Pufferzone, Hotspotzone, Ertragszone. So wird dein Garten zu einem Hortus.

Meerrettich selber anbauen – Fechser in den Garten setzen

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Meerrettich selber anbauen
– Fechser in den Garten setzen

Für die neue Gartensaison haben wir uns vorgenommen, einige neue Gemüsesorten in unserem Garten auszuprobieren. Warum auch immer, aber die meisten haben in diesem Jahr etwas mit Wurzeln oder Knollen zu tun. Den Anfang haben wir nun, Anfang April, mit dem Meerrettich gemacht.

Fechser vom Meerrettich

Als ich Kind war, gab es bei uns zu Haus diese scharfe Wurzel eigentlich nur zu „Karpfen blau“. Den Karpfen mochte ich ja nie, aber die Beilage – Kartoffeln und geschlagene Sahne mit geriebenem Meerrettich – die war ein Genuss. Fast sehe ich noch vor mir, wie die Schlagsahne auf den heißen, gelben Kartoffeln zerfließt. Das könnte man doch mal wieder haben – nur ohne den Karpfen dazu, wenn es nach mir geht. Warum also nicht mal Meerrettich selber anbauen?  …Gesagt, getan. Und so haben wir es gemacht.

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Frisch gerieben schmeckt der Meerrettich einfach am besten und mit einer handlichen und soliden Reibe, wie dieser hier, geht das schnell und einfach von der Hand. Praktisch ist auch der integrierte Auffang- und Aufbewahrungbehälter.

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Pflanzgut für den Meerrettichanbau

Da wir leider niemanden kennen, der Meerrettich in seinem Garten hat, haben wir uns zunächst das Pflanzgut bestellt. Es wurde Ende März von Dreschflegel geliefert, mit dem Hinweis, es sogleich aus der Verpackung zu nehmen und entweder direkt in den Boden zu bringen oder es bis zur Pflanzung in feuchten Sand einzuschlagen. Da wir erst noch einen Platz für den Meerrettich im Garten vorbereiten mussten, kam er also zunächst in eine Schüssel mit Erde.

Meerrettich in Gartenerde

Für die Vermehrung werden die sogenannten „Fechser“ gepflanzt. Dabei handelt es sich um die dünnen Seitentriebe, die die große, essbare Meerrettichwurzel ausbildet. Sie sollten in etwa 30 cm lang und ca. 2 cm dick sein. Meist werden sie schon im Herbst abgeschnitten, gebündelt, in feuchten Sand eingeschlagen und dann kühl, aber frostfrei überwintert, bis sie im April oder Mai in den Gartenboden kommen.

Wo pflanzen wir den Meerrettich? – Standort und Bodenvorbereitung

„Der wuchert ohne Ende!“, „Den wirst du nie mehr los!“, so die Warnungen der Menschen, die schon mal Meerrettich in ihrem Gemüsegarten angebaut haben und bei denen er dann zu einer wahren Plage geworden ist. Tatsächlich kann jedes in der Erde verbleibende Wurzelstückchen wieder austreiben. Also sollte der Meerrettich wohl ein eigenes Plätzchen außerhalb der Gemüsebeete bekommen, an dem er bleiben darf und wuchern kann wie er möchte, ohne anderen Kulturen im Weg zu sein.

Beetvorbereitung für die Fechser

Der Meerrettich soll mit fast jedem Boden zurechtkommen, aber tiefgründige, humose Böden bevorzugen. Dort bildet er deutlich größere Wurzeln aus als zum Beispiel in einem sandigen Untergrund. An die Lichtverhältnisse soll er ebenfalls keine allzu großen Ansprüche stellen und sogar im Halbschatten gedeihen.

Wir haben ihm ein sonniges Plätzchen auf der Wiese ausgesucht. Als erstes wurde die Grasnarbe entfernt, alle Wurzeln von Ampfer, Quecke, Hahnenfuß und Co. ausgebuddelt, die wir finden konnten und der Boden mit der Grabegabel tiefgründig ausgelockert. Der Meerrettich soll es bei uns ja nicht so schwer haben, auch wirklich schöne, große Wurzeln auszubilden.

Wie pflanzen wir den Meerrettich?
– Pflanzabstand und Pflanztiefe

So eine Meerrettichpflanze kann ganz schön groß werden. Das Blattwerk ist üppig und auch unter der Erde benötigt sie ordentlich Platz für ihre Wurzeln. Empfohlen wird ein Pflanzabstand von nicht unter 50 Zentimetern, aber am besten deutlich mehr. Ein Meter wäre wohl optimal, aber so viel Platz war in unserem neuen Meerrettichbeet dann doch nicht. Je nachdem, wie der Meerrettich sich bei uns entwickelt, müssen wir dann vielleicht nochmal etwas mehr Raum schaffen. Vorerst muss er sich hier mit guten 50 cm begnügen.

die Fechser vom Meerrettich werden eingesetzt

Die Fechser werden schräg in den Boden gesetzt. Das obere Ende soll dann etwa 5, das untere Ende 15cm unter dem Boden liegen. So akribisch ausgemessen haben wir das nun nicht – sie kamen mit leichter Schräglage in die Pflanzrinnen, Erde drauf, ein bisschen angegossen und fertig. Später kommt noch eine dicke Schicht Mulch zwischen die Reihen, damit die Wiese sich das Meerrettichbeet nicht sofort wieder zurückerobert.

Wir lehnen uns nun zurück, hoffen auf die ersten Austriebe und natürlich auf eine schöne, scharfe Ernte im Oktober.

Obwohl – ganz lehnen wir uns noch nicht zurück! Die ausgestochenen Grassoden und Wiesenpflanzen bringen wir natürlich den Hennen, die sich immer begeistert auf frisches Grün stürzen. Dann wird einträchtig gescharrt und gepickt, bis von allem den Grün im Nu  nichts mehr übrig ist.

Hühner bekommen das Grün aus dem Beet

Wie sich unser Experiment „Meerrettich selber anbauen“ im ersten Jahr entwickelt, werden wir natürlich weiter berichten. Und natürlich auch, was es mit all den anderen Wurzeln und Knollen auf sich hat, die in diesem Jahr noch bei uns einziehen sollen.

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10 insektenfreundliche Pflanzen – Was blüht im März

  • Beitrags-Kategorie:Naturgarten

10 insektenfreundliche Pflanzen
-Was blüht im März-

Im März, wenn der Frühling langsam Einzug hält, sehnt sich nicht nur das Auge des Gärtners nach den ersten Farben, die das triste Grau der Wintermonate ablösen. An den sonnigen Tagen sind auch schon Insekten unterwegs, die ersten Bienen summen, die Hummelköniginnen kommen aus ihrem Winterquartier, um einen neuen Staat zu gründen und auch die Zitronenfalter schwirren bereits durch den Garten. Nun wird es Zeit, dass das durchgängige Trachtband Fahrt aufnimmt. Es braucht Blüten im März und zwar insektenfreundliche Pflanzen, die den überlebenswichtigen Nektar und Pollen enthalten.

Hummel auf einem blühenden Lerchensporn, insektenfreundliche Pflanzen

Aber welche Pflanzen, die bereits so zeitig im Frühjahr blühen, sind denn wirklich insektenfreundlich? Die beim Menschen so beliebte Forsythie ist es nicht. Ihre gelbe Farbe lockt zwar Insekten an, bietet ihnen aber keine Nahrung. Sie ist eine regelrechte Mogelpackung. Die Narzisse ist es auch nicht oder zumindest nicht wirklich. Wenn sie überhaupt Nektar und Pollen enthält, ist er für die hungrigen Insekten nur schwer, bis gar nicht erreichbar.

Wir haben für dich 10 insektenfreundliche Pflanzen zusammengestellt, die in unserem Garten bereits im März blühen und fast ausschließlich als heimisch gelten. Natürlich gibt es noch weitaus mehr tolle und nützliche Frühblüher und auch bei uns ist immer noch viel Luft nach oben. Aber schau mal, ob du unsere 10 Blüten im März erkennst! Die Auflösung findest du am Ende des Beitrags.

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Blüten im März – Nummer 1

Fangen wir mit einem der bekanntesten Frühblüher an. Wer kennt sie nicht, diese Blümchen, die meist die frühesten der frühen sind? Übrigens ein Amaryllisgewächs. Je nach Wetter und Standort blühen sie bereits im Januar und dann bis in den April hinein. Etwa 20 Arten gelten bei uns als heimisch. Für die Insekten haben sie trotz ihrer kleinen Blüten schon einiges zu bieten. Sowohl der Pollen-, als auch der Nektarwert liegt bei 2, was dem Mittel des Möglichen entspricht. Dennoch wird die Bedeutung dieser insektenfreundlichen Pflanze für Wildbienen als 2 eingestuft, was in diesem Fall „sehr wichtig“ bedeutet.

