Einzug der Junghennen – Hühner vergesellschaften

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Einzug der Junghennen - Hühner vergesellschaften

Die Jughennen lernen unsere Hühner kennen

Unsere neun Hennen freuen sich ihres Hühnerlebens. Sie verstehen sich alle gut. Streit gibt es nur ganz selten mal, vielleicht  um einen besonderen Leckerbissen oder den besten Schlafplatz auf der Stange. Allerdings haben einige unserer lieben Damen inzwischen ein Alter erreicht, in dem sie keine rechte Lust zum Eierlegen mehr haben. Das ist ja auch normal und ihren Ruhestand haben sie sich redlich verdient. Das Eierlegen darf nun bald eine neue Generation übernehmen. Vier Junghennen sind nun zu der eingespielten Truppe dazugekommen. Wie klappt das mit der Vergesellschaftung der Hühner? Friede, Freude, Eierkuchen? Oder doch eher Rambazamba? Das erzählen wir dir gern. Der Einzug der Junghennen – so verliefen die ersten 24 Stunden.

Die neuen Hühner ziehen ein

Auf zum Hühnerhof – heute dürfen vier Junghennen einziehen

Ein regnerischer, dunkler Tag – aber heitere Aussichten, denn heute ist der Tag, an dem vier Junghennen zu uns auf den Mühlenberg ziehen dürfen. Wir freuen uns auf den Familienzuwachs und sind schon so gespannt. Also raus aus den Federn und auf zum Hühnerhof im Nachbardorf! Es sind nur ein paar wenige Kilometer über einen malerischen Feldweg, gesäumt von alten Eichen und schon  haben wir den Hof erreicht, auf dem uns zunächst zwei kleine Hunde freundlich begrüßen. Natürlich, „klein“ ist relativ, aber wenn du mit einem solchen schwarzen Riesen wie unserem Kormin zusammenlebst, erscheint dir so gut wie jeder Hund klein zu sein.

Nach ein paar Streicheleinheiten für die Fellnasen geht es dann auch gleich durch die große Diele nach hinten in den Hühnerstall. Wohl 40 Junghennen blicken uns neugierig entgegen, als wir durch die Tür kommen. Es ist eine bunte Truppe. Braune, weiße, graue, schwarze, gescheckte Hühner, alle noch mit ganz kleinen Kämmen und ein wenig ängstlich. Als wir näherkommen, drängen sie sich in der hinteren Stallecke eng zusammen. Wie sollen wir uns da jetzt entscheiden, welche wir mit zu uns nach Hause nehmen werden? Hübsch sind sie wirklich alle.

Aber zum Glück sind wir ja nicht so ganz unvorbereitet auf den Hühnerhof gefahren. Immerhin wussten wir ja schon mal, dass es vier Junghennen werden würden. Für mehr haben wir -sehr zu Maiks Leidwesen- keinen Platz in unserem Stall und er plant natürlich bereits eine Erweiterung.

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Die Entscheidung fällt mit dem Kescher – diese vier Junghennen ziehen zu uns

Vier junge Hühner im Karton

Mit einem großen Kescher in der Hand sieht die Dame vom Hühnerhof uns erwartungsvoll an: „Welche sollen es denn werden?“ „Vielleicht die kleine graue da?“ Und zack, resolut und gekonnt schwingt sie ihren Kescher und schon ist die erste Junghenne in dem bereitstehenden Karton gelandet. Ich bewache den Kartondeckel, damit sie nicht wieder entwischen kann, während Maik und die Dame noch drei Hühner aussuchen. Auch die landen zunächst im Kescher und dann bei mir im Karton.

Am Ende sind es eine schwarze und eine braune Maranhenne sowie zwei Grünleger, eine weiß, eine grau, die ganz still im dunklen Karton sitzen, als wir uns von der Hühnerhändlerin und ihren kleinen Hunden verabschieden. Auch auf  der Rückfahrt durch den Feldweg geben die Junghennen keinen Piep von sich, hinten im Auto bleibt alles ruhig. Das haben wir auch schon mal anders erlebt, wenn wir mit Hühnern im Auto unterwegs waren. Wir erinnern uns daran, wie unser kleines Pünktchen damals zu uns kam. Schon auf dem Nachhauseweg streckte diese naseweise Henne neugierig ihren Kopf aus dem Karton, um nur nichts zu verpassen.

Als wir auf dem Mühlenberg ankommen, beginnt es schon wieder zu regnen. Wir hätten unseren neuen Hühnern natürlich einen sonnigeren Empfang gewünscht, aber das norddeutsche Wetter nimmt eben keine Rücksicht auf derartige Sonderwünsche. So muss der Einzug eben bei typischem Schietwetter vonstattengehen.  Beeilen wir uns ein bisschen, damit der Karton mit den Hennen nicht aufweicht. Ab zum Hühnergehege!

Gleich geht der Karton auf

Die neuen Hühner verstecken sich im Gebüsch

Ein paar letzte Vorbereitungen sind aber noch zu treffen. Erstmal wird ein Teil des Hühnergeheges für die kleinen Junghennen abgesperrt. Die „Alten“ müssen draußen bleiben, damit sie sich nicht gleich mit Gebrüll auf die Neuankömmlinge stürzen können. Gucken erlaubt, picken verboten. Unsere Hennen schauen etwas verständnislos durch den Maschendraht und fragen sich wohl, warum es mitten in ihrem Zuhause auf einmal geschlossene Türen gibt. Aufgereiht direkt am Zaun lassen sie uns nicht aus den Augen, als Maik vorsichtig den Karton öffnet, eine Junghenne nach der anderen bedächtig heraushebt und auf den Boden setzt.

Die Kleinen gucken sich einmal etwas verwirrt um und flüchten dann sofort unter den strengen Blicken der Althennen unter einen trocknen Strauch in der Ecke des Hühnergeheges. Lieber erstmal verstecken! Die vier kauern sich dicht aneinander und sind unter den dichten Ästen kaum mehr zu sehen. Mit viel gutem Willen lässt sich vielleicht gerade noch ein Hühnerpo erspähen. Henne Wuschel, unser Haubenhuhn auf der anderen Seite des Maschendrahts ist wenig begeistert von dem, was sie gerade beobachten musste. Fremde Hühner in ihrem Gehege, Futterkonkurrentinnen, Skandal! Aufgeregt gackernd rennt sie am Zaun hin und her.

Hühner vergesellschaften, der erste Kontakt durch den Zaun

Die Kleinen rühren sich nicht und geben keinen Mucks von sich. Unsere beiden Chefinnen im Krink, Collar und Blanche, die Sussexhennen nehmen das Ganze relativ gelassen. Sie machen es sich unter dem Stuhl vor’m Zaun bequem und behalten das Gebüsch mit den versteckten kleinen Hennen  von dort aus im Auge. Inzwischen fängt es immer stärker an zu regnen. Wir beschließen, den Schauer bei einer Tasse Kaffee im Trockenen abzuwarten und lassen den Hühnern erst einmal ein wenig Zeit sich zu akklimatisieren.

Die Hühnertruppe beobachtet die jungen Hennen

Eine Stunde später- der erste Kontakt

Der Regen hat langsam aufgehört und wir haben uns bei einem Dithmarscher Eierkaffee durchgewärmt. Nun sind wir aber auch neugierig, was unsere kleinen Neuzugänge und die neun alten Damen so treiben. Also wieder rein in die Gummistiefel und runter in den Garten zum Hühnergehege. Auch Kormin darf diesmal mitkommen. Er soll ja auch mal einen Blick auf unsere neuen Mitbewohnerinnen werfen können. Zum Glück regnet es ja grad nicht mehr. Wasser von oben ist für ihn immer ein K.O.-Kriterium, wenn es um Aktivitäten im Freien geht. Aber so ist er natürlich gern mit von der Partie. Irgendwas Spannendes ist ja auch in Gange, das merkt seine schwarze Hundenase doch sofort.

Aber als wir beim Hühnergehege ankommen, sehen wir so überhaupt nichts Spannendes. Eigentlich sehen wir gar nichts, zumindest keines der neuen kleinen Hühner. Wo stecken sie denn bloß? Das Geäst, in dem sie sich noch vor einer Stunde versteckt hatten, ist leer und auch sonst können wir sie nirgends entdecken. Und das in einem viermalvier Meter großen Gehegeteil. Erst nach ein paar Minuten nehmen wir eine winzige Bewegung ganz hinten unter einem dichten Tannenast wahr. Da haben sich die vier so tief hineinverkrochen, dass sie wirklich nicht mehr zu sehen sind. Ach, was sind sie ängstlich!

Wir hocken uns neben Komin ins feuchte Gras und warten. Irgendwann müssen die kleinen Hennen ja mal aus ihrem Versteck hervorkommen. Spätestens Hunger und Durst werden sie ja zwingen, sich ein Herz zu fassen. Und tatsächlich dauert es nicht lang, bis sich die kleine Graue vorsichtig hervorwagt und der Futterschale nähert. Jetzt können wir sie zum ersten Mal richtig anschauen – aus gebührendem Abstand natürlich. Nach ein paar Minuten scheinen es auch die schwarze und weiße Henne für halbwegs sicher halten, das Futter mal in Augenschein zu nehmen. Nur die kleine Braune ist noch unentschlossen. Und versucht immer nur ein paar Schritte ins freie Gelände, um sich dann lieber doch nochmal ins Tannengrün zurückzuziehen.

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Hühner vergesellschaften mit getrennten Futterschalen

Irgendwann traut sie sich schließlich doch noch heraus und pickt mit den anderen drei eifrig  im Futternapf. Die Stärkung muss ihr wohl Mut beschert haben, denn sie ist es schließlich die wenig später unserer Collar, der ältesten  Henne bei uns auf dem Mühlenberg, Auge in Auge gegenübersteht. Natürlich mit noch mit dem Zaun dazwischen, aber der erste Kontakt ist hergestellt. Collar nimmt es gelassen und begnügt sich mit einem gestrengen Blick auf die kleine braune Henne. Wuschel hingegen, eigentlich eher die schüchternste unserer Hennen, zetert immer noch lautstark, während sie aufgeregt durch das Gehege rennt. Rein und raus aus dem Hühnerstall, an den Zaun und wieder zurück. Ihr scheint das alles viel zu viel zu sein.

Um sie ein bisschen abzulenken, streuen wir eine Handvoll Mehlwürmer** in den Krink. Bei Mehlwürmern vergessen unsere Hühner einfach alles um sich herum und auch Wuschel konzentriert sich sofort darauf, die größten uns besten Bissen zu erhaschen. Vielleicht mögen die Neuen diese Delikatesse ja auch mal probieren? Langsam und vorsichtig gehe ich in ihren Gehegeteil und hocke mich einige Meter von ihnen entfernt auf den Boden. Acht misstrauische Hühneraugen sind auf mich gerichtet. Ich nehme ein paar Mehlwürmer aus der Dose und werfe sie in ihre Richtung. Als hätte ich mit Steinen oder Schlimmerem auf sie gezielt, flüchten alle bis auf die kleine graue Henne sofort wieder unter ihren sicheren Tannenast.

