Meerrettich selber anbauen – Fechser in den Garten setzen

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Meerrettich selber anbauen
– Fechser in den Garten setzen

Für die neue Gartensaison haben wir uns vorgenommen, einige neue Gemüsesorten in unserem Garten auszuprobieren. Warum auch immer, aber die meisten haben in diesem Jahr etwas mit Wurzeln oder Knollen zu tun. Den Anfang haben wir nun, Anfang April, mit dem Meerrettich gemacht.

Fechser vom Meerrettich

Als ich Kind war, gab es bei uns zu Haus diese scharfe Wurzel eigentlich nur zu „Karpfen blau“. Den Karpfen mochte ich ja nie, aber die Beilage – Kartoffeln und geschlagene Sahne mit geriebenem Meerrettich – die war ein Genuss. Fast sehe ich noch vor mir, wie die Schlagsahne auf den heißen, gelben Kartoffeln zerfließt. Das könnte man doch mal wieder haben – nur ohne den Karpfen dazu, wenn es nach mir geht. Warum also nicht mal Meerrettich selber anbauen?  …Gesagt, getan. Und so haben wir es gemacht.

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Frisch gerieben schmeckt der Meerrettich einfach am besten und mit einer handlichen und soliden Reibe, wie dieser hier, geht das schnell und einfach von der Hand. Praktisch ist auch der integrierte Auffang- und Aufbewahrungbehälter.

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Pflanzgut für den Meerrettichanbau

Da wir leider niemanden kennen, der Meerrettich in seinem Garten hat, haben wir uns zunächst das Pflanzgut bestellt. Es wurde Ende März von Dreschflegel geliefert, mit dem Hinweis, es sogleich aus der Verpackung zu nehmen und entweder direkt in den Boden zu bringen oder es bis zur Pflanzung in feuchten Sand einzuschlagen. Da wir erst noch einen Platz für den Meerrettich im Garten vorbereiten mussten, kam er also zunächst in eine Schüssel mit Erde.

Meerrettich in Gartenerde

Für die Vermehrung werden die sogenannten „Fechser“ gepflanzt. Dabei handelt es sich um die dünnen Seitentriebe, die die große, essbare Meerrettichwurzel ausbildet. Sie sollten in etwa 30 cm lang und ca. 2 cm dick sein. Meist werden sie schon im Herbst abgeschnitten, gebündelt, in feuchten Sand eingeschlagen und dann kühl, aber frostfrei überwintert, bis sie im April oder Mai in den Gartenboden kommen.

Wo pflanzen wir den Meerrettich? – Standort und Bodenvorbereitung

„Der wuchert ohne Ende!“, „Den wirst du nie mehr los!“, so die Warnungen der Menschen, die schon mal Meerrettich in ihrem Gemüsegarten angebaut haben und bei denen er dann zu einer wahren Plage geworden ist. Tatsächlich kann jedes in der Erde verbleibende Wurzelstückchen wieder austreiben. Also sollte der Meerrettich wohl ein eigenes Plätzchen außerhalb der Gemüsebeete bekommen, an dem er bleiben darf und wuchern kann wie er möchte, ohne anderen Kulturen im Weg zu sein.

Beetvorbereitung für die Fechser

Der Meerrettich soll mit fast jedem Boden zurechtkommen, aber tiefgründige, humose Böden bevorzugen. Dort bildet er deutlich größere Wurzeln aus als zum Beispiel in einem sandigen Untergrund. An die Lichtverhältnisse soll er ebenfalls keine allzu großen Ansprüche stellen und sogar im Halbschatten gedeihen.

Wir haben ihm ein sonniges Plätzchen auf der Wiese ausgesucht. Als erstes wurde die Grasnarbe entfernt, alle Wurzeln von Ampfer, Quecke, Hahnenfuß und Co. ausgebuddelt, die wir finden konnten und der Boden mit der Grabegabel tiefgründig ausgelockert. Der Meerrettich soll es bei uns ja nicht so schwer haben, auch wirklich schöne, große Wurzeln auszubilden.

Wie pflanzen wir den Meerrettich?
– Pflanzabstand und Pflanztiefe

So eine Meerrettichpflanze kann ganz schön groß werden. Das Blattwerk ist üppig und auch unter der Erde benötigt sie ordentlich Platz für ihre Wurzeln. Empfohlen wird ein Pflanzabstand von nicht unter 50 Zentimetern, aber am besten deutlich mehr. Ein Meter wäre wohl optimal, aber so viel Platz war in unserem neuen Meerrettichbeet dann doch nicht. Je nachdem, wie der Meerrettich sich bei uns entwickelt, müssen wir dann vielleicht nochmal etwas mehr Raum schaffen. Vorerst muss er sich hier mit guten 50 cm begnügen.

die Fechser vom Meerrettich werden eingesetzt

Die Fechser werden schräg in den Boden gesetzt. Das obere Ende soll dann etwa 5, das untere Ende 15cm unter dem Boden liegen. So akribisch ausgemessen haben wir das nun nicht – sie kamen mit leichter Schräglage in die Pflanzrinnen, Erde drauf, ein bisschen angegossen und fertig. Später kommt noch eine dicke Schicht Mulch zwischen die Reihen, damit die Wiese sich das Meerrettichbeet nicht sofort wieder zurückerobert.

Wir lehnen uns nun zurück, hoffen auf die ersten Austriebe und natürlich auf eine schöne, scharfe Ernte im Oktober.

Obwohl – ganz lehnen wir uns noch nicht zurück! Die ausgestochenen Grassoden und Wiesenpflanzen bringen wir natürlich den Hennen, die sich immer begeistert auf frisches Grün stürzen. Dann wird einträchtig gescharrt und gepickt, bis von allem den Grün im Nu  nichts mehr übrig ist.

Hühner bekommen das Grün aus dem Beet

Wie sich unser Experiment „Meerrettich selber anbauen“ im ersten Jahr entwickelt, werden wir natürlich weiter berichten. Und natürlich auch, was es mit all den anderen Wurzeln und Knollen auf sich hat, die in diesem Jahr noch bei uns einziehen sollen.

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