Schneeglöckchen die ersten insektenfreundlichen Pflanzen, die blühen

Lässt du diese Pflanzen stehen, bis die Blätter richtig gelb sind und sich Samenkapseln ausgebildet haben, wird sie sich in deinem Garten nicht nur durch Zwiebelteilung vermehren. Wenn sie sich versamen darf, kannst du dich im nächsten Jahr über umso mehr der kleinen weißen Blüten freuen.

Schneeglöckchen (Galanthus)

Blüten im März – Nummer 2

Richtig schwierig wird es jetzt sicher auch noch nicht. Die Zwiebelchen dieses Schwertliliengewächses strecken auch schon lang vor dem Frühling ihre Hälse dem Licht entgegen und blühen vielleicht sogar schon ab Anfang Februar. Inzwischen gibt es weit über 200 Arten bei uns. Die insektenfreundlichsten unter ihnen sind aber die ganz einfachen, ungefüllten unter ihnen. Sie weisen einen Nektarwert von 3 („gut“) und einen Pollenwert von 2 („mittel“) auf.  Sobald die Sonne nur ein wenig hervorkommt, öffnen sie ihre zarten Blüten, in denen im Handumdrehen Bienen mit dicken, gelben „Pumphosen“ sitzen werden, um den eiweißreichen Pollen abzutransportieren.

lila Krokusse bühen im März

Biegt sich eine der filigranen Blüten fast bis zum Boden, so sitzt sicher eine Hummelkönigin darin. Wenn sie genug Nahrung findet, wird  sie ganz allein einen neuen Hummelstaat begründen. Diese Pflanze eignet sich im Garten gut zum Verwildern. Darf sie nach der Blüte lang genug stehen bleiben, versamt sie sich zuverlässig und bildet nach wenigen Jahren dichte Teppiche, die im März eine wahre Augenweide sind. Also ist dieser Frühblüher nicht nur insektenfreundlich, sondern wunderschön obendrein. Das Summ- und Brummkonzert gibt es gratis dazu.

Krokus (Crocus vernus)

Blüten im März – Nummer 3

Nun wird es vielleicht ein bisschen kniffliger, es sei denn, du gehörst zu den Gärtnern, die ständig über dieses ausbreitungsfreudige Kreuzblütengewächs jammern und das Internet befragen, wie es denn nur loszuwerden sei. Unsere Antwort wäre schlicht und einfach „aufessen“. Die zarten grünen Blattrosetten kannst du das ganze Jahr ernten und sie schmecken exakt wie die Gartenkresse, die viele im Winter auf der Fensterbank kultivieren. Sicher wächst es auch irgendwo in deinem Garten. Dann solltest du unbedingt mal ein Blättchen probieren und dich selbst von dem tollen Geschmack überzeugen, bevor du zur Hacke greifst.

Schaumkraut, insektenfreundliche Pflanze auch für Schmetterlinge

Aber diese Pflanze ist nicht nur ein schmackhaftes Wildkraut, sondern obendrein insektenfreundlich. Zeitig im Frühjahr zeigt sie ihre kleinen, weißen Blüten. (Nektar- und Pollenwert 1 – „gering“) Der Aurorafalter ist besonders auf sie angewiesen. Die verschiedenen Arten von Schaumkraut sowie die später blühende Knoblauchrauke sind seine bevorzugten Pflanzen zur Eiablage und das Futter für die später schlüpfenden Raupen. In unserem Garten findet sich der Aurorafalter allerdings auch auf dem Lauch-Scheibenschötchen im Kräuterbeet ein, das den anderen kresse- und knoblauchähnlichen Pflanzen in nichts nachzustehen scheint. Auch die Wiesenschaumzikade findet sich auf unserer Märzblüte Nummer 3 häufig ein.

Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta)

Blüten im März – Nummer 4

Unsere Nummer 4 der insektenfreundlichen Pflanzen, die bereits ab Februar oder März blühen, ist ein heimisches Raublattgewächs. Egal, ob in der Variante mit hellgrünen oder gepunkteten Blättern, der Pollen- und Nektarwert liegt jeweils bei 2 („mittel“). Die kleinen rosa- bis lilafarbenen Blüten werden sowohl für Wildbienen als auch für Schmetterlinge als „wichtig“ (1) eingestuft.

Lungenkraut, diese Pflanze blüht am März

Diese Staude ist von alters her als Heilpflanze bekannt und auch heute noch in vielen Husten- und Bronchialtees enthalten. Sie gedeiht gut im Schatten und kann in deinem Garten auch dort ein Plätzchen finden, wo für viele andere Pflanzen sich weniger wohlfühlen würden. Besonders mit der Unterart mit den gefleckten Flecken kannst du so in Schattenbereichen schöne Akzente setzen. Wir meinen, ein weiteres Plus für unsere Märzblüte Nummer 4.

Lungenkraut (Pulmonia sp.)/ Geflecktes Lungenkraut (Pulmonia officinalis)

Blüten im März – Nummer 5

Klein und unscheinbar kommt unsere Nummer 5 daher. Die inneren Werte dieses nur wenige Zentimeter hohen Pflänzchens scheinen aber zu stimmen. So wird der Pollen- und Nektarwert mancherorts mit jeweils 3 („gut“) angegeben, wobei wir an anderer Stelle auch Angaben von jeweils 2 gefunden haben. Wie dem auch sei – diese insektenfreundliche Pflanze blüht vom März bis in den Herbst hinein  und wird unter anderem von der Schuppen-Pelzbiene, der Gemeinen Pelzbiene und auch von Hummeln gut besucht.

Lungenkraut mit Pollen und Nektar ist eine insektenfreundliche Pflanze

Meist findet sie sich von allein im Garten ein und wird als „Unkraut“ achtlos entfernt. Dabei neigt sie nicht zum Wuchern und schadet anderen Pflanzen in deinem Gemüsegarten oder im Staudenbeet ob ihrer geringen Größe überhaupt nicht. Damit ist sie ein Beikraut, das zumindest bei uns gern bleiben darf.

Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)

Blüten im März – Nummer 6

Unsere Nummer sechs beginnt etwa Mitte März zu blühen und zieht mit ihrem üppigen Angebot an Pollen unter anderem Wiesen-, Stein und Baumhummeln an. An geeigneten Standorten bildet sie dichte Teppiche mit unzähligen gelben Blüten. Aber keine Sorge, dass sie deinen Garten überwuchern könnte. Schon kurz nach der Blüte zieht sie sich komplett zurück und verschwindet bis zum nächsten Frühjahr.

Scharbockskraut, die gelben Blüten spenden Nahrung für Insekten

Vor der Blüte ist diese heimische Pflanze zudem ein gesundes Wildkraut und einer der ersten Vitamin-C-Spender im Vorfrühling. Sie war uns einen eigenen Beitrag wert. Wenn du mehr über sie erfahren möchtest, kannst du HIER weiterlesen.

Scharbockskraut (Ranunculus fiscaria)

Blüten im März – Nummer 7

Die nächste Pflanze, die bereits im März ihre Blüten zeigt, fühlt sich bei uns vor allem unter großen, alten Bäumen wohl. Dort breitet sie sich aus und bildet ein buntes Blütenmeer. Die Farben ihrer Blüten reichen von Weiß, über Rosa- und Lilatöne bis hin zu fast schwarzen Exemplaren. Sie sind reich an Pollen und Nektar. So bietet sie Nahrung für eine Vielzahl von Insekten. Verschiedene Hummelarten und vor allem langrüsselige Bienen besuchen die bunten Blüten.

Lerchensporn mit weißen und rosa Blüten im März

Oft lässt sich die gehörnte Mauerbiene an den Blüten beobachten. Der vom Aussterben bedrohte schwarze Apollofalter legt seine Eier auf dieser Pflanze ab und die Raupen ernähren sich von ihren Blättern. In unserem Garten hat dieser Schmetterling sich leider bisher noch nicht eingefunden, aber wer weiß?

Lerchensporn (Corydalis)

Blüten im März – Nummer 8

Unsere Nummer 8 ist eine berühmte heimische Staude. Sie wird in Frühlingsliedern besungen, ein Farbton ist nach ihr benannt und ihr betörender Duft findet sich in zahlreichen Parfüms und anderen kosmetischen Produkten wieder. Aber nicht nur Menschen finden die lilafarbenen Blüten unwiderstehlich, auch etliche Insekten werden von ihnen angezogen.

Veilchen, insektenfreundlich und betörenden Duft im März

Diese Staude, die ab Ende März zu blühen beginnt, lockt unter anderem die Garten- und die Ackerhumnmel an. Ihr Angebot an Pollen ist zwar begrenzt (Pollenwert 1 / „gering“), dafür hat sie einiges an Nektar zu bieten (Nektarwert 2/ „mittel“)

Veilchen (Viola)

Blüten im März – Nummer 9

Kommen wir mal wieder zu einem klassischen Frühblüher, der sich in vielen Gärten findet und mit einem guten Angebot an Nektar und Pollen punkten kann. (Wert jeweils 2/ „mittel“) Das gilt allerdings nur, wenn es dieses Spargelgewächs in seiner ursprünglichen Form ist. Daneben gibt es im Handel auch etliche Zucht- und Hybridformen, die leider zum Teil nicht mehr als insektenfreundlich gelten können.