Die Graue nähert sich vorsichtig einem der Mehlwürmer und beäugt ihn kritisch. Dann schiebt sie ihn mit dem Schnabel ein wenig auf dem Boden hin und her. Vielleicht überprüft sie gerade den Geruch dieses merkwürdigen Dinges vor sich. Sie überlegt noch einen Moment, bevor sie den Wurm in zwei Hälften zerteilt und eine davon in ihrem Schnabel verschwindet. Das hat offenbar gemundet! Im Nu sind auch die restlichen Mehlwürmer aufgepickt. Vielleicht beobachten die anderen Junghennen das Treiben der mutigen jungen Dame, aber aus ihrem Versteck wagen sie sich vorerst nicht heraus. Und nachdem nun wohl keine weiteren Leckerbissen zu erwarten sind, gesellt sich auch die graue Henne wieder zu den anderen ins Tannendickicht. Zeit für uns, die Kleinen wieder ein bisschen in Ruhe zu lassen.

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Beim Hühner vergesellschaften braucht man ein paar verstecke

Zeit zum Schlafengehen – Der erste Abend

Wir drehen noch eine Runde mit dem Hund über die Wiese. Ein bisschen Bewegung soll er ja auch bekommen, nachdem er die ganze Zeit geduldig gewartet und uns bei unseren Hühnerbobachtungen zugeschaut hat. Der Nachmittag neigt sich bereits seinem Ende und die Dämmerung setzt ein. Unsere neun Hühnerdamen befinden, dass es Zeit zum Schlafengehen ist und suchen sich eine nach der anderen ein Plätzchen für die Nacht auf den beiden Stangen im Hühnerstall. Schnell haben sie sich sortiert und es kehrt Ruhe ein im Hühnerhaus.

Wir warten noch einen Moment und hoffen, dass die Hennen schnell einschlafen werden, denn dann sollen natürlich auch die Junghennen mit in den Stall. Nach unserer Erfahrung ist der Abend die beste Zeit, die Hühner zusammenzubringen. Dann sind sie schläfrig und nicht mehr besonders streitlustig.  Maik öffnet leise die Stalltür und tatsächlich sitzen alle friedlich auf ihrem Platz und lassen sich nicht stören. Mal sehen, ob wir die kleinen Hühner nun auch in den Stall bringen können.

Offenbar haben die Junghennen sich bereits auf eine Nacht im Freien eingestellt und sich instinktiv einen erhöhten Platz auf einem Ast gesucht, um vor Feinden geschützt zu sein. Auch sie sind wohl schon reichlich müde nach dem aufregenden Tag. Ohne großen Widerstand lassen sie sich eine nach der anderen von Maik auf den Arm nehmen und in den Stall tragen. Die anderen Hennen reagieren nicht. Bis auf eine. Das freche kleine Fienchen freut sich, dass Maik nochmal vorbeiguckt, flattert von der Stange, kommt aus dem Stall gelaufen und kräht ihn herausfordernd an. Wie immer klingt es wie ein heiseres „Meeehlwürmer!“. „Nein, Fienchen. Nun ist Schlafenszeit!“ Maik schiebt sie sanft zurück in den Stall und schließt schnell die Tür. Mögen sie nun alle gut schlafen!

Keine Quarantäne für die Junghennen?

Das ist eine wichtige Sache, die hier nicht unerwähnt bleiben soll, wenn es darum geht, neue Hühner in den Bestand zu integrieren. Im Normalfall ist es sinnvoll, die Neuen erst einmal für eine Zeit separat unterzubringen, denn sie können selbstverständlich Krankheiten und Parasiten einschleppen. Uns ist das auch schon mal passiert, dass wir einige Hühner übernommen haben, die Federlinge mitgebracht haben. Wir haben das im ersten Moment nicht bemerkt und im Nu waren auch zwei unserer alten Hennen von den kleinen, fiesen Biestern befallen. Zum Glück ließen sie sich gut behandeln und das Problem war schnell behoben. Bei anderen Krankheiten ist das im Zweifel nicht so einfach oder sogar fatal.

Wenn du also Hühner von anderen Haltern übernimmst, ist es wirklich zu empfehlen, eine Quarantänezeit einzuhalten, um sicherzugehen, dass deine neuen Hühner gesund und parasitenfrei sind. In unserem Fall ist das jetzt nicht nötig, da die Junghennen bereits vorher vollständig geimpft und untersucht worden sind.

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Hühner vergesellschaften der nächste Morgen

Klappe auf für den ersten Morgen

Am nächsten Morgen geht es früher als sonst nach unten zum Hühnerstall.  Es beginnt gerade erst zu dämmern und wahrscheinlich sind die Hennen noch gar nicht wach. Trotzdem ist das die richtige Zeit, um die Hühnerklappe aufzumachen. Wenn die Damen erstmal wach werden, kann es in einem so engen Stall richtig Ärger geben. Die Junghennen hätten keine Möglichkeit, den Alten aus dem Weg zu gehen oder sich vor ihnen zu verstecken. Da würden sie so einige Hiebe der spitzen Schnäbel kassieren und das kann auch mal richtig wehtun oder sogar zu Verletzungen führen. Und das wollen wir natürlich nicht. Also Klappe auf, damit alle Platz haben!

Tatsächlich sind die Hühner noch nicht aktiv. Im Stall ist alles ruhig. Als die Klappe aufgeht, ist Fienchen wie immer die erste, die herauskommt. Wenn es um Futter geht, ist sie immer ganz vorne mit dabei und den besten Platz am Frühstückstisch sichert sie sich jeden Morgen. Collar und Blanche bleiben noch ein wenig auf der Stange, aber alle anderen kommen ebenfalls nach und nach aus dem Stall und scharen sich um die Futternäpfe.

Die Junghennen haben ihren Schnabel noch nicht aus der Luke getreckt.  Sie drücken sich in einer Ecke des Stalls herum und beobachten die Lage. Die kleine Weiße ist schließlich die erste, die es den Althühnern nachtut und sich ins Freie wagt. Sie blickt sich kurz um und sucht sich zunächst einen sicheren Platz hinter dem Stamm des Kastanienbaums. Die anderen drei folgen ihr. Offenbar finden sie, dass die Neuen schließlich zusammenhalten müssen.

Bei der vergesellschaftung der Hühner bleiben die Junghennen unter sich

Frühstück im Hühnerkrink

Vorsichtig nähere ich mich mit einer Extraschale Futter, schließlich sollen auch die Junghennen ihr Frühstück bekommen. Die Alten werden sie sicher erstmal nicht mit an ihre Näpfe lassen. Sie beginnen auch gleich zu picken. Die anderen Hennen sind weiter hinten im Gehege zum Glück noch abgelenkt und nehmen vorerst keine Notiz von den Kleinen. Alle, bis auf – ja richtig – Fienchen natürlich!  Sie unterbricht ihr eigenes Frühstück, um sicherzugehen, dass in diesem Extranapf nicht etwa etwas Besseres zu fressen zu finden ist. Mehlwürmer zum Beispiel! Sie ist aber ausgesprochen friedlich und pickt gemeinsam mit den fremden kleinen Hennen.

Die neuen Hühner Frühstücken

Dann aber kommt Wuschel und die ist alles andere als freundlich. Aus ist es mit dem friedlichen Frühstück! Wuschel rast aufregt mit den Flügeln schlagend und gackernd bald im und gegen den Uhrzeigersinn um den Kastanienbaum und jagt die Junghennen in alle Richtungen auseinander. Ihre Federhaube flattert wild und sie verfolgt die kleinen Hennen, die verzweifelt versuchen, sich irgendwo vor dieser aufgebrachten Dame zu verstecken.

Bald schon sitzen sie wieder dicht gedrängt unter einem Gebüsch und geben keinen Mucks von sich, während Wuschel immer noch zeternd durch das Gehege stolziert. Ich beschließe nun erst einmal selbst frühstücken zu gehen und später nochmal nach den Hühnern zu schauen.

Alles paletti oder Rambazamba?

Dass es zu solchen Kabbeleien zwischen neu und alt kommt, ist ja normal. Das muss man aushalten, bis die Hackordnung geklärt ist. Und das können die Hühner eben nur allein regeln. Manchmal dauert es nur ein paar Tage, manchmal auch eine Woche, aber dann sollte die Truppe sich eingespielt haben und die Ordnung wieder hergestellt sein. Wichtig ist nur, darauf zu achten, dass die neuen Hühner genug zu fressen und zu trinken bekommen und dass es genügend Platz und Versteckmöglichkeiten gibt. Instinktiv werden die neuen Hühner das „Hausrecht“ der alten zunächst akzeptieren, aber dazu müssen sie auch die Möglichkeit haben, ihren spitzen Schnäbeln auszuweichen. Dann werden die Auseinandersetzungen kurz und vielleicht lautstark, aber nicht blutig – so zumindest unsere Erfahrung.

Während des Frühstücks horche ich immer wieder, ob von unten aus dem Hühnerkrink etwas zu hören ist, aber alles bleibt ruhig. Als ich später wieder nach dem Rechten sehe, fressen die kleinen Hennen wieder gemeinsam mit Fienchen und auch unsere Lütte hat sich dazu gesellt. Die Araukaner scheinen mit den Neuzugängen wenig Probleme zu haben. Eule, die Blausperberhenne steht in der Nähe und beobachtet die Szene. Elfe kommt ab und zu vorbei und pickt einmal kurz nach den Junghennen, verschwindet dann aber gleich wieder, um ihrem Tagesgeschäft nachzugehen. Collar und Blanche haben Wichtigeres zu tun, Sternchen fängt Fliegen im hinteren Krinkteil und Odi hat keinen Bock auf Nichts, sie ist mit ihrer Mauser beschäftigt. Und Wuschel? Die schimpft leise vor sich hin und ist wohl mit der Gesamtsituation noch unzufrieden. Wird schon werden!

Unser Hauben Huhn beobachtet die neuen Hühner

So vergeht der zweite Tag auf dem Mühlenberg. Am Abend haben tatsächlich alle Hühner, auch unsere Junghennen den Weg in den Stall gefunden. Auf den Stangen sitzen die Kleinen zwar noch nicht, aber sie haben es sich in den Legenestern und auf dem Einstreu bequem gemacht. Anscheinend sind sie einverstanden mit dem Hühnerstall als ihrem neuen Zuhause. Eier gelegt hat an diesem Tag keines unserer Hühner, aber das kennen wir auch schon. Offenbar ist es doch immer etwas stressig und aufregend, wenn neue Hennen einziehen. Auch das wird sich in den nächsten Tagen sicher wieder normalisieren. Erst einmal sind wir ganz zufrieden, dass bisher alles ohne großen Krach abgelaufen ist.

Wie geht die Geschichte nun weiter?

Ab dem zweiten Tag schlafen die Junghennen bereits mit den Alten auf den Stangen und auch tagsüber ist es zumeist schon recht friedlich im Gehege. Wir versuchen, unsere neuen Hühner besser kennenzulernen. Namen brauchen sie schließlich auch noch und die können wir ihnen erst geben, wenn wir wissen, wer und wie sie denn eigentlich sind. Die Graue oder die Weiße scheinen in jedem Fall die mutigsten zu sein, die Braune die schüchternste. Die Schwarze scheint sich schon ein bisschen mit den großen Hennen anzufreunden und frisst schon manchmal mit ihnen an der großen Futterstelle. Wir sind gespannt und freuen uns auf viele spannende und lustige Geschichten mit unsrer Hühnerschar. Und natürlich auch wieder auf ein paar Eier. Mögen alle ein langes, glückliches Hühnerleben hier bei uns auf dem Mühlenberg haben!

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Hast du Lust mehr von unseren Hühnern zu erfahren? Dann schau doch mal in unsere anderen Hühner-Geschichten.

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Schon wieder – Zucchinischwemme und die Hühner 2021

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Schon wieder –
Zucchinischwemme und die Hühner 2021

2021 war für uns wirklich bisher das schlechteste Gartenjahr, das wir je hatten. Erst kam das kalte Frühjahr, in dem nichts so recht zum Wachsen kam. Als es dann endlich wärmer wurde, kamen die Rehe und fraßen so ziemlich alles ab, was im Gemüsegarten grünte. Alle Erdbeerpflanzen – einfach weg. Radieschen, Bohnen, Salat und Co. – kaum ein paar Zentimeter groß – verschwunden.  Ein wahres Trauerspiel! Nur eine Kultur hielt allem wacker stand, unsere Zucchini.  Sie bescheren uns seit Wochen immer wieder gute Ernten. Jetzt im Spätsommer laufen sie nochmal zur Höchstform auf und es ist soweit. Wie alle Jahre wieder wird es nun Zeit für die Fortsetzung der Geschichte: Zucchinischwemme und die Hühner.

Du hast die Zucchinischwemme aus dem letzten Jahr verpasst? << Hier >> kannst du dir sie ansehen.

riesen Zucchini für die Hühner

Alles im Griff –
2021 wachsen uns die Zucchini nicht über den Kopf

Fast täglich haben wir Zucchini geerntet- kleine, frische, saftige Früchte. Zucchinipuffer, Zucchini-Soufflet, Zucchini im Salat, Zucchini in der Suppe, Zucchini in der Gemüsepfanne, Zucchini für die Nachbarn,…Zucchini überall. Alle wurden schön verbraucht, verarbeitet und verteilt.

„Dieses Jahr sind wir mit den Zucchini echt gut davor.“

„Absolut, diesmal lassen wir sie nicht wieder so riesig werden wie letztes Jahr!“

„Nein, höchstens eine oder zwei, damit wir noch Saatgut für`s nächste Jahr nehmen können.“

„Genau! Ich will die Riesendinger nicht wieder schubkarrenweise ins Carport fahren. Das war echt zu viel letztes Mal.“

„Wirst du nicht müssen, keine Angst! Wir haben alles im Griff“

wir ernten im September viele Zucchini

Falsch gedacht – ein paar Tage später

Anfang September hatten wir ein paar Tage Regenwetter. Nicht viele, wirklich nicht! Aber da waren die paar Tage, an denen wir nicht runter in den Gemüsegarten gekommen sind. Kaum zeigte sich die Sonne wieder, ging es natürlich sofort nach draußen, um überall  mal nach dem Rechten zu schauen.

„Oh guck mal hier rüber, die Herbsthimbeeren werden reif!“

„Interessiert mich gerade nicht – die Rehe haben die Topinambur schon wieder komplett abrasiert. Der blüht dieses Jahr bestimmt nicht mehr. Mistviecher!“

„Ach, schau mal, da hängen doch noch ein paar Bohnen an den abgefressenen Pflanzen. Das reicht bestimmt für eine kleine Mahlzeit.“

„Boah, das Gras ist so hoch geworden und das ganze Unkraut schon wieder! Ich seh die Bohnenpflanzen ja kaum noch.“

„Oh man, komm mal hierher! Guck dir das an!“

„Wenn ich durch das Unkraut denn überhaupt noch durchkomme! Was ist denn da?“

„Ein MONSTER-ZUCCHINO!“

eine Zucchini ist besonders groß geworden

Zucchino – Zucchini, Einzahl-Plural – Zucchinischwemme?

„Zucchino! An dieses Wort kann ich mich einfach nicht gewöhnen!“

„Aber so heißt das nun mal ein Zucchino, mehrere Zucchini. ‚Zucchini‘ ist der Plural! Und da ist EIN monstergroßer Zucchino hier unter dem riesigen Blatt. Bestimmt 50 cm lang!“

„Es heißt ja auch nicht Brokkolo. Zucchino sagt doch kein Mensch!“

„Ich schon! Und nur so nebenbei, auf Italienisch heißt es sehr wohl ‚broccolo‘. Dabei kannst du dir sogar noch aussuchen, ob das ‚Brokkoli‘ oder ‚Dummkopf‘  bedeuten soll.

Schweigen

„Hm, du hast offenbar Glück…“

„Inwiefern denn das nun, bei all dem Ärger dieses Jahr!“

„Du musst dich nicht an den Singular gewöhnen. Ich korrigiere: Monster-Zucchini.“

Wir ernten viele große Zucchini

„Wie bitte?“

„Guck mal hier: unter dem Blatt und hier zwischen den Brennnesseln und da am Baumspinat und da drüben. Alles voller riesiger Zucchini!“

„Wo kommen die denn alle auf einmal her? So schnell können die doch gar nicht gewachsen sein!“

„Anscheinend schon! Soviel dann zu dem Thema: ‚Dieses Jahr gibt es keine Zucchinischwemme.‘“

Seufzen

Und dann kam sie doch: Zucchinischwemme 2021- eine schwergewichtige Ernte

Tatsächlich, innerhalb nur weniger Tage waren aus winzigen Fruchtansätzen beachtliche Exemplare von Zucchini geworden, bis zu einen halben Meter lang, etwa12 Zentimeter dick und mehrere Kilo schwer. Hätten wir uns im Regen in den Gemüsegarten gesetzt und die Pflanzen beobachtet, hätten wir die Zucchini ganz sicher wachsen sehen können und das ganz ohne Zeitraffer. Wir tauschten einen resignierten Blick.

„Du weißt, was jetzt kommt?“

„Schubkarre?“

„Nee, nimm man erstmal ein so’n Ding mit. Am besten das riesige grüne hier vorne. Den Rest hole ich dann morgen mit der Karre! Und wir beginnen sofort mit der Bekämpfung der Zucchinischwemme.“

„Mal versuchen, ob ich diesen Koloss in mein Erntekörbchen bekomme! Nur so aus Prinzip.“

Lachen

„Wenn du meinst! Das musst dann aber wohl mit zwei Händen tragen.“

„Zumindest wissen wir ja, wer sich gleich über dieses Schwergewicht freuen wird.“

„Und ob. Die Damen werden begeistert sein. Na los, gehen wir ins Haus und schlachten dein Monster! Und dann kann das Gelage im Hühnerkrink losgehen!“

Ich schleppte den Monsterzucchino also unter Schnaufen in die Küche und versuchte, ihm mit verschiedenen Messern beizukommen. Keine Chance, die Schale war steinhart, da prallte jede Klinge ab. Schließlich gelang es meinem starken Mann aber doch, sie mit einem großen Sägemesser in Viertel zu teilen. Und dann ging es wieder runter in den Garten zur großem Hühnerbespaßung.

Die Hühner bekommen eine große Zucchini

Friedlicher Hühnerspaß

Schon von Weiten sahen die neun Hennen uns kommen und versammelten sich neugierig am Tor des Geheges. Fienchen, die kleine Araukanerin, krächzte uns mit ihrer rauen Stimme an. Und wie immer klang das nach „Meeehlwürmer!!!“ und nicht etwa nach „Juchu, Zuchini!“. Sie ist und bleibt eben eine Fleischesserin. Gemüse und Grünzeug ist nicht so ihres.

Wir legten zwei der Zucchiniviertel in einigem Abstand auf den Boden. Fienchen blieb zunächst am Tor stehen und wartete sicherheitshalber ab, ob nicht doch noch von irgendwoher ein paar Mehlwürmer geflogen kommen würden.

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Alle Hühner  lieben Mehlwürmer, nicht nur Fienchen. Hier gibt es diesen proteinreichen Leckerbissen für deine gefiederten Lieblinge.

Die anderen acht stürzten sich voller Begeisterung auf die Zucchini. Jede schnappte sich sogleich einen der Kerne, die immer als erstes gierig aufgepickt werden. Sogar unsere Eule, die gescheckte Blausperberin war mittenmang. Im Gegensatz zu Fienchen liebt sie alles, was grün ist über die Maßen. Sonst ist sie immer die schüchternste von allen und hält sich etwas abseits, aber wenn es um Gemüse geht, überwindet sie alle Scheu.

Wir beobachteten zufrieden unsere Hühner, die zunächst einträchtig mit dem Verzehr der Zucchinikerne beschäftigt waren. Nur leises, zufriedenes Gackern war zu hören. Niemand schubste oder versuchte, die anderen zu vertreiben. Aber dann wurden nach wenigen Minuten die Kerne langsam rar.

Blanches Zucchini-Weltherrschaft

Ein Sussex Huhn vertreibt die Hühner um eine Zucchini zu genießen

Blanche, die weiße Sussexhenne, die gemeinsam mit ihrer Busenfreundin Collar die Hoheit im Hühnerstall innehat, muss das wohl bemerkt haben. Plötzlich war es aus mit der Eintracht. Sie teilte nach allen Seiten aus und verscheuchte alle anderen Hennen von den schon ziemlich ausgehöhlten Zucchinivierteln. Wehe, es versuchte jemand, sich diesen nochmal zu nähern! Sie baute sich vor den Zucchini auf und bedachte jeden mit einem drohenden Blick. Wen das nicht abschreckte, der bekam sofort ihren spitzen Schnabel zu spüren.

Die anderen Hennen trollten sich vorerst sich in andere Bereiche des Hühnerkrinks. Mit der herrischen Blanche ist in solchen Momenten nicht gut Kirschen – oder eben Zucchiniessen.

Unsere Henne verteidigt eine Zucchini

Nur Eule blieb in Nähe stehen und blickte sehnsuchtsvoll auf die Zucchini. Unbeeindruckt davon tat sich Blanche an den Früchten gütlich, bis sie irgendwann genug hatte. Collar und Elfe, die anderen beiden weißen Hühner kamen um die Ecke und holten sie gleichsam ab zu anderen Abenteuern.

Unsere Hühner fressen die Kerne einer großen Zucchini

Nun endlich war Eules Stunde gekommen, das Warten hatte sich gelohnt. Sie hatte die Zucchini ganz für sich allein. Und das genoss sie sichtlich. Wir drehten noch eine Runde über die Wiese und als wir zurückkamen, war nichts weiter übrig als die harte grüne Schale. Die Hennen kamen uns wieder entgegengelaufen und warteten darauf, dass etwas Spannendes passieren würde.