Blaue Hyazinthen blühen im März, insektenfreundliche Pflanze und ein Hingucker

Neben Hummeln und Wildbienen ist dieser Frühblüher vor allem für den Wollschweber (Bombylus) eine wichtige Nahrungsquelle. Er profitiert davon, dass der Zuckergehalt im Nektar der kleinen blauen Blüten relativ gering ist. Zuviel Zucker kann dazu führen, dass sein langer Rüssel verklebt. An dieser Pflanze aber kann er sich bedenkenlos stärken.

Traubenhyazinthe/ Perlhyazinthe (Muscari)

Blüten im März – Nummer 10

Den Abschluss unserer kleinen Liste bildet ein Blümchen, das wohl jeder kennt. Wenn man es denn lässt, findet es sich von allein im Garten ein und breitet sich in Rasenflächen und Beeten aus. Es bietet zwar nur wenig Nektar und Pollen (Wert jeweils 1/ „gering“), kann aber durchaus einen wichtigen Beitrag im Trachtband leisten.

Weiße und pinke Gänseblümchen sind insektenfreundliche Pflanzen

Diese Pflanze ist zum einen extrem frosttolerant und blüht von März bis in den Oktober oder gar November hinein, zum anderen kommt sie meist in großen Mengen vor. So können die kleinen, weiß-gelben Blüten für Wildbienen und andere Insekten durchaus von Bedeutung sein, sollte es einmal Trachtlücken geben. Es lohnt sich also, sie einfach im Rasen wachsen zu lassen. Darüber hinaus sind ein paar der essbaren kleinen Blüten auch eine schöne und gesunde Beigabe für deinen eigenen Salatteller.

Gänseblümchen (Bellis perennis)

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Hast du noch eine Ecke im Garten, die im Frühjahr etwas Farbe vertragen könnte? Wie wäre es mit einer Aussaat von Schlüsselblumen, Schachbrettblumen, wilden Stiefmütterchen oder sogar betörend riechenden Duftveilchen? Dieses Samen-Set mit vier besonderen Blumensorten bringt den Frühling in deinen Garten.

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Auflösung: 10 insektenfreundliche Pflanzen

  1. Schneeglöckchen (Galanthus)
  2. Krokus (Crocus vernus)
  3. Behaartes Schaumkraut (Cardamine hirsuta)
  4. Lungenkraut (Pulmonia sp.)/ Geflecktes Lungenkraut (Pulmonia officinalis)
  5. Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
  6. Scharbockskraut (Ranunculus fiscaria)
  7. Lerchensporn (Corydalis)
  8. Veilchen (Viola)
  9. Traubenhyazinthe/ Perlhyazinthe (Muscari)
  10. Gänseblümchen (Bellis perennis)

Hast du alle erkannt?

Neben den frühblühenden Blumen spielen natürlich auch heimische Sträucher eine wichtige Rolle im Trachtband. So blühen hier im März bereits Weiden, Kornelkirschen und Haselnussbüsche und locken zahlreiche Besucher an. In milden Jahren kann es sein, dass auch die Mirabellen bereits ihre Blüten öffnen. Meist ist das jedoch erst Anfang April der Fall.

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Das Scharbockskraut: Frühe Nahrungsquelle für Insekten plus Vitamin C für dich

  • Beitrags-Kategorie:Naturgarten

Das Scharbockskraut: Frühe Nahrungsquelle für Insekten plus Vitamin C für dich

Wenn du in deinem Garten etwas für Insekten tun möchtest, ist es wichtig, eine ausgewogene Mischung  heimischer Blühpflanzen anzusiedeln. Das angestrebte Ziel ist ein durchgängiges Trachtband vom Vorfrühling bis in den späten Herbst hinein. Nur wenn zu jeder Zeit ausreichend nektar- und pollenreiche Blüten zur Verfügung stehen, bietet dein Garten den Insekten eine verlässliche Nahrungsgrundlage. Das Scharbockskraut, das bereits im blütenarmen Vorfrühling seine gelbe Pracht zeigt, sollte daher in keinem Garten fehlen. Als Vitamin C – reiches Wildkraut ist nicht nur als Insektenweide sondern auch als Nahrungsergänzung für den Menschen von Nutzen.

Blühendes Scharbockskraut

Gelbe Blüte im Vorfrühling – Scharbockskraut im durchgängigen Trachtband

Im Frühling mit Obstbaumblüte und blühenden Sträuchern oder im Sommer mit blühenden Stauden und Blumen ist der Tisch für Bienen, Hummeln und Co. reichlich gedeckt. Im Vorfrühling, wenn der Garten fast noch im Winterschlaf liegt, sieht das ganz anders aus. Dabei brauchen die Insekten, die bereits früh im Jahr aktiv werden, die Nahrung dringend.

Je Witterung öffnet das Scharbockskraut (ficaria verna) vielleicht sogar schon Ende Februar oder Anfang März seine gelben Blüten und dient mindestens sechs verschiedenen Wildbienenarten, Hummeln und Schwebfliegen als Pollen- und Nektarquelle. An geeigneten Stellen mit feuchtem und nährstoffreichem Boden kann es dichte Teppiche aus grünen Blättern und gelben Blüten bilden, die nicht in der farblosen Vorfrühlingszeit eine wahre Augenweide für den wintermüden Gärtner  und zugleich überlebenswichtig für die früh fliegenden Insekten sind.

Bewachsende Fläche mit Scharbockskraut

Ficaria verna als zuverlässige und pflegeleichte Blühpflanze

Einmal im Garten angesiedelt, benötigt das Scharbockskraut keinerlei Pflege mehr. Die mehrjährige Pflanze kommt jedes Jahr zuverlässig wieder und breitet sich ganz von allein aus. Wenn es im Januar die ersten Blätter zeigt, sind die Bäume, die ihm vielleicht das Licht nehmen könnten, noch nicht belaubt. Es kann mit einzelnen Blattrosetten im Rasen erscheinen, in den noch im Winterschlaf befindlichen Staudenbeeten oder auch im brachliegenden Gemüsebeet.

Lass das Scharbockskraut einfach wachsen und blühen – es wird später aufkommende Pflanzen nicht behindern. Nach der Blüte, spätestens im Mai, verwelken seine Blätter und es zieht sich bis zum nächsten Vorfrühling komplett zurück. Die verwelkten Überreste können als Mulch einfach an Ort und Stelle verbleiben – bis zum Frühsommer wird oberirdisch nichts mehr an eine der ersten Blühpflanzen des Jahres erinnern. Es lohnt sich also, dieser pflegeleichten Pflanze ein Plätzchen in deinem Garten zu reservieren

Vitamin-C- Spender früh im Jahr – Scharbockskraut als essbares Wildkraut

Noch bevor das Scharbockskraut mit seiner gelben Blüte seinen Platz im durchgängigen Trachtband einnimmt, kannst du es als Vitamin C- reiche Salatbeigabe nutzen. Mit seinen tiefgrünen Blättern, die sich ab Januar zeigen, ist es eines der ersten frischen Wildkräuter, die du nach dem Winter sammeln kannst. Ob im Salat, in einer Kräuterbutter oder einem Smoothie – einige Blätter des Scharbockkrauts spenden reichlich Vitamin C und können helfen, die Wintermüdigkeit zu vertreiben.

Es sollte allerdings nur in Maßen genossen und nur VOR der Blüte geerntet werden. 5- 10 frische Blättchen pro erwachsener Person und Tag gelten als ausreichend und unbedenklich, solange das Scharbockskraut noch nicht blüht.

Scharbockskraut vor der Blüte

Der Geschmack sollte zu dieser Zeit leicht säuerlich und feinherb sein.  Direkt vor und während der Blüte wird das Scharbockskraut zunehmend bitter. Das liegt an einer Zunahme des giftigen Inhaltsstoffes Protoanemoin, der bei übermäßigem Verzehr unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen und Darmreizungen führen kann. Der Geschmack ist also ein guter Indikator dafür, ob du das Scharbockskraut noch verwenden solltest.

Unsere Vorfahren haben es im zeitigen Frühjahr nach langen Wintern mit eher spärlicher, vitaminarmer Kost noch intensiv genutzt. Es galt als (vorbeugendes) Mittel gegen Skorbut. Daher rührt im Übrigen auch der Name „Scharbockskraut“.  „Scharbock“ ist eine alte Bezeichnung für die gefürchtete Vitamin- C- Mangelerscheinung.