„Meeehlwürmer!!“ krächzte Fienchen. „Jaja, sollst du ja haben.“ Maik warf eine Handvoll aus der bereitstehenden Dose in den Krink und die Hennen beeilten sich, schnell so viele davon wie möglich zu erhaschen. Nur Eule blickte versonnen auf die leeren Zucchinischalen. „Sei nicht traurig Eule, morgen gibt es Nachschub. Versprochen!“

Die Hühner bekommen frische Zucchini

„Ach, macht dann ja doch immer wieder Spaß, diese Zucchinischwemme!“

„Das sagst du auch jedes Jahr!“

„Zucchini kann man nie genug haben!“

Alle Jahre wieder

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Neulich im Hühnerstall – Pünktchens Abenteuer Teil 1

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Neulich im Hühnerstall
Pünktchens Abenteuer - Teil 1

Gepunktetes Grünleger Huhn

„Hühner? Ihr wollt Hühner haben? Was wisst ihr denn schon von Hühnern?“, „Erst das alte Haus mit diesem viel zu großen Grundstück, dann der große, wilde Hund und jetzt auch noch Hühner? Ihr ranzt euch da doch viel zu viel an!“, „Was wollt ihr denn bitteschön mit Hühnern? Die machen nur Dreck und ihr holt euch noch die Ratten in den Garten. Das lasst mal lieber!“ So und so ähnlich waren die Reaktionen von etlichen Menschen aus unserem Umfeld, als wir ihnen von unserem Plan erzählten.

Hühner im GartenMit zumindest einer Sache hatten sie ein bisschen Recht: Was wussten wir denn von Hühnern? Wenn du dich an die Geschichte mit Emmi Tuck erinnerst, weißt du ja, dass ich mal ein Huhn hatte – vor weit über 30 Jahren und auch nur für einen Tag. Ich habe sie nie vergessen, sie war braun und sehr zahm. Viel mehr wusste ich dann aber auch nicht über sie und ihre Artgenossen. Als Maik noch klein war, hatte sein Großvater auch mal Hühner gehalten. Das erinnerte er zwar noch, damit war dann aber auch sein Vorwissen so ziemlich erschöpft.  Also schon richtig, als Hühnerexperten konnten wir beide wohl noch nicht gelten.

Wohlgemerkt noch nicht! Denn wie wir ja allen kritischen Mitmenschen gesagt hatten: es war ein Plan und kein spontaner Einfall. Nein wir hatten nicht etwa vor, blauäugig an das Ganze heranzugehen und fühlten uns ausreichend informiert und vorbereitet. Also hörten wir, wie fast immer, nicht darauf, was die anderen meinten. Sollten sie uns ruhig für ein bisschen verrückt halten, was machte das schon? Noch bevor wir in unser kleines altes Haus mit dem angeblich viel zu großen Garten eingezogen waren, wussten wir, dass hier neben einem großen Hund früher oder später auch ein paar Hühner ein Zuhause finden sollten. Trotzdem hatte es noch länger als ein Jahr gedauert, bis wir diesen Plan in die Tat umsetzen konnten.

Den ganzen Winter hatten wir geplant, überlegt, mit Hühnerhaltern gesprochen und alles über Hühner und ihre Haltung gelesen, was uns in die Finger gekommen war. Wir wollten ja  schließlich gut vorbereitet sein auf unsere neuen tierischen Mitbewohner und nicht vielleicht schon beim Bau des Hühnerstalls die ersten Fehler machen. Wie hoch und wie dick muss denn eine Sitzstange sein? Wie baut man einen mardersicheren Stall? Welche Rassen kommen eigentlich in Frage? Welches Futter wäre denn das richtige? Gut, dass es so viele Menschen, mit Wissen und Erfahrung gab, von denen wir lernen konnten.

Werkbank im Garten Im Mai hatte Maik dann mit dem Stallbau begonnen. Im Nu war der Garten eine einzige Werkstatt und es wurde den ganzen Tag gemessen, gesägt, gebohrt, geschraubt und gestrichen, bis schließlich die Bodenplatte, alle Seitenwände, Fenster und Türen fertig waren.

 

Stallbau SeitenwändeDer Obstgarten schien uns ein geeigneter Platz für das Hühnerhäuschen zu sein. Nach Norden und Westen war es dort durch die vielen Bäume gut vor Wind und Wetter geschützt, von Süden und Osten konnte durch die Fenster genügend Licht in den Stall fallen. Im Sommer würden die Obstbäume ihn beschatten und verhindern, dass es im Inneren zu heiß würde.

Bald stand auch schon das Fundament und Maik begann die Stallteile zu montieren. Immer an seiner Seite Kormin, der große, wilde Hund, der jeden Handgriff genau beobachtete.  Schließlich war auch das Dach geschlossen und mit Teerpappe regendicht gemacht, der Stall mit Sitzstange und Legenestern eingerichtet, Futter – und Wasserspender standen bereit, kurzum, alles war vorbereitet für unsere allerersten Hühner. Die Vorfreude war groß und nun wollten wir auch nicht mehr länger warten. Also machten wir uns an einem Morgen im Juni auf den Weg zum Wochenmarkt in der nächstgelegenen Stadt, wo jedes Jahr im Frühjahr ein Geflügelhändler Junghennen zum Verkauf anbot.

Montage eimes Hühnerstalls
Dach auf einen Hühnerstall bauen
Hund überwacht den Bau eines Hühnerstalls
Hühnerstall in der Bauphase
Fertiger Hühnerstall

Auf dem Markt herrschte geschäftiges Treiben, wie an jedem Samstagvormittag. Auch vor dem Stand des Geflügelhändlers stand eine dichte Menschentraube. Besonders das Gehege mit Enten- und Gänseküken zog viele Schaulustige an. Und einige Eltern mussten ihre begeisterten Kinder zurückhalten, die offensichtlich am liebsten über den niedrigen Zaun geklettert wären, um die niedlichen Küken zu streicheln. Ein kleines Mädchen aber hatte sich in eines der Hühner verguckt, die dicht gedrängt in ihren Käfigen auf einem langen Tisch saßen. „Wie heißt das Huhn denn?“, fragte das kleine Mädchen seine Mutter. „Die heißen alle Vorwerk!“, bemerkte der Händler ziemlich harsch, wie ich fand. Auch das Mädchen schien mit der Antwort nicht recht zufrieden zu sein, denn es fragte weiter: „Warum heißen die denn alle gleich?“ Durchaus eine berechtigte Frage, schien mir und da anscheinend niemand darauf antworten wollte, sagte ich: „Ich glaube, die Hühner haben alle noch gar keinen Vornamen. Den bekommen sie erst, wenn man jemand sie mit nach Hause nimmt. „Vorwerk“ ist so etwas wie der Nachname, den sie haben, weil sie aus der gleichen Familie kommen.“ 

Weiter kam ich nicht, denn nun wandte sich der Geflügelhändler an uns. Verständlicherweise wollte er wohl lieber ein Geschäft machen, als über Hühnernamen zu diskutieren. Vier Hühner wollten wir mit zu uns nehmen, zwei Sussex und zwei Grünleger. Aber für welche der vielen jungen Hennen sollten wir uns bloß entscheiden? Maik suchte als erstes eine der Sussexdamen aus. Sie hatte schneeweiße Füße und einen schön gezeichneten schwarzen Federkragen, der ihr später den Namen „Collar“ bescherte.

Sussexhuhn mit schönem KragenDer Händler holte das flatternde Huhn mit einem entschlossenen Griff aus dem Käfig und beförderte es ziemlich unsanft in einen großen Pappkarton. Anscheinend hatte er einfach insgesamt eine etwas ruppige Art, die man ihm wohl nicht krumm nehmen durfte.

Sussex mit gelben FüßenNun war die Reihe an mir, das zweite Huhn auszuwählen Die meisten anderen Hennen in dem Käfig sahen Collar zum Verwechseln ähnlich. Nur eine war anders. Sie hatte nämlich ganz dunkelgelbe Beine und Füße. Mir schien es ganz günstig zu sein, unsere Hühner gleich vom ersten Tage an gut voneinander unterscheiden zu können, so dass ich mich für diese Henne entscheiden wollte. Da mischte sich plötzlich ein Herr ein, der neben mir stand und setzte mir auseinander, dass ich dieses Huhn auf gar keinen Fall kaufen solle, es sei nämlich fehlerhaft. „Die hat doch gar keinen ordentlichen Kragen und die die Füße müssen bei Sussex weiß sein. Die ist doch hässlich!“ Aha? Zum einen fand ich das arme kleine Huhn, das sich da so niedermachen lassen musste gar nicht hässlich und zum anderen wollte ich einfach nur  vier glückliche Hühner auf unserer Wiese sehen und keine Rassegeflügelzucht beginnen. Rassemerkmalkataloge waren mir denkbar gleichgültig und ich ärgerte mich auch ein bisschen über den Ton dieses Herrn, der da so unfreundlich und ungefragt seine Meinung kundtat. Jetzt kaufte ich diese Henne erst Recht! Als der Geflügelhändler sie aus dem Käfig hob und zu Collar in den Pappkarton steckte, wehrte sie sich kaum. Sie schien also einverstanden mit meiner Entscheidung zu sein. Sie wurde unsere „Geli“, das Sussex mit den gelben Füßen, wobei „geel“ das plattdeutsche Wort für „gelb“ ist.

Weiter ging es zu dem Käfig, in dem die Grünleger auf ein neues Zuhause warteten. Zunächst standen wir etwas unschlüssig davor.  Zehn oder mehr weiße Hennen drängten sich darin und einige sahen ziemlich zerrupft aus. „Da war heute Morgen noch der Hahn drauf!“, sagte der Händler, der unser Stirnrunzeln bemerkt hatte, und fügte hinzu: „Ich hätte auch noch eine schwarze!“ Maiks Augen leuchteten auf. Ein schwarzes Huhn, das war ganz nach seinem Geschmack! Der Händler dreht sich um, zog aus einem anderen Pappkarton ein Huhn hervor und hielt es uns am ausgestreckten Arm entgegen.

Schwarzes GrünlegerhuhnEs flatterte tüchtig und wirklich viel war  von ihm nicht zu erkennen, außer sein Federkleid, das in der Morgensonne nicht nur schwarz, sondern in den verschiedensten Grün- und Blautönen wunderschön schimmerte. Wir nickten beide und auch dieses Huhn landete im Karton bei Collar und Geli. Später taufte Maik es „Odi“. In den ersten Wochen waren wir uns bei dieser Henne nämlich nicht so ganz sicher, ob sie nicht vielleicht doch ein Hahn war. Maik meinte, falls das am Ende so sein sollte, könnten wir einfach ein „N“ an den Namen hängen, „Odin“ sei doch ein guter Name für einen Hahn. War es schlussendlich dann aber nicht und so ist es bei Odi geblieben.

Nun fehlte nur noch eine Henne und so wandten wir uns wieder den weißen Grünlegern im Käfig zu. Plötzlich fiel mir in der Mitte der dicht gedrängten Hühner eines auf, das anders aussah als die anderen. Es war nicht ganz weiß sondern hatte mehrere schwarze Flecken im Gefieder, die fast wie große Punkte aussahen, ein bisschen so wie bei dem Pferd von Pippi Langstrumpf, dem kleinen Onkel. Ob es nun die Assoziation mit einer Kindheitserinnerung war oder ob ich immer noch den Mann von vorhin im Kopf hatte, der anscheinend alles, was irgendwie von der Norm abwich als hässlich empfand,  mein Herz schlug sofort für dieses gepunktete Huhn. Es hatte den Kopf aus der Menge empor gestreckt und blickte neugierig um sich. Wir waren uns einig, das würde unser Huhn Nummer vier werden.