Ist das Scharbockskraut denn nun gefährlich für dich?

Wie bei fast allen essbaren Wildkräutern gilt – die Menge macht´s und du musst selbst probieren, was dir schmeckt und was du gut verträgst.  Teste dich mit ein paar Blättchen heran und wenn es dir zusagt und bekommt, kannst du mit dem jungen Scharbockskraut deinen winterlichen Speiseplan um ein tolles Kraut bereichern.

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Baumaterial für eine Totholzhecke und Hühnerverstecke – kostenlos von nebenan

  • Beitrags-Kategorie:Blattgeflüster

Baumaterial für eine Totholzhecke und Hühnerverstecke – kostenlos von nebenan

Tannengrün zur Abdeckung von Feuerholz

Nun ist es schon Oktober, die Vogeljungen sind inzwischen flügge geworden und Schnitt-und Fällarbeiten dürfen wieder durchgeführt werden.

Bei unseren lieben Nachbarn ist eine Tanne, die direkt an einer Wand stand, einfach zu groß geworden und sollte aus Sicherheitsgründen weichen. Da trifft es sich, dass wir uns  immer Material zum Bau von weiteren Naturmodulen wie Totholz- oder Benjeshecken wünschen. Also frisch ans Werk! So eine Tanne ist im Nu gefällt und entastet und mit zwei Schubkarren war auch das Grün schnell zu uns transportiert.

Tannenspitze, der kleinste Weihnachtsbaum der Welt

So freuen sich die Nachbarn, dass die Tanne weg und der Garten gleich wieder aufgeräumt ist, ohne dass das Tannengrün aufwändig und teuer entsorgt werden musste. Wir hingegen schauen glücklich auf den großen grünen Berg in unserem Garten, der uns kein Geld und kaum Zeit und Mühe gekostet hat und schmieden Pläne, wie wir all das Material verbauen werden. Obendrauf gab es auch noch den Tannenstamm, der nicht viel, aber sicher genug Brennholz für einen gemütlichen Abend am Feuer liefern wird.

Feuertonne am Abend

Nachbarschaft kann schon etwas Tolles sein. Wenn du dich immer ein bisschen in deiner Umgebung umschaust, bieten sich häufig Gelegenheiten, um an Schönes und Nützliches für den Garten zu kommen. Feldsteine, Stauden, Holzstämme, sogar Gartengeräte und vieles mehr haben wir auf ähnliche Art schon von lieben Menschen geschenkt bekommen. Es muss also nicht immer teuer sein.

Bevor es aber an ein neues Projekt geht, profitieren als erstes die Hühner. Sie bekommen auch etwas von der großen Tanne ab, denn sie lieben es, unter Strauchwerk zu scharren oder sich dort ein Sandbad einzurichten. Also gibt es so etwas wie ein vorgezogenes Hühnerweihnachten mit einer neuen Voliereneinrichtung aus Tannengrün.

Gerade jetzt im Herbst, wo das Blätterdach sich langsam lichtet, sind solche Versteckmöglichkeiten hier bei uns sehr wichtig, weil die Greifvögel sich auch wieder vermehrt zeigen und nach Beute Ausschau halten. Die Hühner erkennen die Gefahr meist recht schnell. Unsere Collar, die Chefin der Truppe, warnt durch einen lauten Ruf, alle Hennen suchen sofort Deckung und verharren vollkommen reglos, bis die Gefahr vorbei zu sein scheint. Ist das Hühnergehege in so einem Fall zu kahl und geeignete Verstecke fehlen, ist die Aufregung groß und alle Hennen laufen laut gackernd durcheinander. Diesen Stress kann man ihnen mit ein paar Ästen leicht ersparen.

Tannengrün von einer Tanne, die abgesägt werden musste

Nach den Weihnachtstagen wandert übrigens auch unser Tannenbaum aus dem Wohnzimmer immer direkt in die Hühnervoliere und bis zum Frühjahr bleibt er draußen meist sogar noch grün, bevor er dann schließlich auch auf einer Totholzhecke seine letzte Ruhestätte findet und anderen Tieren zu Gute kommt. Dreifacher Nutzen, keine Entsorgung – Nachhaltigkeit leicht gemacht.

Nun haben wir aber erstmal Oktober – und das ist für uns die beste Zeit um Fäll-, Schnitt- und eventuelle Aufräumarbeiten im Garten durchzuführen. Rechtlich gesehen hätten wir ja den ganzen Winter Zeit – Aber. Und das ist ein großes Aber. Nicht mehr lang, dann beginnen die Igel ihren Winterschlaf, in Hecken unter Büschen oder Laub. Dabei sollten sie nicht von uns gestört werden. Schon ganz früh im neuen Jahr bekommen dann die Eichhörnchen ihre

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Vogelfütterung: Fettfutter/Winterfutter einfach selber machen

  • Beitrags-Kategorie:Rezepte

Vogelfütterung: Fettfutter/ Winterfutter einfach selber machen

Heute bereiten wir in der Küche mal etwas für unsere gefiederten Gartenbewohner zu, damit sie sich an den kalten Wintertagen mit ausreichend Energie versorgen können. Fettfutter schmeckt und bekommt sowohl den Körner- als auch den Weichfressern und ist schnell und einfach selber herzustellen.

Vogelfutter mit Rindertalg fertig zum aufhängen

Du kannst also getrost auf die Meisenknödel aus dem Supermarkt verzichten, die oftmals aus fernen Ländern kommen, nicht nachhaltig sind und zudem mit minderwertigen, billigen Fetten hergestellt werden. Mit deinem selbstgemachten Futter weißt du dagegen genau, was du den Vögeln in deinem Garten anbietest. Je nachdem, was für Gefäße du zum Befüllen wählst, sind die selbstgemachten Futterspender zudem eine hübsche Winterdekoration, entweder für deinen eigenen Garten oder auch als praktisches und schönes Geschenk in der Weihnachtszeit.

Zubereitung für dein eigenes Vogelfutter

Zutaten:

    • Rindertalg oder ein festes Pflanzenfett (bitte ohne Palmöl)
    • Verschiedene Sämereien, z.B: Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, gequetschte Haferflocken, Mohnsamen (möglichst unbehandelt)
    • Nüsse: Walnussbruch, Haselnussbruch
    • Rosinen (unbedingt ungeschwefelt) oder getrocknete Beeren

Alternativ: fertige Vogelfuttermischung

Materialien:

    • Kochtopf
    • Rührlöffel
    • Gefäße zum Befüllen (z.B. Tassen, kleine Gefäße mit Henkel)
    • kleine Ästchen von ca. 8 cm Länge
    • Schere
    • stabiles Klebeband/ Panzertape
    • reißfeste Bänder zum Aufhängen

Kurzanleitung:

  • Gefäße vorbereiten: Die Ästchen als Sitzstangen mit dem Klebeband gegenüber des Henkels fixieren
  • Das Fett in einem Topf bei schwacher Hitze flüssig werden lassen, nicht kochen
  • Die Futtermischung hineingeben und alles gut umrühren
  • Fett-Futtermischung in die vorbereiteten Gefäße geben, die Masse erkalten lassen
  • Ein Band durch den Henkel ziehen und die Futterspender an einem geschützten Platz im Garten aufhängen

Schritt für Schritt zum selstgemachten Vogelfutter

Zunächst suchen wir uns ein paar schöne Gefäße für unser Vogelfutter aus. Geeignet ist alles, was formstabil ist,  einen Henkel hat und sich später gut aufhängen lässt. Die Behältnisse dürfen beim Aufhängen nicht in Schräglage kommen, sonst kann das Futter durch Regenwasser oder Schnee nass werden. Auch sollten sie nicht zu tief sein, damit die Vögel das Futter gut erreichen können. Bei uns haben sich Kaffeetassen besonders gut bewährt, tiefe Becher, die meist nicht gerade hängen, hingegen eher nicht. In deinen Schränken und Kisten findet sich sicher etwas Passendes.

Sind die Gefäße gefunden, sollten sie einmal ausgespült werden, um frei von Fett und Staub zu sein. Zum einen haftet dann das Klebeband besser, zum anderen möchten wir den Vögel schließlich hygienisches Futter anbieten.

Die kleinen Ästchen sollen den Vögeln später als Sitzstangen dienen. Wir befestigen sie immer mit einem Streifen Klebeband gegenüber des Henkels in den Tassen. Steckt man sie einfach nur lose in die Fettmasse, fallen sie meist heraus, bevor die Portion verputzt ist. Später lässt sich Klebeband dann leicht wieder entfernen und du kannst die Tassen abwaschen und erneut verwenden.

Das war’s schon mit den Vorbereitungen und es kann an den Herd gehen.