Weißes Grünlegerhuhn mit schwarzen PunktenEs dauerte ein bisschen, bis der Geflügelhändler  es endlich aus der Mitte des Käfigs herausgefischt hatte. Anscheinend sah er die Unterschiede zwischen seinen Hühnern nicht so genau wie wir und wusste nicht, welches wir denn nun eigentlich mit „das gepunktete da“ meinten. Aber schließlich war auch das vierte Huhn im Karton verstaut, den er nun mit einem Band ordentlich zuschnürte und Maik überreichte.

Vorsichtig trug er ihn zum Auto und stellte ihn auf die Rückbank. Ganz still war es darin. Die Hühner bewegten sich kaum in dem dunklen Karton und nur ab und an war ein leises “Gock“ zu vernehmen. Nun aber nichts wie nach Hause! Obwohl die Hühner ja ganz gelassen zu sein schienen, wollte es mir nicht gefallen, sie länger als nötig in dieser Kiste zu lassen. Einen ganz kurzen Zwischenstopp beim Baumarkt mussten wir allerdings machen, weil Maik noch irgendein Teil für eines der Stallfenster benötigte. Er sprintete in den Laden, während ich im Auto bei den Hühnern blieb. Auf der Rückbank war alles still, bis ich auf einmal ein seltsames Geräusch hörte. Irgendwas passierte da doch!

Ich drehte mich um und schaute auf den Karton. Er hatte begonnen sich zu bewegen und auf einmal tauchte oben aus der Mitte, dort wo die zusammengeklappten Pappstücke zusammentrafen, etwas auf. Das gepunktete Huhn hatte den Deckel auseinandergedrückt, streckte Kopf und Hals aus der Öffnung heraus und schaute sich um. „Na, du kleines Pünktchen Naseweis!“, sagte ich, als sich unsere Blicke trafen. Das Huhn machte keine Anstalten wieder in den Tiefen des Kartons zu verschwinden, sondern fuhr fort sich nach allen Seiten umzublicken. „Schau mal nach hinten!“, sagte ich zu Maik, als er nur wenige Augenblicke später wieder neben mir eingestiegen war. Verdutzt schaute er auf das Huhn, das ihm von der Rückbank aus entgegenblickte: „Ganz schön vorwitzig, die Kleine!“ „Ja, ein kleiner Naseweis!“, gab ich zurück, „Darf ich vorstellen, Pünktchen Naseweis?“ „Das passt!“, fand Maik. Und so fuhren wir dann alle nach Hause. Collar, Geli und Odi unten im Karton, Maik und ich – und Pünktchen, die die ganze Fahrt über genau zu verfolgen schien, wohin die Reise ins Ungewisse wohl gehen mochte. Pünktchens erstes Abenteuer auf dem Weg in ihr neues zu Hause. Das erste von vielen, die noch folgen sollten.

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Du hast die Geschichte von Emmi Tuck verpasst?  Hier kannst du sie nachlesen:

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WeiterlesenNeulich im Hühnerstall – Pünktchens Abenteuer Teil 1

Neue Hühnergeschichte: Alle Jahre wieder! Zucchinischwemme

  • Beitrags-Kategorie:Blattgeflüster

Neue Hühnergeschichte: Alle Jahre wieder! Zucchinischwemme

Was hat die Zucchinischwemme mit unseren Hühnern zu tun? Das verraten wir dir in einer  kleinen, neuen Hühnergeschichte zu Weihnachten. Direkt weihnachtlich ist sie nicht, auch wenn das Wort „Weihnachten“ einmal darin vorkommt. Aber wie Weihnachten wiederholt sich diese Geschichte in jedem Jahr, genauso oder zumindest so ähnlich. Viel Spaß beim Lesen!

große Zucchinischwemme im Herbst
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Alle Jahre wieder! Die Zucchinischwemme und die Hühner

  • Beitrags-Kategorie:Hühner

Alle Jahre wieder!
Die Zucchinischwemme und die Hühner

Wenn du Hühner hast, brauchst du  keine Angst vor der gefürchteten jährlichen Zucchinischwemme zu haben! Zumindest unsere Hennen machen sich mit großem Enthusiasmus über jeden Zucchino her. Ein Zucchini-Split zum Aushöhlen ist einer ihrer liebsten Snacks im Spätsommer und im Herbst. Leider vergessen wir das zwischenzeitlich immer wieder. Aber die Geschichte muss der Reihe nach erzählt werden. Denn sie wiederholt sich jedes Jahr. Immer. Alle Jahre wieder.

große Zucchinischwemme im Herbst

Zucchini aus dem Garten
– erst Vorfreude, dann Genuss und schließlich Resignation

Anzucht von Zucchinipflanzen im FrühjahrWenn du Zucchini in deinem Garten anbaust, kennst du das sicher auch: Im Vorfrühling steckst du die Zucchinisamen zum Vorziehen in ihre Töpfchen und  wartest dann ungeduldig darauf, dass sie zu keimen beginnen.  „Noch so lange bis sie in den Garten ausziehen können und noch viel länger bis zur ersten Ernte!“

Mit der Zucchiniblüte im Frühling steigt dann die Vorfreude auf die ersten zarten Früchte. „Ach, das wird wunderbar – die erste vernasche ich direkt im Gemüsebeet! Hoffentlich ist es bald soweit!“

Und irgendwann kannst du tatsächlich die ersten Zucchini ernten. Klar, ein bisschen größer hätten sie schon noch werden dürfen, aber noch länger kannst  du einfach nicht warten. „Was machen wir nun daraus?“ So eine schwere Entscheidung, schließlich haben wir ja all die leckeren Zucchinigerichte das ganze Jahr noch nicht gegessen. Selbst die eingefrorenen Puffer aus dem letzten Sommer waren ja schon vor Weihnachten  aufgefuttert. „Vielleicht machen wir einfach einen schönen Salat oder braten sie ein bisschen in der Pfanne an?“ Ganz egal! Lecker sind sie in jedem Fall, die ersten  kleinen, zarten Zucchini. Ernte einer kleinen ZucchiniDie Hühner beobachten neugierig, wie wir mit unserer bescheidenen Ernte aus dem Gemüsegarten kommen. „Nee, das ist nicht für euch! Haltet euch gefälligst an den Löwenzahn und die Vogelmiere. Davon ist mehr als genug da!“
Die Nachbarin fragt vorsichtig an: „Habt ihr denn schon wieder Zucchini?“ „Ja, aber noch ganz wenig. Vielleicht kannst du nächste Woche mal eine bekommen!“

Und tatsächlich! Ein paar Tage später fällt die Zucchiniernte schon größer aus. Nun geht’s in der Küche los. Zucchini in allen Varianten – Puffer, Suppe, Wokgericht, süß und sauer eingelegt, Salate, gefüllte Zucchini – alles wunderbar. Und schweren Herzens geben wir der erfreuten Nachbarin auch noch ein paar ab. „Aber nicht gerade von den gelben! Die sind dieses Jahr ganz besonders lecker!“ „Und schließlich wollten wir doch auch noch ein paar Vorräte anlegen und Zucchini kann man ja nie genug haben.“

Eine herrliche Zeit – Sommer, Sonne und Zucchini! Aber im Gemüsegarten ist ja nun auch vieles andere erntereif. So kommt dann auch mal ein paar Tage lang wieder etwas anderes auf den Tisch und die Zucchini werden erstmal vergessen.

Große dicht gewachsene Zucchinipflanze

Zwei Tage später dann mal wieder ein Blick auf die Zucchinipflanzen. Das Blattwerk ist so dicht, dass man gar keine Früchte mehr sieht. Schauen wir doch mal genauer hin… Und sofort ist klar: Sie ist da! Die gefürchtete Zucchinischwemme! Wo neulich noch die kleinen, zarten Früchte hingen, liegen nun dutzende Riesenzucchini schwer auf dem Boden. Manche einen halben Meter lang und dicker als ein Oberschenkel. Zu Hilfe! Der Platz im Gefrierschrank ist schon knapp geworden, eingekocht haben wir auch mehr als genug. „Noch mal Zucchinieintopf?“ „Hm… frag doch sonst noch mal die Nachbarn, ob sie welche möchten!“

Ernte von riesigen ZucchiniDie Nachbarn haben von anderen Nachbarn schon zu oft Zucchini bekommen und wollen absolut keine mehr. Eine Nachbarin verdreht bei dem Wort „Zucchini“ gar merklich die Augen. Nur die Schwägerin lässt sich noch erweichen: „Also, eine würde ich nehmen. Da schnitz ich dann ein Zucchinimonster draus, so als Deko vor der Haustür!“ Gut, nicht ganz unsere Vorstellung vom Umgang mit Lebensmitteln – aber im Garten verrotten lassen möchten wir unsere Ernte ja auch nicht.

Im örtlichen Supermarkt ist derweil der Kilopreis der Zucchini, der im Winter noch bei stattlichen 6,99 Euro lag, auf 1,29 Euro gefallen.

Zwischendurch ruft die Mama an: „Mein Nachbar hat mir so eine Riesenzucchini vor die Tür gelegt. Die bekomme ich ja niemals alleine auf. Wollt ihr die Hälfte abhaben?“ „Ja,.. also nein danke!“ „Aber ich kann doch kein Essen auf den Müll werfen!“ „Na gut, wir nehmen sie ja!“

zu viele Zucchini geerntetWohin nur mit all den Riesendingern? Und es kommen immer noch mehr. „Nächstes Jahr brauchen wir nicht wieder zehn Zucchinipflanzen!“ „Stimmt, eine grüne, eine gestreifte und eine gelbe reichen dicke aus!“ „Dann lassen wir von jeder Sorte eine für das Saatgut dran.“  „Und all die anderen?“ „Auf jeden Fall erst mal abernten!“
Nach fünf Minuten ist die Schubkarre voll. Zucchinischwemme! „Wir können sie ja erstmal in den Carport stellen!“ „Und dann da einfach vergessen?“  Resignation!

Rettung aus der Zucchinischwemme – die Hühner lieben sie!

Auf dem Weg vom Gemüsegarten zum Haus kommen wir etwas verstimmt am Hühnerauslauf vorbei. Sofort ändert sich die Laune, denn unsere zehn Hennen kommen wie immer sofort angelaufen, um zu schauen, was wir gerade treiben und ob wir vielleicht etwas Leckeres mitgebracht haben. Sie drängeln sich am Tor und begrüßen uns aufgeregt gackernd. Fienchen springt auf eine erhöhte Sitzstange und verlangt lautstark nach Mehlwürmern. Ganz sicher! Sie hat eine laute, heisere Stimme und was sie ruft ist eindeutig: „Maik! Mehlwürmeeeer!“ Das klingt so lustig, da kann ja kein Mensch mehr schlechter Stimmung sein.