Vogelfutter selber machen, mit Rindertalg

Bei schwacher Hitze lassen wir den Rindertalg (oder das Pflanzenfett)  flüssig werden. Er darf nicht zu heiß werden oder gar kochen. Zum einen brennt er schnell an, zum anderen wollen wir das Vogelfutter ja nicht garen. Sobald das Fett vollständig aufgelöst ist und durchsichtig erscheint,  nehmen wir den Topf vom Herd und rühren unsere Futtermischung gut unter. Und schon können unsere vorbereiteten Gefäße befüllt werden. Dabei solltest du zügig arbeiten, je nach Temperatur wird die Masse schnell wieder fest. Alles mit dem Löffel glattstreichen und warten bis die Futtermasse erkaltet ist.

Ausnahmsweise findet Kormin unser Vogelfutter heute auch recht interessant. Das liegt aber wohl weniger an den Rosinen.

Hund schüffelt am Vogelfutter

Nach dem Erkalten ist der Rindertalg wieder weiß und fest. Pflanzenfette bleiben meist ein wenig weicher und die Futtermasse unter hält unter Umständen nicht ganz so gut in den Gefäßen.

Abfüllen vom selbstgemachen Vogelfutter

Nun kann es in den Garten gehen. Mit einem stabilen, durch den Henkel gezogenen Band hängen wir die fertigen Futterspender auf. Dafür wählen wir einen geschützten Platz, der weder zu stark dem Wetter ausgesetzt ist, noch von Katzen erreicht werden kann.

Meistens dauert es nicht lang, bis sich die ersten neugierigen Vögel einfinden, die mal schauen wollen, was es dort denn wohl geben mag. Haben sich die Futtertassen bei den gefiederten Gartenbewohnern erstmal herumgesprochen, sind sie auch ratzfatz leergepickt. Gut, dass es so einfach ist, dann schnell für Nachschub zu sorgen.

Selbstgemachtes Vogelfutter aufgehängt
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Totholz im Garten – Alles andere als „tot“

  • Beitrags-Kategorie:Naturgarten

Totholz im Garten – Alles andere als „tot“

„Totholz“ ist eigentlich ein irreführender Begriff, denn vergehende Bäume, Stämme, Äste, Zweige und Wurzeln bedeuten Leben pur. Auf die Frage: „Was lebt denn in und vom Totholz“, kann man mit der Gegenfrage: „Was denn nicht?“ antworten. Vielen Insekten dient es als Kinderstube oder Winterquartier, Vögel finden darin Nahrung, Unterschlupf und Nistplätze, Igeln bietet es neben ihrer Nahrung, den Insekten, in der Sicherheit und Wärme des sich zersetzenden Holzes Tagesschlafplätze und Winterquartiere.

Auch andere Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien nutzen die geschützten Bereiche in liegendem Totholz. Pilze, Moose und Flechten können sich ansiedeln, das Mikroklima wird positiv beeinflusst, Feuchtigkeit im Boden gehalten – der Nutzen von Totholz ist essentiell für die komplexen Kreisläufe in der Natur. In der freien Natur wird es allerdings immer weniger. Aufgeräumte Wälder und Landschaften entziehen der Fauna zunehmend den Lebensraum. Wenn das noch nicht genügend Gründe sind, in seinem Garten Bereiche mit Totholz zu schaffen, gibt es wenigstens zwei weitere Argumente.  Zum einen kannst du dir mit gutem Gewissen die Entsorgung von anfallendem Astschnitt sparen und zum anderen kann Totholz im Garten wunderschön sein. Den gestalterischen Möglichkeiten, es nutzbringend und zugleich dekorativ im Garten zu platzieren sind keine Grenzen gesetzt. Hier einige Beispiele aus unserem Garten.

Vielleicht auf den ersten Blick etwas „unordentlich“ wirkt ein locker geschichteter Reisighaufen mit vielen Hohlräumen, den du vielleicht an einer weniger prominenten Stelle im Garten platzieren kannst. Wichtig ist, dass das Holz dort möglichst lange unberührt liegen kann. Wenn der Astabschnitt nur über den Winter bis in den Mai liegen bleibt, kann zwar der Igel dort ungestört seinen Winterschlaf halten, aber eventuell darin befindliche Insektenbrut braucht längere Zeit, bis zum Schlüpfen und Heranwachsen. Drei bis fünf Jahre dauert es zum Beispiel, bis sich ein Nashornkäfer von der Larve über den Engerling zum erwachsenen Tier entwickelt hat. In dieser Zeit  lebt er vom und im Mulm, also dem bereits fast vollständig zersetzten Holz. In der Zwischenzeit freut sich vielleicht der Zaunkönig jedes Jahr über einen geeigneten Nistplatz in einem der Hohlräume.

Ein Sichtschutz aus Totholz, wie wir ihn an der einzigen kleinen Straße, die an unserem Gelände vorbeiführt, errichtet haben, ist nicht nur kostengünstig, sondern zeigt je nach Jahreszeit, Wetter und Lichtverhältnissen ein ganz anderes Gesicht. Nasses Holz, das in der Sonne funkelt, kleine Eiskristalle im Winter, vielfältige Farben an einem heißen Sommertag, immer ist die Wirkung eine andere.

Geht man ein wenig näher heran, zeigen sich die vielfältigen Farben und Strukturen der unterschiedlichen Holzarten. Ebenso vielfältig sind auch die jeweiligen Nutzer. Manche Insekten bevorzugen Laub-, andere Nadelholz, wieder andere sind auf bestimmt Baumarten spezialisiert. Kaum möglich, sich alle Bedürfnisse im Einzelnen zu merken, also bieten wir doch von jedem etwas an – die Tiere werden schon selber wissen, was ihnen zusagt.

Gehen wir noch ein wenig näher heran, kannst du sehen, was für interessante Spuren die Insekten auf dem Holz hinterlassen, fast schon kleine Kunstwerke. Spannend wie ein Krimi liest es sich, was an einem vergehenden Baum vor sich geht, bis er irgendwann nach Jahren oder Jahrzehnten vollständig zu Humus zersetzt worden ist. Den „Schlüsseldienst“ leisten die holzaufschließenden Tiere, wie Spechte und diejenigen Insekten, die Löcher in das Holz bohren und es dadurch erst ermöglichen, dass Pilze und Bakterien durch die zuvor unüberwindliche Rinde eindringen können, um weitere Zersetzungsprozesse in Gang zu setzen. Dadurch eröffnet sich wiederum für andere Arten der Zugang zu Nahrung und Lebensraum. Einer nach dem anderen besiedelt den jeweils neu entstandenen Raum, bis am Ende die Pflanzen von dem übriggebliebenen, nährstoffreichen Humus profitieren können.

ein mächtiger Stumpf einer Esche
Pilze wachsen auf einem toten Eschenstumpf

Hier siehst du ein Stück des Stammes einer alten Esche, die in einem Sturm umgestürzt ist – einmal am Tag ihres „Einzugs“ in unseren Garten und dann ein Jahr später. In der Zwischenzeit waren die Spechte schon eifrig am Werk und auch einen Kleiber konnten wir mehrfach beim Picken an Rinde und Bruchkanten beobachten, genau wie Wespen, die sich dort wahrscheinlich mit Material zum Nestbau versorgt haben. Im zweiten Herbst zeigten sich die Fruchtkörper von unterschiedlichen Pilzen, die das Holz inzwischen besiedelt hatten. Schon spannend zu beobachten, was an einem solchen Stück Totholz so alles vor sich geht.

Gartendekoration mit Holz und Steinen
Rote Tulpen vor einem Totholz-Modul

Je nachdem, ob Totholz in der Sonne oder im Schatten platziert ist, finden sich unterschiedliche Bewohner und Besucher ein. So mögen es beispielsweise Reptilien eher warm und trocken, während sich Erdkröten eher in kühlen, feuchten Bereichen wohlfühlen. So ist es auch bei den verschiedenen Insekten. Wenn du eine bestimmte Art in deinem Garten beobachtest, kannst du ja mal recherchieren, mit welchem Angebot du ihre Lebens- und Überlebensbedingungen verbessern könnest.

Rankhilfe aus Baumstämmen
Rosafarbend, Rosenblüte an einer Rankhilfe

An anderen Stellen im Garten verwenden wir stehendes Totholz als Rankhilfen für verschiedene Wild- und Nutzpflanzen. Solange das Holz noch stabil genug ist, können sowohl Wildrosen als auch Stangenbohnen daran emporklettern. Der Wall darunter beherbergt übrigens unser „unsichtbares“ Totholz. Diese Wälle dienen dazu, das Gelände zu strukturieren und unterschiedliche Räume zu schaffen. Dazu schichten wir zunächst Strauchabschnitt und herabgefallene Äste am Boden auf. Anschließend werden diese mit Laub und den gejäteten Beikräutern aus dem Gemüsegarten abgedeckt.