Maik hat aber heute leider keine Mehlwürmer dabei. Alles, was wir haben, ist eine Schubkarre voller Zucchini. Und Maik hat ein großes Messer. Damit zerteilt er eine der großen Zucchini, was gar nicht so leicht ist, da die Schale sehr dick und ziemlich hart ist. „Mal sehen, ob die Mädels Zucchini-Split mögen.“

Huhn springt in den FuttereimerNoch bevor die Zucchinihälften auf dem  Boden im Hühnergehege liegen, ist Fienchen auf Maiks Arm gesprungen und versucht den ersten Bissen zu ergattern. Das macht sie fast immer so. Morgens fliegt sie auch gern mal in den Futtereimer, um vor allen anderen an ihr Frühstück zu kommen. Early versucht auch noch auf Maiks Arm zu landen, verfehlt ihn aber knapp.

Schließlich schafft er es, sich auch von Fienchen zu befreien und kann die Zucchinihälften auslegen. Sofort stürzen sich unsere Hennen auf die weichen Kerne. Wer kann, schnappt sich einen und flüchtet damit an einen geschützten Platz, damit bloß niemand anders den Leckerbissen wegschnappen kann. Nur Eule zögert noch ein bisschen und wartet wohl ab, wie sich die Dinge entwickeln.

Die Kerne sind nach wenigen Minuten vertilgt. Nun geht es an das Fruchtfleisch. Eng gedrängt wird gepickt, was das Zeug hält und im Nu sind die beiden Zucchinihälften komplett ausgehöhlt. Nur die harte Schale ist übrig.   Viel dran ist nicht an so einem Ding, wenn sich zehn Hennen darüber hermachen. Die Schalen werden noch ein bisschen mit den Schnäbeln durch das Gehege gekickt, dann ist der Spaß vorbei und die Hühner wenden sich wieder anderen Dingen zu. Aber für eine Weile waren die Zucchini eine spannende Hühnerbeschäftigung.

Hühner fressen eine große Zucchini

„Das machen wir demnächst nochmal.“ „Ja, die Zucchini halten sich ja zum Glück auch eine ganze Weile.“ „Man gut, dass wir so viele haben.“ „Ja, die bauen wir nächstes Jahr wieder reichlich an!“ „Genau! Was die anderen bloß immer mit dieser ‚Zucchinischwemme‘ haben!“ „Zucchinischwemme? Papperlapapp!“

Zufrieden schieben wir unsere Schubkarre mit den kostbaren Riesenzucchini in den Carport und machen Feierabend.

Bis in den Herbst gibt es nun Zucchini-Split zur Hühnerbespaßung. Manchmal auch gefüllte Zucchini mit ein bisschen Quark darin. Oder, wenn Maik besonders spendabel ist, auch mit ein paar Mehlwürmern garniert.

Irgendwann ist auch die größte Ernte vertilgt. Dann kommt der Winter und Weihnachten und keiner denkt mehr an Zucchini, außer vielleicht, wenn es mal Zucchinipuffer aus dem Gefrierschrank gibt.

Und dann kommt Neujahr und langsam werden die ersten neuen Aussaaten für die Anzuchtstation geplant. „Wie viele von den Zucchini soll ich denn säen?“ „Och, mach mal nicht zu wenig. Zucchini hatten wir ja ewig nicht!“ „Hm, ich krieg grad voll Appetit auf diese leckere Zucchinipfanne, die du letztes Jahr gemacht hast.“ „Oh ja! Man, ist das noch lange hin, bis wir wieder welche ernten können.“ „Wie lange brauchen die nochmal zum Keinem? Los, wachst!“

Und damit hat die Geschichte wieder von vorn angefangen. Wie immer. Alle Jahre wieder.

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P.S. Falls du keine Hühner zum Verwerten deiner Zucchinischwemme hast, hier noch ein kleiner Tipp von uns. Wir lieben Zucchinispaghetti! Bei der Zubreitung haben wir uns ewig mit einem kleinen Hand- Spiralschneider abgemüht, bis wir uns endlich ein elektrisches Modell von WMF gegönnt haben. Damit ist die Herstellung von Gemüsenudeln super einfach und schnell. Es leistet uns seit Jahren gute Dienste.

Das neuste Modell des WMF Spiralschneiders kannst du <<hier kaufen>>

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Weizengras für Hühner selber anbauen

  • Beitrags-Kategorie:Hühner

Weizengras für Hühner selber anbauen

Glückliche, gesunde Hühner und verbesserte Legeleistung auch im Winter?

Im Frühling und Sommer ist das Angebot an frischem Grün für die Hühner groß. Löwenzahn und andere Wildkräuter finden sich überall und sind eine gern angenommene Futterergänzung. Die Hühner scharren und picken zufrieden, sind gesund und vital und legen fleißig Eier mit schönen gelben Dottern.

Hühner fressen selbst angebautes Weizengras

Im Winter sieht das allerdings ganz anders aus. Da ist das Angebot an Wildpflanzen eher spärlich und das wenige Grün macht eher einen kläglichen, welken Eindruck. Die Legeleistung der Hühner geht meist massiv zurück und die Dotter der wenigen Eier werden zunehmend blass.

Was nun also tun? Aus Spanien importierten Salat und anderes Gemüse zuzufüttern, ist eine Möglichkeit, die zum einem nicht gerade nachhaltig ist und zudem über den langen Winter auch ziemlich teuer wird. Und wie viele gesunde Inhaltsstoffe in so einem Eisbergsalat letztlich noch stecken, der tagelang unterwegs war, bis er auf unserem oder dem Teller der Hühner landet, ist zudem fraglich.

Selbst angebautes Weizengras ist die Alternative: Schnell, einfach, kostengünstig, nachhaltig und so richtig, richtig gesund. Innerhalb weniger Tage kannst du es Zuhause auf der Fensterbank selber ziehen und deinen Hühner auch in der kalten Jahreszeit ein wahres Superfood anbieten. Weizengras ist reich an Proteinen, Vitaminen, Eisen und Calcium. Damit kommen die Hühner gesund durch den Winter und werden es dir wahrscheinlich auch mit mehr Eiern danken.

Hühner bekommen eine Portion Weizengras

So einfach gelingt der eigene Anbau von Weizengras:

Du benötigst:

    • Keimfähige Weizenkörner
    • Lauwarmes Wasser
    • Schüssel
    • Sieb
    • Etwas Erde
    • Flaches Gefäß (Anzuchtschale, altes Backblech, oder ähnliches)

Kurzanleitung:

    • Die Weizenkörner in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser geben
    • Über Nacht quellen lassen
    • Weizenkörner am nächsten Tag in ein Sieb schütten und kalt abspülen
    • Erde in das Anzuchtgefäß geben und leicht anfeuchten
    • Weizenkörner darauf verteilen
    • Auf die Fensterbank stellen
    • Erde leicht feucht halten, nur mäßig gießen oder besprühen
    • Nach 10 bis 13 Tagen ist das Weizengras bereit für die Ernte
Weizengrasanbau im Frühjahr

Schritt für Schritt zum eigenen Weizengras:

Woher bekommst du keimfähige Weizenkörner?

Wenn du den Anbau von Weizengras erst einmal ausprobieren möchtest, kannst du einfach auf ein kleines Paket Weizen zurückgreifen, wie du es in fast jedem Supermarkt oder Bioladen bei den Backwaren findest. Meistens ist das eine Menge von einem Kilo, die je nach Größe deines Anzuchtgefäßes für den ein- oder zweimaligen Anbau ausreicht. Wir haben es bisher noch nicht erlebt, dass  Weizen aus diesen Paketen nicht gekeimt wäre.

Hast du aber vor, den Winter über alle paar Tage mal wieder eine neue Charge Weizengras auszusäen oder benötigst größere Mengen für deine große Hühnerschar, werden diese kleinen Packungen schnell zu teuer. Dann empfiehlt es sich, auf Futterweizen zurückzugreifen, den du im Landhandel in Säcken von meist 25 oder 50 Kilo erwerben kannst. Dieser ist wesentlich günstiger und im Normalfall ebenso keimfähig. Im Zweifel fragst du beim Händler nach, ob das Getreide gegen Keimung behandelt ist. Bei Vogelfutter ist das öfter der Fall, behandelter Futterweizen ist uns persönlich aber noch nicht begegnet.

Wenn du möchtest, kannst du deinen Weizen jetzt direkt aussäen. Das Einweichen ist allerdings schon empfehlenswert, da es die Keimrate und vor allem Keimgeschwindigkeit deutlich erhöht. Einen Tag Zeit kannst du dir also dafür lassen, der vorgequollene Weizen wird schneller erntereif sein. Du gibst ihn einfach in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und lässt ihn über Nacht darin stehen.

Am nächsten Tag gießt du das Wasser ab und spülst die Weizenkörner mit klarem Wasser gut durch. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass sie anfangen zu schimmeln. Dann ist der Weizen auch schon fertig für die Aussaat.

Ein flaches Gefäß eignet sich am besten als Anzuchtbehältnis. Wir nehmen, was sich gerade findet – ein altes Backblech zum Beispiel. Das Weizengras bildet keine tiefen Wurzeln und du benötigst nur wenig Erde. Welche Erde du verwendest und wie nährstoffreich sie ist, spielt keine große Rolle. Einfache Blumenerde, Gartenerde oder was auch immer du zur Hand hast. Im Grunde würde der Anbau auch ganz ohne Erde auf einem Stück Küchenpapier oder Ähnlichem funktionieren. Aus zwei Gründen ziehen wir das Weizengras aber lieber auf Erde heran.

Zum einen hält die Erde die Feuchtigkeit wesentlich konstanter. Bei der Anzucht ohne Erde, zum Beispiel auf Küchenkrepp, musst du deutlich mehr darauf achten, dass das Ganze weder zu trocken, noch zu nass ist. Zu wenig Wasser lässt deine Keimlinge im Nu verdorren, sind sie zu nass, entsteht schnell Schimmel. Beides bedeutet, die Ernte ist verloren.

Zum anderen verfüttern wir das Weizengras gerne komplett mit den gekeimten Körnern und Wurzeln. Wie ein kleiner Teppich lässt sich alles komplett aus den Anzuchtbehältern lösen und die Hühner haben auch noch eine schöne Beschäftigung, weil sie scharren und zupfen können. Da bleibt am Ende nie etwas übrig. Wenn du trotzdem lieber ein Krepp nutzen möchtest, kannst du das erntereife Weizengras auch einfach abschneiden und dann nur die Halme füttern.

Egal, für welche Methode du dich entscheidest – die vorgequollenen Weizenkörner werden nun gleichmäßig im Anzuchtgefäß verteilt. Das stellst du dann einfach auf die Fensterbank und hast nur noch eine Sache zu tun: auf die Feuchtigkeit musst du immer achten. Das Weizengras nur mäßig gießen oder mit einer Sprühflasche benetzen.

Huhn am Wohnzimmerfenster sieht frisches Weizengras
Henne Pünktchen wartet schon ungeduldig.