Grasschnitt und Laub zum kompostieren
Zucht einer Himbeerhecke

Ist die oberste Schicht vererdet, bepflanzen wir die Wälle auf der Südseite, wie hier zum Beispiel mit Himbeeren. Licht von Süden und Windschutz nach Norden, dazu Wärme und Nährstoffe, die das verrottende Material abgibt, lassen die Pflanzen prächtig gedeihen und auch Besucher finden sich dort ein, zum Beispiel unsere Feldhasenbabys, die sich im Frühjahr gerne an diesen Wällen Verstecke suchen, in denen sie vor Wetter und Fressfeinden geschützt sind.

Bau einer Feuerstelle

Solange das Holz noch frisch ist, darf es auch gern als kostenloses Gartenmöbel dienen, wie hier der Stamm eines umgestürzten Wallnussbaums an unserer Feuerstelle. Dort können wir ein paar Jahre in gemütlicher Runde sitzen, bis das Holz morsch wird und an anderer Stelle im Garten weiter vergehen darf. Je nach Holzart geht das schneller oder langsamer vor sich. Bei Nadel- und Weichhölzern schreitet der Zersetzungsprozess relativ schnell voran, während er zum Beispiel bei einer Eiche Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern kann. Für das gemütliche Lagerfeuer oder Osterfeuer gilt natürlich: Bitte nicht den Astschnitt vom letzten Jahr verbrennen, sonst geht eine ganze neue Generation von darin lebenden Insektenlarven in Flammen auf.

Totholz, Deko im Garten

Dieser Kreis aus stehendem Totholz ist eines unserer aktuellen Projekte. Eingerahmt von verschiedenen Stämmen, Wurzeln und Ästen, die zum Teil schon recht angemorscht sind und einer Aufräumaktion in einem anderen Garten zum Opfer gefallen wären, soll in nächster Zeit ein Sumpfbeet/ Flachteich entstehen und unseren Garten um einen weiteren Lebensraum erweitern.

Eichhörnchen am Walnussbaum

Mit einem Blick auf die drei Eichhörnchenjungen an unserem Walnussbaum beschließen wir den kleinen Totholzecken-Gartenrundgang.

Falls du nun auch Lust bekommen hast, deinen Garten mit Totholz aufzuwerten, erst mal Daumen hoch und dann noch die dringende Bitte: Entnimm kein Totholz aus der freien Natur! Dort, wo es liegt, liegt es richtig. Wir können nie wissen, was alles schon darin lebt und ob es in unseren Gärten überhaupt die passenden Lebensbedingungen vorfinden würde. Frag deine Nachbarn, die vielleicht gerade einen Baum fällen oder auch mal die Arbeiter an den Straßen, die gerade Schnittarbeiten durchführen, schau dich auf den örtlichen Grünabfallsammelplätzen oder in den lokalen Kleinanzeigen um. Irgendwo wirst du ganz bestimmt fündig und kannst das Totholz guten Gewissens vor dem Häcksler retten und ihm in deinem Garten einen würdigen Platz zum langsamen Vergehen geben.

Möchtest du mehr über den faszinierenden „Lebensraum Totholz“ und über Gestaltungsmöglichkeiten im heimischen Garten erfahren? Dann empfehlen wir dir Werner Davids gleichnamiges Buch aus dem pala-Verlag.

Partner-Link: https://www.amazon.de/dp/3895662704/?coliid=I2HJY4KVIQRB6K&colid=NN5PLNW2MOVZ&psc=1&ref_=lv_ov_lig_dp_it

Hier findest du ein kostenloses Kapitel aus Werner Davids Buch „Lebensraum Totholz“ zum Download: https://www.naturgartenfreude.de/totholz/im-garten/

 

Abschließend haben wir noch ein paar interessante Links zum Thema zusammengestellt:

https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/totholz/

https://www.gartenfreunde.de/gartenpraxis/gartengestaltung/totholz-artenreicher-lebensraum/

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/totholz

https://www.gartenfreunde-rheinland.de/downloads/37/infoblatt_4_06_lebensraum_holzhaufen.pdf?1431531788

(mit Broschüre zum Download)

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Das Projekt Teichbau geht in die finale Phase

  • Beitrags-Kategorie:Blattgeflüster

Das Projekt Teichbau geht in die finale Phase

Die Teichecke ist soweit und heute dürfen wir uns die ersten Pflanzen abholen. Dann zieht hoffentlich das Leben in unser kleines Gewässer ein.

Ein paar Vögel haben das flache Ufer schon zum Baden und Trinken benutzt und auch die grünen Mosaikjungfern sind bereits einige Male über’s Wasser geflogen. Diese Libellen sind aber äußerst wählerisch und legen ihre Eier ausschließlich auf der Krebsschere ab – diese steht damit ganz klar auf der Wunschliste für das nächste Frühjahr!

Wenn wir jetzt so in den Garten schauen, können wir uns kaum noch vorstellen, dass dieses Eck noch vor Kurzem vollkommen von Giersch und Brennnesseln überwuchert war. Die dürfen sich natürlich weiterhin an vielen anderen Stellen breitmachen, aber ein bisschen mehr Pflanzenvielfalt darf es schon sein.

Wir sind mal gespannt, wie sich alles dort entwickeln wird!

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Die Zuckererbse – Duett mit der Sonnenblume

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Die Zuckererbse – Duett mit der Sonnenblume

Für unsere Zuckererbsen haben wir einen ganz besonderen Beetnachbarn auserkoren, aber dazu gleich mehr. Zunächst ein paar allgemeine Dinge zu diesem tollen, leicht anzubauenden Gemüse.

Die Erbsen, die du im Supermarkt tiefgefroren oder auch in Dosen bekommst, sind die Markerbsen. Die getrockneten, die meist für Erbsensuppe verwendet werden, sind die Palerbsen. In die Frischgemüseabteilung schaffen es zumeist nur die Zuckererbsen, die man mitsamt der Schoten essen kann. Sie kommen dann als winziges Portiönchen, meist in Plastik eingeschweißt daher und sind vor allem eines, nämlich irrsinnig teuer. Eine Handvoll zu einem Wokgericht zu geben, ist schon fast als Luxus zu bezeichnen, dabei ist der Anbau im eigenen Garten kinderleicht und der Ertrag wirklich gut. Du kannst damit im Frühsommer richtig schlemmen und brauchst beim Anrichten des Abendessens nicht darauf zu achten, dass auch wirklich jeder wenigstens eine Zuckerschote auf seinem Teller findet.

Zuckererbsen kommen recht gut mit niedrigeren Temperaturen zurecht und vertragen sogar leichte Fröste. Daher können sie schon ab März ausgesät werden. Je wärmer das Frühjahr wird, desto schneller keimen und wachsen sie. Bis zur Ernte im Juni/ Juli benötigen sie dann nicht viel Pflege. Ein bisschen jäten, vielleicht etwas anhäufeln – fertig. Zuckererbsen wurzeln recht tief und brauchen daher nur bei extremer Trockenheit mal eine Extragabe Wasser. Kaltes, nasses Wetter mögen sie hingegen gar nicht, aber dagegen kann natürlich auch der engagierteste Gärtner rein gar nichts tun. Die meisten Sorten benötigen allerdings eine Rankhilfe, sonst legen sich die Pflanzen irgendwann auf die Seite und die Erbsenschoten, die am Boden liegen, können durch Nässe zu faulen beginnen. Anfangs haben wir für diesen Zweck  Verschiedenes ausprobiert – kleine, selbstgebaute Holzzäune, Gitter und Pfosten mit Kaninchendraht. Alles funktionierte einwandfrei, den Erbsen ist es sichtlich egal, woran sie sich mit ihren kleinen Greifärmchen festhalten können. Für uns hatte die Sache allerdings einen Haken. Für den Erbsenanbau wird eine ziemlich lange Pause empfohlen, die man zur Vermeidung des Schädlingsdrucks zwischen dem Aussäen der Erbsen auf der gleichen Fläche einhalten soll. Die Angaben schwanken zwischen drei und fünf Jahren, aber egal, es ist lang und bedeutet, dass die Rankhilfen jedes Jahr wieder an einen neuen Platz im Gemüsegarten umgesetzt werden müssen. Das muss doch auch einfacher gehen, dachten wir uns. Aber wie? Die Lösung lag dann in dem Eimer mit dem Vogelfutter: Versuchen wir es doch mal mit Sonnenblumen! Die wachsen schnell, werden groß und vielleicht können sich die Zuckererbsen ja mit ihnen anfreunden und an ihnen hochranken.

Gedacht, getan…und so wuchs schon bald zwischen zwei Reihen Zuckererbsen eine Reihe dicht gesäter Sonnenblumen.

Zunächst sah aus so aus, als würden die beiden im gleichem Tempo wachsen, aber nach einiger Zeit hatten die Sonnenblumen die Nase bereits weit vorn, respektive weit oben und die Erbsen hielten sich wie erhofft an ihren dicken Stängeln fest und standen gut und sicher da. Ab Juni konnten wir uns über eine reiche Ernte freuen. Etliche der knackigen, süßen Zuckerschoten wurden schon im Garten vernascht, aber eine ordentliche Menge hat es auch bis in die Küche geschafft. Für die Verarbeitung brauchen sie nur abgespült zu werden und die Mühe, eventuelle Fädchen oben und unten an den Schoten zu entfernen, sollte man sich unbedingt machen. Vielleicht kennst du das von Bohnen – Fäden im Mund stören wirklich enorm und mindern den Genuss erheblich.

Bei uns kamen die Zuckerschoten in vielen Varianten auf den Teller. Sie passen zu vielen anderen Gemüsesorten und Beilagen. Ob gedünstet, aus der Pfanne oder dem Wok – Hauptsache nur kurz gegart. Sie dürfen gerne grün und knackig bleiben. Zu lange Garzeiten machen sie matschig, gelblich und auch weniger süß. Bei den Zuckerschoten darf es in der Küche also auch mal schnell gehen.

Sie können sehr gut blanchiert und dann als Wintervorrat eingefroren werden.

Schauen wir nochmal zurück in den Gemüsegarten:

Im Juli begannen die Sonnenblumen zu blühen und wir konnten in der unteren Etage weiter Zuckerschoten ernten und uns über die Blütenpracht ein Stockwerk höher freuen.  Die Freude war eine doppelte, denn viele Insekten besuchten die Blüten, die aus unserem Vogelfutter hervorgegangen waren.

Das ist erschreckenderweise keine Selbstverständlichkeit mehr. Es sind tatsächlich Züchtungen von Sonnenblumen auf dem Markt, die weder Nektar noch Pollen beinhalten. Hübsch, aber komplett nutzlos für Insekten. In unserem Vogelfutter waren aber zum Glück richtige, unverfälschte Sonnenblumen. Was wir damals noch nicht wussten, ist, dass wir uns auch noch hätten glücklich schätzen sollen, dass aus den Sonnenblumenkernen überhaupt Pflanzen gewachsen sind. Falls du mal als Vogelfutter deklarierte Sonnenblumenkerne für eine Aussaat kaufen möchtest, lies dir in jedem Fall das Kleingedruckte auf der Tüte durch. Wir fanden später auf einer Packung im Laden den Hinweis: „Schonend behandelt, um unerwünschten Wildwuchs im Garten zu vermeiden.“ Worin diese „Behandlung“ besteht, vermögen wir nicht zu sagen, aber anscheinend muss es wohl Menschen geben, die im Winter die Vögel füttern und dann im Frühling entsetzt aufschreien, weil einer Meise ein Sonnenblumenkern aus dem Schnabel gefallen ist und einfach irgendwo im Garten eine Blume aufgeht. Das ist ja quasi Anarchie! Vielleicht hat die Meise das am Ende mit Absicht gemacht und vorausschauend schon mal an das Vogelfutter für das nächste Jahr gedacht.

So war auch unser Plan, hatten wir nun doch eine keimfähige Sonnenblumensorte mit Nektar und Pollen. Also werden die Blütenstände mit den Kernen geerntet und wir haben gleich Vogelfutter für den Winter und Saatgut, um unser erfolgreiches Duo Zuckerbse-Sonnenblume im nächsten Jahr wieder anbauen zu können. Das Saatgut der Erbsen durfte an den Pflanzen ausreifen und als die Schoten ganz trocken und brüchig geworden waren, konnten wir es ernten. Bei den Sonnenblumen sah das etwas anders aus. Die Vögel wollten nämlich nicht bis zum Winter warten. Vor allem ganze Scharen von Tannenmeisen begannen sich auf die noch nicht mal ganz ausgereiften Kerne zu stürzen. Da mussten wir richtig schnell sein, um wenigstens noch ein bisschen Saatgut abzubekommen. Mit dem Winterfutter wurde es nichts. Im Nullkommanichts waren alle Blütenstände leergepickt.

Trotzdem, wir waren begeistert von unserer neuen Art des Erbsenanbaus und haben im darauffolgenden Jahr gleich mal zwei solcher Zuckererbsen-Sonnenblumenbeete angelegt. Da zeigte sich allerdings, dass unsere Anbaumethode doch einen gewaltigen Haken haben kann, nämlich den: unsere Rankhilfen sind essbar!

Zunächst lief alles nach Plan, die Erbsen und Sonnenblumen gingen auf und wuchsen einträchtig zu etwa zehn Zentimeter hohen, gesunden Pflanzen heran, bis eines nachts ein oder mehrere hungrige Gartenmitbewohner die Sonnenblumen in einem der Beete entdeckten. Am Morgen waren restlos alle Sonnenblumen weg, bis auf die kahlen Stängelchen, an denen die Veranstalter des nächtlichen Fressgelages ihre schleimigen Spuren hinterlassen hatten. Den Schnecken haben die Sonnenblumen offenbar extrem gut geschmeckt, nicht eine einzige Erbsenpflanze war angeknabbert, aber insgesamt über 30 Meter Sonnenblumen komplett vertilgt. Autsch, das schmerzte das Gärtnerherz dann schon. Zum Glück waren noch Sonnenblumenkerne da und wir wagten den Versuch einer erneuten Aussaat. Das Wetter war recht trocken und vielleicht könnten die Sonnenblumen es ja noch schaffen, die Erbsen wieder einzuholen. Und tatsächlich, der zweite Versuch glückte dann, die Schnecken ließen sich nicht wieder blicken und alles lief wie am Schnürchen. Nun konnte doch nichts mehr schiefgehen.

Denkste. Als die Sonnenblumen schon eine recht stattliche Höhe von etwa 50 Zentimetern erreicht hatten, kamen die nächsten hungrigen Tiere. Auch wieder des Nachts und mit einem gewaltigen Appetit auf Sonnenblumen. Am Morgen danach waren von den Sonnenblumen nur noch die Stängel und ein paar wenige Blätter übrig, aber keine der kleinen, geschlossenen Blütenknospen hatte die Nacht überlebt. Die Hufspuren in der Erde verrieten, wer für diese Massenköpfung verantwortlich war. Auch Rehe finden neben jungen Obstbäumen und allen Arten von Kohl die Sonnenblumen offenbar unwiderstehlich.

So mussten die Erbsen in diesem Beet dann ohne Rankhilfe zurechtkommen, für eine dritte Aussaat von Sonnenblumen war es einfach viel zu spät und für den Bau einer anderen Stütze hatten wir schlichtweg keine Zeit mehr. Es ging auch so. Die Ernte war zwar etwas mühsam, weil wir die Pflanzen immer vorsichtig, ohne sie auszureißen oder abzuknicken, anheben mussten, um die Schoten überhaupt zu finden und der Ertrag war auch nicht ganz so üppig, aber immerhin. Wir hatten ja auch noch das zweite Beet, das zum Glück verschont worden war, so dass einer dritten Auflage des Duos Zuckerbse-Sonnenblume im Jahr darauf nichts im Wege stand.

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Der ewige Kohl – Einmal pflanzen, ewig ernten

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Der ewige Kohl - Einmal pflanzen, ewig ernten

Ewiger Kohl, tolles Gemüse auch im Winter

Das eigene Gemüse anzubauen, bringt schon einiges an Arbeit mit sich. Vorziehen, Pikieren, Auspflanzen, Aussäen oder jedes Jahr neue Jungpflanzen zu kaufen, kostet Zeit und Geld.

Ein paar Pflanzen aber gibt es, die dem Gärtner Kosten und Mühen ersparen. Eine davon ist der ewige Kohl. Einmal gepflanzt, liefert er das ganze Jahr hindurch frisches Kohlgemüse. Wirklich das ganze Jahr, denn auch im Winter bleibt er grün und lässt sich beernten, wenn ansonsten im Gemüsebeet gerade nicht viel Essbares zu finden ist. Er kommt recht gut mit Trockenheit klar und kann somit auch in einem (Schreber-) Garten gut gedeihen, in dem nicht jeden Tag jemand zum Gießen vor Ort ist. Auch dem Frost hält er gut stand, nur in wirklich harten Wintern bräuchte vielleicht ein bisschen Schutz.

Pflanze ihn an einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit gutem Boden, gib im ab und an ein bisschen Kompost und Brennesseljauche und schau ihm dann einfach beim Wachsen zu. Mehr braucht er nicht.  Unserer kam 2017 in einem kleinen 8x8cm Topf zu uns und hat sich bis 2020 schon auf ungefähr zwei Quadratmetern breitgemacht. Am Boden liegende Triebe wurzeln zuverlässig an, sodass sich die Pflanze ganz von allein verjüngt und ausbreitet.