Nach zehn bis 13 Tagen sollte dein Weizengras erntereif sein (jedenfalls, wenn du den Weizen hast quellen lassen). Es wird in etwa acht bis zehn cm hoch sein und von einer herrlich, saftig grünen Farbe. Wesentlich länger solltest du auch nicht mit der Ernte warten. Je größer es wird, desto mehr nimmt der Nährstoffgehalt ab. Außerdem können zu lange Halme bei den Hühner zu einer Kropfverstopfung führen, vor allem wenn es abgeschnitten angeboten wird und sie nicht, wie in der Natur, kurze Stückchen abzupfen können.

Nun können die Hühner ihr frisches Grünfutter probieren. Bei uns dauert es maximal zehn Minuten, bis so ein Backblech voll Weizengras komplett vertilgt ist. Gut, wenn dann auf der Fensterbank schon der Nachschub heranreift.

Falls du es mal eiliger haben solltest, noch ein kleiner Tipp:

Auch die Weizenkeimlinge sind ein tolles, natürliches Hühnerfutter. Bis sie so weit sind, dass du sie verfüttern kannst, dauert es meist nur wenige Tage.  Wenn der Spross in etwa die Größe des Weizenkornes erreicht hat, sind die Weizenkeimlinge perfekt. Die angekeimten Körner sind leichter verdaulich für die Hühner als trockenes Getreide und in den Sprossen stecken zudem auch eine Menge Vitalstoffe.

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Morosche Möhrensuppe: Wirksames Mittel gegen Durchfallerkrankungen für Mensch und Tier

  • Beitrags-Kategorie:HühnerRezepte

Morosche Möhrensuppe: Wirksames Mittel gegen Durchfallerkrankungen für Mensch und Tier

Diese heilkräftige Suppe besteht nur aus drei Zutaten und ihrer besonderen Zubereitungsart: Möhren, Wasser, Salz und eine extrem lange Kochzeit. Dennoch ist sie ein hochwirksames Mittel gegen Durchfallerkrankungen bei Menschen und vielen Tieren. Das war den Menschen schon vor über 100 Jahren bekannt, als es noch keine Antibiotika gab und Darminfektionen oft einen tödlichen Ausgang hatten. Der Kinderarzt Dr. Moro machte die später nach ihm benannte Suppe berühmt, als es ihm durch seine Suppenkur gelang, die Kindersterblichkeitsrate bei Durchfallerkrankungen in seinem Wirkungskreis erheblich zu senken. Warum genau die Suppe eine solch hohe Wirksamkeit hatte, wusste allerdings niemand so genau.

Unsere Hühner picken Morosche Möhrensuppe

Tatsächlich hat es mehr als ein Jahrhundert gedauert, bis diese Frage beantwortet werden konnte. Erst vor wenigen Jahren wurde das Ergebnis der langen Forschungsarbeit veröffentlicht. Die Antwort kommt in Gestalt des Zungenbrechers „Oligogalakturonsäuren“ daher. Dahinter verbergen sich spezielle Zuckermoleküle, in die die Kohlenhydrate der rohen Möhre bei ausreichend langem Kochen aufgespalten werden. Diese Zuckermoleküle ähneln den Rezeptoren im Darm, an die durchfallauslösende Bakterien anhaften. Das ist es, was der Suppe ihre heilende Wirkung verleiht: Denn anstatt an der Darmwand haften die schädlichen Bakterien an den Oligogalakturonsäuren und können so aus dem Körper ausgeschieden werden. Und das ganz ohne, dass die Darmflora geschädigt wird oder andere Nebenwirkungen zu befürchten wären. Soweit der Stand der Wissenschaft. Liest sich fast wie ein kleines Wundersüppchen und tatsächlich werden viele Loblieder auf die Morosche Möhrensuppe gesungen, manche Stimmen halten sie sogar für noch wirksamer als gängige Antibiotika. Ob sich das alles so verhält, können und wollen wir nicht beurteilen. Wir halten es da eher mit den Menschen vor gut 100 Jahren: Wenn es denn hilft, ist es nicht ganz so wichtig, warum. Wir haben gute Erfahrungen mit der Möhrensuppe gemacht und geben sie unserem Hund und unseren Hühner, sowohl vorbeugend als auch zu Behandlung akuter Durchfälle. Schaden kann das ja nicht und alle unsere Tiere lieben die Suppe ungemein.

Daher hier nun das Rezept:

Rezept: Morosche Möhrensuppe

Zutaten:

    • 500 g Möhren (am besten Bioqualität)
    • 1 Liter Wasser
    • 1 Teelöffel Salz (am besten Meersalz ohne Zusatzstoffe)
    • Abgekochtes Wasser zum Auffüllen

Kurzanleitung:

    • Möhren waschen, schälen, in Würfel schneiden
    • Mit einem Liter Wasser zum Kochen bringen
    • Bei geringer Hitze mindestens 60 Minuten, aber besser noch länger, bis zu 2 Stunden, köcheln lassen
    • Dabei öfter Umrühren und ggf. Wasser nachfüllen
    • Suppe pürieren und mit abgekochtem Wasser auf einen Liter auffüllen
    • In kleinen Mengen auf nüchternen Magen über den Tag verteilt anwenden

Schritt für Schritt zur Möhrensuppe

Zunächst werden die Möhren für die Suppe vorbereitet. Wir nehmen natürlich am liebsten die aus unserem Garten, aber bei gekauften achten wir auf Bioqualität. Wenn man schon etwas für die Gesundheit herstellen möchte, dann auch ohne unnötige Gifte darin. Die Möhren werden gründlich gewaschen. Wie du es mit dem Schälen halten möchtest, bleibt ganz dir überlassen. Junge Möhren mit ganz glatter Schale schälen wir persönlich nicht. Anschließend werden sie in kleine Stücke geschnitten, ob nun Würfel, Scheibchen, halbe Scheibchen oder Stifte spielt auch keine Rolle – Hauptsache, nicht zu groß.

Dann kommen die Möhren mit Wasser auf den Herd. Und da bleiben sie dann auch geraume Zeit. Wir geben zu Anfang bereits mehr als einen Liter Wasser hinzu. Die Suppe soll schließlich mindestens eine Stunde kochen, da verdampft dann schon einiges und wenn du deinen Topf mal zu lange aus den Augen lässt, brennen die Karotten schnell an, wenn nicht mehr genug Flüssigkeit da ist. Also lieber ab und zu mal schauen, umrühren und gegebenenfalls etwas Wasser nachfüllen.

Nach der Kochzeit schauen wir uns die Konsistenz der Suppe an. Manchmal sind die Möhren so verkocht, dass ein Pürieren gar nicht mehr nötig ist. Du kannst den Möhrenbrei auch durch ein Sieb streichen oder einfach mit einer Gabel restliche weiche Stücke zerdrücken. Wichtig ist nur, dass du am Ende eine homogene Masse erhältst. Ein Liter Suppe soll es am Ende werden. Wahrscheinlich musst du noch Flüssigkeit auffüllen. Dazu nimmst du abgekochtes Wasser und rührst es unter den Möhrenbrei.

Nun kommt noch ein Teelöffel Salz dazu und fertig ist die Morosche Möhrensuppe.

Für menschliche Patienten wird empfohlen, alle zwei Stunden auf nüchternen Magen eine kleine Portion zu sich zu nehmen. Bei den Tieren musst du selber schauen. Unser Hund bekommt immer eine etwas größere Menge, die er im Nu aufgeschlabbert hat, die Hennen teilen sich ihre Schüssel schwesterlich. Da bleibt kein Tropfen über. Endlich mal eine Medizin, die die tierischen Patienten nicht nur freiwillig, sondern mit großer Begeisterung einnehmen!

Den kulinarischen Wert dieses Gerichts wissen wir allerdings nicht ganz so zu schätzen wie unsere Tiere. Sie ist süß und ziemlich geschmacksneutral, fast wie ein Babybrei. Das Salz schmeckst du wirklich überhaupt nicht heraus. Es ist aber dennoch eine wichtige Zutat, weil es dem Körper neben den Mineralien in den Möhren auch Elektrolyte zuführt, die bei Durchfall schnell verloren gehen. Aber so richtig lecker ist sie für uns nicht.

Deshalb mussten wir auch ein bisschen darüber schmunzeln, dass die Morosche Möhrensuppe anderenorts in sehr stylischen Suppenschälchen mit Petersilie garniert präsentiert wird. Sie kann wirklich köstlich aussehen und das mag ja auch heilsam für einen durchfallgeplagten Menschen sein, aber für deine Gäste solltest du sie eher nicht zubereiten, wenn du mit deinen Kochkünsten punkten möchtest.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Hausmittel sind eine tolle Sache und wir nutzen sie, wo es geht. Den Gang zum (Tier-)Arzt ersparen sie aber nicht immer. Bei anhaltenden Darmprobleme bitte nicht zu lange damit warten, die Ursachen medizinisch abklären zu lassen!

WeiterlesenMorosche Möhrensuppe: Wirksames Mittel gegen Durchfallerkrankungen für Mensch und Tier

Mein erstes Huhn – Die Geschichte von Emmi Tuck

Mein erstes Huhn
Die Geschichte von Emmi Tuck

Titielbild Emmi Tuck mein erstes Huhn

Einige von euch haben sich kürzlich mehr Hühnergeschichten gewünscht. Von unseren vorwitzigen Hennen gäbe es eine Menge zu erzählen.

Trotzdem gehe ich heute mal etwas weiter zurück (naja, ein paar Jahrzehnte sind es dann doch) und erzähle euch mein allererstes Hühnererlebnis, die Geschichte von Emmi Tuck.  Und die begab sich so:

Es war in den Sommerferien, irgendwann Anfang der 80er Jahre. Wann genau, kann ich nicht mehr sagen, aber es war ein Freitag und es war um die Mittagszeit. Es war in einem dieser Sommer der Kindheit. Wisst ihr noch? Es gab nur schönes Wetter, sechs Wochen Sommerferien schienen schier endlose Freiheit zu bedeuten und jeder Tag brachte neue Abenteuer, in die man sich bar aller Sorgen und Nöte stürzen konnte.

Vielleicht war das so, vielleicht  ist das auch nur das Bild, das einem die Erinnerung Jahrzehnte später malt.

Dieser Freitag war aber tatsächlich so, das weiß ich noch genau. Ich war mit meiner Freundin Claudi mit dem Fahrrad unterwegs. Die Kleinstadt, in deren Nähe ich aufgewachsen bin, war ein friedliches Örtchen. Es gab keine mehrspurigen Straßen, nur drei Ampeln, ein paar Zebrastreifen und keine Staus. Als Claudi und ich allerdings an diesem Tag in unseren kurzen Hosen unbeschwert durch die Straßen radelten, bot sich uns ein seltener Anblick. Verkehrschaos! Und das mitten in Meldorf!

Vor einem der Zebrastreifen staute sich der Verkehr, einige ungeduldige Autofahrer hupten, andere gestikulierten wild aus den heruntergelassenen Scheiben. Was war denn da nur los? Neugierig fuhren wir an der Autoschlange vorbei, um herauszufinden, was denn bloß die Ursache dieses Tumults sein konnte.