Möchtest du ihn selber vermehren, kannst du ganz einfach zwischen Frühjahr und Spätsommer einen jungen Trieb abschneiden, in einen Topf mit Erde stecken und schon nach kurzer Zeit sollte der Kohl anwachsen und neu austreiben. Im Allgemeinen blüht der ewige Kohl nicht und  bildet somit auch keine Samen. Dafür geht alle Kraft in das Blattwachstum. Ihm wird nachgesagt: je mehr du ihn beerntest, desto stärker wächst er nach.

So weit, so einfach. Was kannst du nun mit dieser ausdauernden und anspruchslosen Pflanze anstellen?

Der ewige Kohl ist ein Blattkohl; die einzeln wachsenden Blätter sind es also, die den Weg in die Küche finden. Sie haben einen milden Kohlgeschmack, der vielleicht etwas an Kohlrabi erinnert. Im Grunde lässt sich der ewige Kohl in der Küche genauso verwenden, wie andere Kohlsorten auch, ganz nach deinem Geschmack und Ideenreichtum.

Die kleinen, jüngeren Blätter sind besonders zart und können direkt roh in Salate wandern. Bei den älteren, größeren Blättern empfiehlt es sich, zunächst die dicke Blattachse herauszutrennen, sie dann kleinzuschneiden und gegart zu verwenden, da sie deutlich fester sind. Sie schmecken gedünstet als Gemüsebeilage, in Wokgerichten,  Gemüsepfannen, Eintöpfen oder Suppen. Für viele Gerichte ist ein ganzer Weißkohlkopf einfach viel zu viel. Überall dort sind ein paar Blätter des ewigen Kohls eine ideale Alternative.

Die größeren Blätter lassen sich auch schnell und einfach zu kleinen Röllchen oder Wraps verarbeiten. Dazu brauchen sie vor dem Füllen nur kurz blanchiert zu werden. Da die Blätter ohnehin schon einzeln gepflückt sind und in etwa die gleiche Dicke haben, ist der Arbeitsaufwand wesentlich geringer als bei einer herkömmlichen Kohlroulade mit Weißkohl.

Wir persönlich finden, dass sich Kohl auf dem Teller ausgesprochen gut mit Tomaten und/oder Knoblauch verträgt und verwenden ihn gern für Soßen zu Reis oder Pasta. Mit einer sahnigen Soße ähnlich wie Spinat zubereitet, schmeckt er uns gut zu Kartoffeln.

Einfach mal experimentieren mit dem, was gerade da ist. Ewiger Kohl, unendlich viele Möglichkeiten.

Kurz blanchiert soll sich der ewige Kohl gut einfrieren lassen. Wir selbst haben das allerdings noch nie ausprobiert. Wozu auch, wenn wir ihn ohnehin das ganze Jahr frisch aus dem Garten holen können?

Deine Blattwerker

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Radieschen – Einfache Kultur, dreifache Ernte

  • Beitrags-Kategorie:Nutzgarten

Radieschen - Einfache Kultur, dreifache Ernte

Was gibt es denn über Radieschen so viel zu sagen, fragt sich manch einer vielleicht. Sie sind rund und knackig, ein bisschen scharf und schmecken sehr gut auf Brot oder im Salat. Zudem sind sie sehr leicht selbst anzubauen und eignen sich damit auch für absolute Gartenneulinge. Einfach die Samen in den Boden legen, einmal angießen, warten und ein paar Wochen später schon Radieschen ernten. Im Nu sind sie dann auch schon verspeist, vielleicht schaffen es die meisten nicht mal bis in die Küche, wenn sich jeder im Vorbeigehen mal eins davon in den Mund steckt.

Manchmal passiert es aber auch, dass der richtige Zeitpunkt zum Ernten verpasst wird. Sie wachsen eben sehr schnell und hast du mal ein paar Tage nicht nach ihnen geschaut, bildet sich in der Mitte bereits ein dicker, hoher Stängel. Dann ist das Radieschen bereits verholzt und nicht mehr genießbar. Was nun? Rausreißen, ab auf den Kompost damit und nochmal neue Radieschen aussäen?

Auf gar keinen Fall! Genau jetzt ist die Gelegenheit gekommen, diese tolle Pflanze von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Lass sie einfach wachsen und schon nach kurzer Zeit werden sie eine Höhe von bis zu 1,50 m erreicht haben und zu blühen beginnen.

Auf den Blüten tummeln sich dann ganz sicher viele Insekten. Neben verschiedenen Bienen kommt bei uns auch häufig der Kohlweißling zu Besuch. Tatsächlich legt er seine Eier gerne auf den Radieschen ab. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass er sie dabei sogar den Kohlgewächsen in unserem Gemüsegarten vorzieht. So fressen die Raupen dann später die Radieschenblätter und es gibt deutlich weniger Fraßschäden an Weißkohl, Broccoli, Blumenkohl und Co. Schon mal ein guter Grund, ein paar Radieschen auswachsen zu lassen, oder?

Es wird aber noch besser! Nach der Blüte beginnen die Radieschen Schoten auszubilden, in denen später die Samen heranreifen. Die jungen Schoten aber sind ein wunderbares Gemüse. Sie sind knackig, saftig und haben einen milden, leicht scharfen Radieschengeschmack. Sie bereichern frische Salate und passen gut in einen Kräuterquark oder Dip. Sie lassen sich aber auch gut mit in eine Gemüsepfanne oder ein Wokgericht geben und behalten auch gedünstet, ihre Knackigkeit und Frische. Zu dick werden dürfen die Schoten für den Verzehr allerdings nicht, weil sie dann zunehmend trocken und ein wenig holzig werden. Also lass die dicken Schoten einfach an den Pflanzen hängen, diese kommen dann später im Jahr noch zu ihrem Einsatz. Im Vergleich zu einem kleinen Radieschen ist der Ertrag einer Pflanze bei der Schotenernte um ein Vielfaches höher. Hier siehst du die Schoten von einer einzigen Pflanze – wenn sich das nicht lohnt!

Irgendwann fangen die übrigen Schoten an den Pflanzen dann an trocken und braun zu werden. Wenn sie richtig trocken sind, sind auch die Radieschensamen reif und du kannst sie an einem trockenen Tag abernten. Damit ist dann das Saatgut für das nächste Gartenjahr bereits gesichert. Sollten die Schoten noch eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen, empfiehlt es sich, sie noch eine Weile ausgebreitet an einem warmen Ort, z.B. auf der Fensterbank nachtrocknen zu lassen. Später bewahren wir die Samenschoten in einem Gurkenglas bis zum nächsten Jahr auf.

Das Auspuhlen der einzelnen Samen aus den Schoten kannst du dir übrigens getrost ersparen. Wir legen die Schoten im Frühjahr immer wie sie sind in die Aussaatfurche und die Radieschen gehen problemlos auf und haben sogar den richtigen Abstand zueinander, um ungestört wachsen zu können.

Wenn du richtig viel Platz in deinem Gemüsebeet hast, kannst du die Radieschen auch ganz sich selbst überlassen. Sie samen sich dann von alleine aus und haben im nächsten Jahr meist schon einen großen Vorsprung vor den per Hand ausgesäten. Bei uns gehen ist oft schon ganz früh im Jahr auf, manchmal sogar bereits im Januar, wenn im Gemüsegarten sonst nur wenig wächst. Die jungen Keimlinge kannst du natürlich auch ernten und für Salate verwenden. So kannst du dann die selbstausgesamten Radieschen ein bisschen ausdünnen, damit sie später genug Raum zum Wachsen haben und hast gleichzeitig ein leckeres Vorfrühlingsgemüse. Natürlich kannst du sie auch einfach wachsen lassen wie sie wollen und dich später an einem regelrechten „Radieschenwald“ erfreuen. Unser Hund hat ihn jedenfalls für einen Spaziergang genutzt.

Lässt du verschiedene Sorten Radieschen in deinem Garten blühen und Saatgut bilden, werden sie sich sehr wahrscheinlich untereinander verkreuzen. Wir haben inzwischen eine kunterbunte Vielfalt an weißen, rosafarbenen, roten, weinroten, weiß-roten und fast schwarzen Radieschen. Einige sind rund, andere oval, wieder andere zapfenförmig. Manche sind mild, andere scharf, aber fast alle schmecken wirklich gut. Bei den Schoten der verschiedenen Sorten können wir keine wirklichen geschmacklichen Unterschiede feststellen, sie variieren lediglich etwas in Form und Größe.

Du siehst, über Radieschen gibt es doch eine Menge zu sagen – sie sind eben nicht nur rot, rund und lecker, sondern können unglaublich viel, wenn man sie nur lässt.

Du bist noch nicht überzeugt? Dann haben wir noch einen letzten Tipp für dich: Das frische Radieschengrün ist auch essbar. Daraus lassen sich auch eine Menge köstlicher Gerichte zubereiten, wie zum Beispiel ein Radieschengrünsüppchen oder… einfach mal probieren!

Deine Blattwerker

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