Als wir nahe genug herangekommen waren, trauten wir unseren Augen kaum. Grund dieser Aufregung war tatsächlich ein Huhn, ein braunes Huhn. Es spazierte vollkommen unbeeindruckt vom Hupen und Winken der Autofahrer auf dem Zebrastreifen herum, von links nach rechts und wieder zurück und blockierte so den kompletten Verkehr in der Rosenstraße.

Ich war eher um das Tier als um den stockenden Verkehr besorgt, als ich schnell mein kleines, blaues Kinderrad abstellte und auf das Huhn zuging, um es aus der gefährlichen Situation mitten auf der Straße zu befreien. Zu meinem Erstaunen, musste ich es gar nicht einfangen, es ließ sich widerstandlos auf den Arm nehmen und auf den sicheren Bürgersteig tragen. Die Autofahrer winkten dankbar und fuhren ihrer Wege, so dass sich der Stau im Nu aufgelöst hatte. Alles wieder normal im beschaulichen Meldorf. Bis auf mich, die ich nun auf dem Bürgersteig vor dem Spielzeugladen der Familie Seldenschlo stand, mit einem Huhn auf dem Arm, das ich ratlos betrachtete. So ein hübsches, zahmes kleines Huhn. Wem mochte es nur gehören? Und wie traurig musste der Besitzer sein, sein niedliches Huhn verloren zu haben. Irgendwie mussten wir der Kleinen doch helfen, wieder nach Hause zu kommen.

Claudi und ich beratschlagten uns. Unseres Wissens nach gab es in der Stadt niemanden, der Hühner in seinem Garten hatte und dass das Huhn aus einem der umliegenden Dörfer allein in die Stadt spaziert war, hielten wir für eher unwahrscheinlich. Wo war es denn nur hergekommen? Wir dachten weiter angestrengt nach. Da kam einer von uns die Idee. Richtig! Es war ja Freitag und freitags ist in Meldorf immer Wochenmarkt. Da werden doch auch Hühner verkauft. Also musste die kleine Henne dort ausgebüxt sein. Also nichts wie los zum Marktplatz. Dort würde sich der Besitzer des Huhnes doch finden lassen.

Der Plan hatte allerdings einen Haken, einen logistischen. Ich musste nämlich feststellen, dass es unmöglich ist, mit einem Huhn auf dem Arm ein Fahrrad zu schieben und Claudi schaffte es ebenfalls nicht, beide Kinderräder gleichzeitig zu schieben, ohne dass sich die Vorderräder verdrehten und immer eines Räder umkippte.

Aber das Huhn wollte doch ganz sicher wieder nach Hause. Also erklärte ich ihm, dass es nun mit uns mitkommen müsse, wir ihm wirklich nur helfen wollten und setzte es kurzerhand in das kleine Fahrradkörbchen auf meinem Gepäckträger. Und siehe da, das Tier zeigte sich kooperativ und blieb ruhig sitzen. So schoben wir also optimistisch die Meldorfer Fußgängerzone, die bei uns „Gehstraße“ hieß, herauf, bis wir am Dom ankamen.

Der Marktplatz war leergefegt. Kein einziger Wochenmarkthändler war mehr da. Oh nein, wir waren zu spät, der Markt war schon vorbei. Aber vielleicht war derjenige, zu dem das kleine Huhn gehörte hier ja noch irgendwo und suchte nach ihm? Von den wenigen Menschen, die rund um den Dom unterwegs waren, sah leider niemand so aus, als würde er ein Huhn suchen. Jeder schritt zielstrebig in eine bestimmt Richtung. Und auch das Huhn zeigte keinerlei Anzeichen, eine bestimmte Person zu kennen. Hier kamen wir also nicht weiter.

Claudi und ich beratschlagten uns erneut, was nun zu tun sei. Schlussendlich blieb nur eine einzige vernünftige Möglichkeit: wir mussten das Huhn zur Polizei bringen. Entweder hatte jemand es dort schon als vermisst gemeldet oder die Polizisten würden sich mit ihren, den unseren weit überlegenen, Möglichkeiten auf die Suche nach dem Eigentümer machen.

Die kleine Polizeistation lag direkt am Marktplatz, so dass wir es auch nicht weit hatten. Ich war noch nie darin gewesen und zudem ein ziemlich schüchternes kleines Mädchen. So hatte ich beim Eintreten ziemlichen Respekt. Hinter einem großen Tisch saß ein Polizeibeamter, der recht freundlich aufblickte, als wir drei, Claudi, das Huhn und ich durch die Tür kamen. Geduldig hörte er sich unser Anliegen an und sagte uns dann zu unserer Enttäuschung, dass sich bisher niemand nach dem braunen Huhn erkundigt habe. Er überlegte eine Weile und versprach dann, dass man versuchen würde, den Besitzer ausfindig zu machen. Er bedankte sich bei uns dafür, dass wir uns um das Huhn gekümmert hätten und fragte, ob wir wohl noch ein bisschen helfen könnten. Die Polizeistation sei kein guter Ort für ein Huhn. Vielleicht könnten wir es mit nach Hause nehmen und es versorgen, bis der Besitzer gefunden sei? So einen wichtigen Auftrag von einem richtigen Polizisten konnten wir schlecht ablehnen und kamen uns auch recht bedeutungsvoll vor als quasi echte Mitarbeiter der Meldorfer Polizei.

Also hinterließen wir unsere Namen und Adressen und machten uns auf den Weg zu Claudis Elternhaus. Das war der kürzere Weg. Claudi wohnte nämlich in Meldorf, in einem schmucken Bungalow im Neubaugebiet. Auf dem Weg dorthin überlegten wir uns, dass es durchaus sinnvoll wäre, dem Huhn vorübergehend einen Rufnamen zu geben. Seinen richtigen Namen wussten wir ja nicht und es immer nur „Huhn“ zu nennen, war ja auch irgendwie blöd. Ich schlug vor, es Emmi Tuck zu nennen. Vor- und Nachname muss schließlich sein, dachte ich, obwohl ich keinerlei Erfahrung mit der Namensgebung bei Hühnern hatte. Claudi war einverstanden und auch das Huhn erhob ob der neuen Ansprache keine Einwände. Also war’s abgemacht, erstmal hieß die Henne Emmi Tuck.

Emmi Tuck wurde bei Claudi zu Hause mit stürmischer Begeisterung empfangen. Kaum hatten wir das Haus betreten, kamen ihre drei kleinen Brüder  angelaufen und wollten sie streicheln und mit ihr spielen. Sie waren etwas enttäuscht, als wir ihnen pflichtbewusst erklärten, dass Emmi Tuck nur zu Besuch sei und wohl nicht lange bleiben würde, sie uns aber so lange helfen dürften, auf das Huhn aufzupassen. Also spielten wir gemeinsam mit Emmi Tuck in der Diele, die sich auch alle Streicheleinheiten der drei wilden kleinen Jungs geduldig gefallen ließ, bis Claudis Mutter dazu kam. Aus unerfindlichen Gründen schien sie unsere Begeisterung für das Huhn im Haus nicht so ganz zu teilen. Sie zeigte sich zwar einsichtig, was unseren polizeilich angeordneten Betreungsauftrag für dieses Tier anging, machte aber entschlossen deutlich, dass es das Beste sei, wenn ich das Huhn mit zu mir nach Hause nehmen würde.

Claudi und ihre Brüder waren etwas zerknirscht, ich hingegen war natürlich mehr als einverstanden, auch damit, besser sofort aufzubrechen. An den Grund, den Claudis Mama dafür nannte, sofern sie es denn tat, kann ich mich zwar nicht mehr erinnern, aber Emmi Tuck und ich machten uns sogleich auf den Weg nach Ammerswurth. Sie im Körbchen sitzend, ich mein kleines, blaues Rad schiebend, zu Fuß. Auf den zweieinhalb Kilometern habe ich Emmi Tuck sicher so einiges erzählt, um ihr und mir die Zeit zu vertreiben, während wir die Bundestraße entlangwanderten. Was das gewesen sein mag, kann ich euch heute, nach über 35 Jahren, nicht mehr erzählen, aber irgendwann kamen wir schließlich an und ich berichtete meiner Mutter aufgeregt alles, was sich an diesem spannenden Ferientag zugetragen hatte. Sie sah auch ein, was für eine große Verantwortung ich nun zu tragen hatte und was das mit sich bringen würde. Sie war der Meinung, dass es vielleicht doch sehr lange dauern könnte, bis die Polizei Emmis Besitzer finden würde, vielleicht die ganzen Ferien oder gar noch länger. Da würde sich das Huhn doch ohne Artgenossen wahrscheinlich bald sehr einsam fühlen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, Emmi Tuck bei den Nachbarn gegenüber unterzubringen. Die hätten doch viele Hühner, die den ganzen Tag auf der Wiese spielen können, abends einen warmen Stall und ausreichend Hühnerfutter haben. Dort könnte sich Emmi doch eine Weile wohlfühlen. Zuerst war ich nicht so sicher, ob ich die mir aufgetragene Verantwortung für das Huhn einfach so in andere Hände legen durfte, aber das Argument mit den fehlenden Artgenossen sowie die Beteuerung meiner Mutter, dass Emmis richtiger Besitzer sie ja auch bei den Nachbarn jederzeit abholen könne, ließen mich dem Plan schließlich doch zustimmen.

So brachten wir Emmi Tuck also zu den Nachbarn, die keine Einwände hatten, sie eine Zeit lang zu beherbergen. Auch Emmi schien einverstanden mit ihrem neuen Zuhause auf Zeit. Jedenfalls lief sie sogleich, ohne sich nochmal umzuschauen, zu den anderen Hühnern auf die große Wiese und begann eifrig zu scharren und zu picken. Als ich sah, wie viele andere braune Hühner dort ihr zum Verwechseln ähnlich sahen, war ich kurzzeitig etwas besorgt, ob ich sie denn wiedererkennen würde, beruhigte mich dann aber mit der Gewissheit, dass ihr Besitzer sie ja viel besser kennen würde als ich, die ich nur ein paar Stunden mit ihr verbracht hatte. Und sie würde ihn ja schließlich auch erkennen, sich freuen und sofort zu ihm gelaufen kommen. Also war alles in Ordnung.

Die nächsten Tage wartete ich noch gespannt auf eine Nachricht von der Polizei und fragte jeden Abend, ob der Polizist schon angerufen habe, aber nichts geschah. Schließlich fragte ich immer seltener und irgendwann gar nicht mehr. Manchmal, wenn ich an der Wiese der Nachbarn vorbeikam, versuchte ich Emmi Tuck unter den anderen Hühnern auszumachen, aber ganz sicher gelang mir das nicht und sie kam auch nicht an den Zaun, um mir Hallo zu sagen.

Ich dachte mir, dass sie sich sicher gut eingelebt hätte und war nur noch ein klitzekleines bisschen traurig, dass ihr Besitzer offenbar trotz aller Bemühungen nicht gefunden werden konnte.  Ganz sicher war und bin ich mir jedoch, dass ein Huhn durchaus schlechter leben kann als auf einer grünen Wiese in der Dithmarscher Marsch, wo Emmi Tuck sicher ein schönes, langes Hühnerleben verbracht haben wird, das damals, Anfang der 80er Jahre an einem Freitag in den Sommerferien begann.

Sünni

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